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Helfen Stephanie die Tipps eines Personal Trainers?

Regelmässig sportlich aktiv zu sein, fällt Stephanie schwer. Um das zu ändern, holt sie sich professionelle Unterstützung. Was sie durch das persönliche Coaching mit Benjamin lernt, erfahren Sie hier.

«Ich habe eine Schwäche: meine Selbstdisziplin beim Sport», sagt Stephanie. Die 33-Jährige kommt aus Solothurn und arbeitet als medizinische Praxiskoordinatorin in einer Hausarztpraxis. Sie beschreibt sich selber als «sehr positiv eingestellt» und «offen gegenüber Neuem». Deswegen hat sie vor kurzem auch mit Crossfit begonnen – zusammen mit einer Kollegin. «Das ist gut, denn wenn ich mit ihr abgemacht habe, kann ich nicht kneifen», meint sie lachend.

Zusätzlich gönnt sich Stephanie nun zum ersten Mal in ihrem Leben ein Workout mit einem Personal Trainer. Er soll ihr helfen, langfristig und nachhaltig sportlich aktiv zu werden. «Ich kann mir gut Challenges setzen und dann auch kurzfristig durchhalten. Das Problem ist einfach, etwas längerfristig durchzuziehen», sagt sie. Und meint weiter: «Mit einem Personal Trainer zu trainieren, ist nochmals ein ganz anderes Level.»

Gecoacht wird Stephanie von Benjamin Kappeler (30). Er ist SPTV-zertifizierter Personal Trainer, Betriebsleiter Migros Fitnessclub Thun Bahnhof sowie Dozent und Prüfungsexperte bei der Ausbildung Fitness-Instruktor*in der Klubschule Migros. Was die beiden bei ihrer ersten gemeinsamen Trainingsstunde herausfinden, sehen Sie im Video.

Wenn auch Sie von den Tipps des Experten profitieren und mehr über den Ablauf eines Personal Trainings erfahren möchten, lesen Sie unten das Interview.

Benjamin Kappeler
Der Personal Trainer schafft Verbindlichkeit. Das ist ideal für alle, deren Eigenmotivation zu wenig gross ist.
Benjamin Kappeler, Personal Trainer bei der Migros Aare, Betriebsleiter Migros Fitnessclub Thun Bahnhof, Dozent und Prüfungsexperte bei der Ausbildung Fitness-Instruktor*in der Klubschule Migros

«2 x pro Woche 30 Minuten trainieren ist schon top»

Personal Trainer Benjamin Kappeler über seinen Job, die häufigsten Anliegen seiner Kunden, Kohlenhydrate und Tipps für mehr Motivation und Selbstdisziplin. 

Herr Kappeler, woran erkenne ich einen guten Personal Trainer?

Das ist eine sehr gute Frage. Der Begriff Personal Trainer ist in der Schweiz nicht geschützt. Es kann sich also jeder so nennen. Allerdings gibt es Labels wie zum Beispiel die Zertifizierung durch den Schweizer Personal Trainer Verband, kurz SPTV. Das ist die wichtigste offizielle Zertifizierung.

Sind Sie auch zertifiziert?

Ja, seit fünf Jahren. Ich habe auch den Eidgenössischen Fachausweis. Den haben die wenigsten Fitness-Instruktoren.

Wie läuft ein Personal Training ab? 

Als Erstes gibt es einen Kennenlern-Termin. Er dauert mindestens eine Stunde. Dabei geht es darum, sich gegenseitig zu erleben. Denn beim Personal Training muss es zwischenmenschlich passen, sonst bringt es nichts. Zudem klären wir Intention, Motivation, Zielsetzung und den Gesundheitszustand. Ich muss wissen, ob es allenfalls gewisse Einschränkungen gibt.

Was folgt dann?

Der zweite Schritt ist das erste gemeinsame Training. Dabei geht es darum herauszufinden, wie das Gegenüber funktioniert. Braucht jemand Motivation während des Trainings, sprich muss ich die Person pushen oder eher bremsen? Oder braucht es Unterstützung technischer Art? Zudem achte ich ganz genau darauf, ob die Übungen, die ich zusammengestellt habe, optimal ausgeführt werden. In den nachfolgenden Trainings schauen wir, wie die Fortschritte sind, und führen auch mal Testings durch. Dabei geht es um die Überprüfung der Zielerreichung. Die Tests werden also individuell, der Zielsetzung entsprechend ausgewählt. Das Spektrum reicht von simplen, sportmotorischen Tests bis hin zu standardisierter Leistungsdiagnostik. Allerdings ohne Blutentnahme. Eine Leistungsdiagnostik mit Blutentnahme muss ärztlich durchgeführt werden.

Wo müssen Sie den Hebel am häufigsten ansetzen?

Mobilität und Stabilität sind Grundsäulen für sportliche Leistung. Dort hapert es bei vielen, ohne dass sie sich dessen bewusst sind. Mit einem Test, dem Functional Movement Screen, kurz FMS, lassen sich Defizite aufzeigen. Sind welche vorhanden, heisst es, einen Schritt rückwärts zu machen, bevor wir vorwärtsgehen können. Denn dann braucht es ein Aufbautraining für die Stützmuskulatur und die Beweglichkeit, bevor wir mit dem eigentlichen Training beginnen können.

Sie vermitteln in Ihren Lektionen auch theoretisches Wissen. Weshalb?

Es ist wichtig zu erklären, was mit dem Körper geschieht, wenn man sich nicht regelmässig bewegt, worauf es beim Training und bei der Ernährung ankommt und welche Prinzipien entscheidend sind und warum. Nur so können die Kunden nach einer gewissen Zeit selbständig weitertrainieren. 

Wie viel Zeit muss ich für ein Personal Training investieren? 

