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Gesünder leben?

Entspannender Flow

Pilates ist Bewegungstraining für alle. Spass macht es auch: wenn die Kraft- und Dehnübungen dynamisch und tänzerisch präsentiert werden. Zu Besuch in einer Probelektion.

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Auf welche Entspannungstechnik setzen Sie? ( Teilnehmer)

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Pilates scheint ideal: Muskeltraining ohne blöde Kraftgeräte, schweisstreibende Liegestützen und hochjagenden Puls. Also gut für Tage wie heute: Ich fühle mich eher flau statt fit.

Kraft und Stretching mit Schwung

Pilates verspricht mir Muskeltraining und Dehnen ohne Anstrengung. Denke ich zumindest. Ich stelle mir vor, dass ich eine Stunde lang auf einer Gummimatte am Boden liege und irgendwas irgendwie ein bisschen bewege und dehne.

Die Matte liegt da, eine lange lila Schaumgummirolle ebenfalls. Doch wir bleiben erst mal stehen. Wir kreisen die Arme, beugen die Knie, gehen auf die Zehenspitzen, rotieren um die eigene Achse, es läuft Musik, alles ist schwungvoll und dynamisch. Bei den Übungen gehts ums vielfältige Training der Rumpfmuskulatur. «Wir stärken von innen nach aussen», erklärt unsere Lehrerin Corinna Hirt.

Tänzerische Energie

Corinna Hirt macht mit viel Elan vor. Pilates ist bei ihr frei von turnhallenartiger Gymnastik. Es ist Tanz, Flow, Dynamik. Und doch ganz einfach zum Nachmachen. Man spürt es und merkt der Lehrerin an, dass sie ausgebildete Tänzerin ist. Sie stand einst im Zürcher Opernhaus und im Berner Stadttheater auf der Bühne und führt seit über 25 Jahren ein eigenes Studio, die «Tanzszene» in Bern. (lesen Sie unten weiter...)

Spüren, spüren, spüren

«Lasst die Bewegungen fliessen!», sagt Corinna, als wir rechts und links die Waden dehnen oder den Katzenbuckel machen und uns nach hinten ziehen. Mit den Bewegungen fliesst auch die Zeit: Erst nach einer halben Stunde dürfen wir uns auf die Matte legen: rücklings längs auf die Schaumgummi-Rolle.

Nun erlebe ich Pilates par excellence: Ich spüre die einzelnen Wirbel meiner Wirbelsäule, merke wie sehr sich die Schulterblätter beim Bewegen der Arme verschieben, und wie sehr sich die Muskeln im Rücken verkrampfen, wenn ich ein Bein anheben will. Immer wieder gehts ums Spüren. Der Muskulatur, der Haltung, des Gleichgewichts.

Einst Männersache, heute Frauenpower

Rings um mich – nur Frauen. Das erstaunt eigentlich nicht. Doch Pilates war einst reine Männersache. Im ersten Weltkrieg zur Stärkung der Soldatenkörper in Deutschland erfunden, erhielt die Bewegungstechnik erst ihren tänzerischen und weiblichen Touch, als ihr Erfinder Joseph Pilates nach New York auswanderte. Dort eröffnete er sein erstes Studio, dies befand sich im Gebäude, wo auch das New York City Ballet untergebracht war. Die Ballerinas und Ballerinos wurden seine Kunden, und die Pilatestechnik wurde unter Tänzern schick.

Gelöst und bereichert

Ich bin nach der Stunde schön entspannt. Der verkrampfte Nacken und das verhärtete Kreuz sind gelockert. Und ich habe noch etwas von Corinnas freudiger Dynamik in den Ohren. Gelernt habe ich auch viel: Wo der Kapuzenmuskel liegt, dass ich das Sitzbein zur Decke strecken kann und wie ich den Rippenbogen spüre.

Publiziert am 13.04.2018,

von Claudia Langenegger


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