Schön locker bleiben

Faszien sind die Fasern, aus denen unser Bindegewebe besteht. Sind sie entspannt, werden wir beweglicher und stabiler. Mit wenig Aufwand kann man sich zu Hause locker machen.

Faszien sind das feine Fasergeflecht, das unseren gesamten Körper durchzieht, auch als Bindegewebe bekannt. Ob zu Hause in den eigenen vier Wänden oder in der Gruppe: Werden Faszien aktiviert und entspannt, sind sie der Schlüssel zu mehr Beweglichkeit, Stabilität und schmerzfreien Muskeln. Muskeln und Knochen werden vom Fasziensystem verbunden, sie berühren sich nie direkt. Sind unsere Faszien gesund, sind sie dehnbar, voller Flüssigkeit und Nährstoffe, und wir können uns dynamisch beugen, strecken und dehnen. 

Eigentlich heisst es Faszienkater

Sanft entspannen mit Faszienrollen und Faszienball

Mit dem eigenen Körpergewicht: Die zwei bekanntesten Hilfsmittel zur Lockerung der Faszien sind die Faszienrollen und der Faszienball. Man legt sich auf das Hilfsmittel und massiert mit langsamen Bewegungen das Gewebe. Eine erste Anleitung durch einen Experten ist zu empfehlen.

Faszienrollen bei SportXX

Überbelastungen, Verletzungen beim Sport, Bewegungsmangel oder chronische Fehlhaltungen können dazu führen, dass sich die Faszien verkleben und mit der Zeit verhärten. Wenn die Schichten nicht mehr gut gleiten, wird der Bewegungsspielraum eingeschränkt: Wir spüren Verspannungen und aufgrund der Rezeptoren im Gewebe oft auch Schmerzen. Tatsächlich ist das, was wir einen Muskelkater nennen, wohl eher ein Muskel-Faszien-Kater. Denn zumindest der Schmerzreiz wird in den Faszien ausgelöst, die jede Muskelfaser umhüllen.

Faszien durchdringen und umfassen neben den Muskeln auch Knochen, Knorpel, Sehnen, Organe, das Gehirn und sogar einzelne Muskelfasern. Weil es ein gänzlich verbundenes Geflecht ist, zeigt sich etwas Faszinierendes: Würde man alle Muskeln, Knochen und Organe entfernen, bliebe mit den Faszien die individuelle Körperform des Menschen bestehen.

Akupunktur, Massagen und Yoga helfen

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Seit die Forscher erkannt haben, wie eng Muskeln und Faszien zusammenarbeiten, wird im Sportbereich bei Kraft-, Ausdauer- und Koordinationstraining auch noch die Faszienfitness integriert. Als Trainingsgerät dienen eine Blackroll oder ein Faszienball aus hartem Schaumstoff, auf denen man zur Selbstmassage sanft herumrollt. Der Druck des eigenen Körpergewichts regt den Flüssigkeitsaustausch im Gewebe an, und Verklebungen können sich lösen. Manche Fitnessstudios bieten spezifische Faszien-Work-outs an, mit dehnenden und wippenden Übungen.

Faszien – was sagt die Forschung?

Die Faszien-Forschung steht noch am Anfang. Gemäss einer Studie der Harvard Medical School ist wissenschaftlich belegt, dass manuelle Körpertherapien wie Akupunktur oder Massagen positiv auf das Bindegewebe wirken. Ähnlich wie östliche Methoden, insbesondere Yoga. In vielen Yoga-Positionen werden die Faszien langsam und langanhaltend gedehnt. Dies aktiviert die faserbildenden Zellen, der Wasserfluss wird verbessert, die Schichten gleiten geschmeidiger. Dass Yoga gesundheitsfördernd ist, ist bereits bekannt. Betrachtet man es nun aus der Perspektive der Faszien-Wissenschaft, hat man weitere Erklärungen, warum dem so ist. Andere Studien haben gezeigt, dass sich das Bindegewebe auch dann anspannt, wenn Stress-Botenstoffe ausgeschüttet werden. Nach einer kurzzeitigen Stresssituation entspannen sich die Faszien wieder. Ist der Stress jedoch chronisch, so bleiben auch die Faszien angespannt, und es kann zu permanenten Verhärtungen kommen.

Publiziert am 27.02.2017,

von Petra Koci


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