Eine nachhaltige Veränderung lässt sich nicht in zwei Lektionen erzielen. Ich empfehle im Minimum 12 Lektionen à 50 Minuten in einer Kadenz von 1 x pro Woche oder alle 14 Tage. Wer voll dranbleibt, braucht dann vielleicht nur noch 1 Lektion pro Monat.

Muss ich für das Training mein Leben komplett umkrempeln?

Nein. Fitness muss ins Leben passen – und nicht das Leben ins Fitness. 2 x pro Woche 30 Minuten trainieren ist schon top. Damit kann man der physiologischen Alterungskurve entgegenwirken, die im Alter von 25 Jahren einsetzt und ohne Bewegung zunehmend nach unten zeigt. Eine Stunde pro Woche in die eigene Fitness zu investieren – das sollte doch machbar sein. Allerdings muss auch die Ernährung stimmen, wenn man seine Ziele erreichen will.

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Wo müssen Sie diesbezüglich Aufklärungsarbeit leisten?

Ein Klassiker ist die Behauptung, dass Kohlenhydrate schlecht seien. Das stimmt überhaupt nicht. Fett liefert viel mehr Energie und ist oft entscheidender für eine Gewichtszunahme als Kohlenhydrate. Isst man zu wenig Kohlenhydrate, ist die sportliche Leistung zudem eingeschränkt. Auch Süssgetränke und Alkohol sind häufig ein Thema. Süssgetränke liefern sehr viel Energie, die zusätzlich zu derjenigen aus dem Essen anfällt. Deshalb stimmt die Energiebilanz dann am Ende des Tages nicht mehr, sprich man nimmt zu. Alkohol ist ein Zellgift und hat Auswirkungen auf den Stoffwechsel. Weil sein Abbau für den Körper Priorität hat, wird die Wirkung des Trainings nicht gleich gut verarbeitet. Das ist schlecht für den Trainingseffekt.

Wie wichtig ist das Heimtraining?

Sehr wichtig. Ohne selbständiges Training geht es nicht. Derzeit ist diesbezüglich Functional Training hoch im Kurs. Dafür braucht man nur Widerstandsbänder und einen Schlingentrainer, der sich beispielsweise im Türrahmen einhängen lässt. Man kann damit sehr viel machen und erreichen.

Weitere hilfreiche Gadgets für das Training zu Hause.

Was für eine Ausrüstung brauche ich, wenn ich zu Ihnen komme?

Ganz gewöhnliche Indoor-Sportschuhe und funktionale Sportbekleidung. Alles andere wird gestellt. Auf Wunsch kann auch zu Hause, im Hotel oder im Freien trainiert werden.

Was kostet ein Personal Trainer?

Der durchschnittliche Stundenansatz liegt zwischen 130 und 150 Franken. Aber es können auch Abos mit mehreren Lektionen gelöst werden. Dann ist es günstiger. Selbständige Personal Trainer haben in der Schweiz das Problem, dass sie selber ein Abo für ein Fitnessstudio brauchen, damit sie mit ihren Kunden trainieren können. Auch der Kunde oder die Kundin muss dort ein Abo lösen. Das beschert den Fitnessstudios Einnahmen. Trotzdem sind selbständige Personal Trainer in den meisten Fitnesscentern nicht gern gesehen oder gar verboten. Für die Branche ist das schwierig – und es treibt die Kosten in die Höhe. In den USA ist das zum Beispiel anders. Dort kostet eine Stunde umgerechnet nur etwa 80 Franken. Es ist schade, dass es in der Schweiz keine Kostenstruktur gibt, die der Mehrheit der Bevölkerung einen Zugang zum Personal Training erlaubt. Grundsätzlich wäre es für jeden das Beste, einen Personal Trainer zu haben.

Was sind die drängendsten Anliegen Ihrer Kunden?

Das häufigste ist Abnehmen. Oft kommen Menschen zu mir, die stark übergewichtig sind und am ganzen Körper abnehmen wollen. Manche Leute wünschen sich aber auch nur einen Feinschliff. Sie möchten Problemzonen loswerden, um beispielsweise für die Hochzeit in Form zu sein. Männer und Frauen halten sich bei mir mit einem Anteil von etwa 50:50 die Waage. Es sind aber eher Leute im mittleren und höheren Alter. Das liegt sicher auch daran, dass die Jungen es sich weniger leisten können.

Was raten Sie denjenigen, die mit der Motivation zu kämpfen haben?

Fünf Kilogramm verlieren zu wollen, um besser auszusehen, motiviert am Anfang, aber nicht, dass man dranbleibt. Denn es ist eine Motivation von aussen. Erst wenn wir am eigenen Leib erfahren, dass uns etwas guttut, sind wir von innen heraus motiviert. Dann müssen wir uns nicht mehr zwingen, sondern tun etwas gerne. Bleiben Sie also dran. Und vergessen Sie nicht: Die Gewohnheit holt uns immer wieder ein. Daher ist neuer Input wichtig. Stellen Sie also das Programm mal auf den Kopf und bauen Sie andere Übungen ein. Auch ein Personal Training gibt einen neuen Motivationsboost. Dort gibt es jedes Mal neuen Input, dadurch wird es nie langweilig.

Und wie löst man das Problem mit der Selbstdisziplin?

Beim Personal Training braucht es weniger, als wenn man alleine trainiert. Denn ich rufe an, wenn meine Kunden Termine nicht wahrnehmen oder immer weiter in die Zukunft schieben. Und ich lege den Finger in die Wunde, wenn sie Ausreden haben. Ich ermutige meine Kunden so lange, bis wir es hinkriegen. Denn wenn sie ihr Ziel erreichen, habe auch ich mein Ziel erreicht.

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