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Gesünder leben?

Der Golfball ist ihr Ding

Sie ist die grosse Golfhoffnungsträgerin der Schweiz: Die 17-jährige Elena Moosmann aus Hünenberg. Ihre Karriere begann auf dem Migros Golfpark Holzhäusern. Dort trainiert die junge Frau auch heute noch.

Zusammen mit Mutter Erika, die bei Profiturnieren teilweise als Caddy fungiert, trifft Elena beim Abschlagplatz in Holzhäusern ein. Mit Blick auf die Rigi und über den Zugersee könnte die Anlage auch ein Ausflugsort sein. Die Atmosphäre ist familiär, alle duzen sich. «Ist es gut gelaufen, Elena?» erkundigt sich eine Golferin. Gerade ist das Talent von einem Amateur-Turnier in Irland zurückgekehrt. «Ja – lief ok», sagt die 17-Jährige bescheiden. Bereits in zwei Tagen jettet sie zum nächsten Spiel am Meer in Valencia.

Typische Schweizer Bescheidenheit

Golferin Elena Moosmann schlägt den Ball aus einem Bunker auf das Grün
Golferin Elena Moosmann schlägt den Ball aus einem Bunker auf das Grün

Elena Moosmann mit ihrem Lieblingsschlag.

«Würde ein Unbekannter sie fragen, ob sie golfe, würde sie mit «Ja, ja» antworten», sagt Frankie Burke und lacht. Der schottische Profi und ausgebildete Golflehrer war Elenas erster Trainer in Holzhäusern. «Sie ist so bescheiden, dass das Gegenüber keinen Hinweis erhalten würde, dass sie die Topspielerin im Schweizer Golfkader ist.» Die junge Zugerin hat mit +5,1 bereits das beste Handicap der Schweizerinnen. Handicaps geben die Spielstärke an. In der Regel sind sie negativ und zeigen so an, wie viele Schläge am Schluss abgezogen werden können. Bei Elena werden Schläge dazugezählt, weil sie so gut spielt. In der Weltrangliste der Amateurinnen schaffte sie innert zwei Jahren den Sprung von Platz 2600 in die Top 90. Bei den Profis hat sie die 600-Grenze geknackt. (Lesen Sie unten weiter...)

Schon im Minigolf ein Talent

Das Talent von Elena manifestierte sich bereits in ihrer Kindheit bei Ballspielen und beim Minigolfen mit der Familie. Die Siegerin war stets dieselbe … Dank den golfenden Eltern wechselte Elena auf den grossen Platz in Holzhäusern, der einen Katzensprung von ihrem Wohnort Hünenberg entfernt liegt. «Holzhäusern hat eine gute Juniorenabteilung und von der Infrastruktur her alles, was es braucht», so Elena.

Frankie, der heute in Holzhäusern für die Leitung der Golf-Akademie und Events zuständig ist, charakterisiert seine ehemalige Schülerin so: «Konzentriert, ruhig, bescheiden, organisiert, auf angenehme Weise ehrgeizig und bodenständig.» Das zeige sich darin, dass sie ohne Allüren jeden Montag mit den Junioren trainiere. Eine weitere Stärke: Während des Spiels könne sie alles rundherum vergessen und sich voll auf ihr Spiel konzentrieren.

Golfen ist «draussen in der Natur sein»

Diese Eigenschaften legt Elena auch bei der Auswahl der Plätze fürs Migrosmagazin-Fotoshooting an den Tag. Der ideale Ort für ihren Lieblingsschlag, das Sandloch (Bunker), liegt bei einem künstlichen Teich am Rande des Golfplatzes. Frösche quaken, während Elena konzentriert und ruhig die Schläge für Foto- und Filmaufnahmen ausführt. Gibt es Pausen, jongliert sie konzentriert mit drei Golfbällen oder lässt einen auf dem Schläger hüpfen. Ab und zu fährt ein Zug vorbei. Sie lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Im Gegenteil: «Draussen in der Natur sein», ist für Elena eines der grossen Plus des Golfens. Eine Runde auf dem 18-Loch-Platz Holzhäusern dauert rund vier Stunden.

24 Wochen pro Jahr ist Elena auf Achse von Turnier zu Turnier. Ihr Ziel sind die olympischen Spiele in Tokio 2020. «Wenn ich es schaffe, geht ein Kindheitstraum in Erfüllung.» (Lesen Sie unten weiter...)

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Golfen Männer anders als Frauen?

Auf dem Niveau der jungen Zugerin Elena Moosmann beschränken sich die Unterschiede von Frau und Mann auf die körperlichen Voraussetzungen: «Frauen haben im Durchschnitt nicht so lange Abschläge wie die Männer, dies kompensieren sie aber oft mit etwas geraderen Abschlägen. Da sie weiter vorne aufteen, ist das Spiel sehr ausgeglichen», sagt Elena. Die längere Weite der Männer hängt von der Grösse und der Masse ab, nicht etwa von der Kraft. «Golf ist ein sehr technischer Sport mit vielen Variationen bei den Schlägen, das macht ihn so faszinierend», so Elena. Ab- und Zunehmen ist übrigens bei ambitionierten Golferinnen kein Thema. Ändert sich die Masse, muss sich die ganze gesamte Technik anpassen.

Frankie Burke hat auf Profistufe noch einen weiteren Unterschied ausgemacht: «Professionelle Golfspielerinnen verdienen weniger als die Männer, wir kennen das Phänomen». Auf der Stufe Anfängerinnen hat der langjährige Golftrainer beobachtet, dass Frauen die ersten Versuche im Golf gerne unter sich wagen und erst danach mit Männern zusammenspielen. «Grundsätzlich ist der grosse Vorteil der Sportart Golf, dass ihn alle zusammen ausüben können».

von Silvia Schütz,

publiziert am 26.07.2019

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