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Gesünder leben?

Wie Fitnesstracker zu mehr Leistung anspornen

Vom Einsteiger zum Leistungssportler: Vier Fitnesstracker-Nutzer erzählen, was ihnen das Gerät bringt.

«Der Tracker und ich empfinden nicht immer gleich»

Seit sechs Monaten trackt Brigitte Fürst. Die kaufmännische Angestellte aus Oberrieden misst Schritte und Puls – und staunt manchmal über ihren Stresslevel.

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Brigitte Fürst mit ihrem neuen Trainingsgerät.

Lustig, manchmal meldet sich der Tracker am Handgelenk unerwartet mit: «Ziel erreicht!» Vor allem, wenn Brigitte Fürst in ihrem vierstöckigen Haus die Treppe viele Male hinauf- und hinuntersteigt. «Auf 20 bis 30 Stockwerke täglich komme ich schon.» Dabei zählen für die 51-Jährige nicht in erster Linie Stockwerke. Als Tagesziel hat sie 10'000 Schritte anvisiert.

Seit einem halben Jahr trägt sie dafür einen Garmin Vivosmart 3 Fitnesstracker. Momentan zwischen Jobs, ist sie motiviert zu mehr Bewegung: «Jetzt habe ich Zeit, jetzt kann und will ich aktiv sein.» Sie macht Pilates, geht zum Schwimmen, läuft viel und spaziert gerne – unterstützt vom Herzfrequenzmesser am Handgelenk. «Fühlt sich etwa das Laufen bergauf sehr anstrengend an, dann checke ich schon mal meinen Puls. Vielleicht laufe ich ja gar nicht im höchsten Bereich.»

Schrittzähler, Schlafmonitoring, Herzfrequenz und Stresslevel – diese Funktionen nutzt die zweifache Mutter regelmässig. Einfach weil sie es spannend findet zu sehen, wo sie steht. Weil sie neugierig ist – auch in Bezug auf ihren Stresslevel: «Manchmal habe ich das Gefühl: Ups, ich bin gestresst! Dann nimmt es mich einfach wunder, wie hoch meine Anzeige ist.» Je nach Situation versucht sie sich dann zurückzunehmen, setzt sich, atmet ruhig ein. «Aber der Tracker und ich empfinden nicht immer gleich.»

Stress ist während ihrer täglichen Spazierrunden – sie kommt durchschnittlich auf 8000 Schritte am Tag – kaum ein Thema. Ihr Bewegungsprogramm macht sich vor allem mental bemerkbar. Es durchlüftet den Kopf, fühlt sich gut an. Angespornt wird Brigitte Fürst übrigens weder von einer virtuellen Community noch von einem «Los!»-Inaktivitätsalarm ihres digitalen Coachs. Sondern nur von sich selbst. Und von einer tiefen Schrittzahl auf ihrem Display. Diese will sie dann jeweils sofort hochschrauben.

Wem empfiehlt Brigitte den Garmin Vivosmart 3 Fitnesstracker?

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Empfehlen würde ich den Fitnesstracker Leuten mit einem aktiven Lebensstil – Einsteigern wie Freizeitsportlern. Die Pulsmessung finde ich nützlich, Funktionen wie Stresslevel oder Fitnessalter sind «nice to have». Gewisse Workouts und Sportarten wie Pilates müsste man manuell einrichten. Nur ist die Anleitung nicht allzu bedienerfreundlich. Sehr praktisch finde ich, dass mir Anrufe und Nachrichten vom Smartphone angezeigt werden – und das Preis-Leistungs-Verhältnis ist top. (Lesen Sie unten weiter...)

«Witzig und cool, was man alles messen kann»

Monika Galli aus Bolken SO ist ein Fitbit-Fan. Damit trackt sie ihre Alltagsbewegung – phasenweise, je nach Spass und Laune.

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Monika Galli testet einen ihrer Fitness-Tracker.

Vielleicht verrät es schon ihr Beruf: Als Technische Zeichnerin ist Monika Galli fasziniert von den technischen Spielereien von Fitnesstrackern. Sie besitzt gleich mehrere Fitbit-Modelle. «Ich finde es einfach witzig und cool, was man alles messen und auswerten kann.» Die meisten Geräte, die sie teilweise geschenkt bekommen oder als Aktion gekauft hat, liegen allerdings im Schrank, seit sie Tag und Nacht die Fitbit Ionic Smartwatch trägt.

Vor etwa sechs Jahren hat sich die 43-Jährige selbstständig gemacht. Mit der Arbeit von zu Hause aus ist aber die Bewegung im Alltag zu kurz gekommen. Am Anfang wollte sie einfach mal ihre Schrittzahl kontrollieren. Zu wenig – meldete ihr damals der Fitbit Flex 2 Fitnesstracker und spornte sie zu mehr an. Heute geht sie täglich mit dem Hund laufen, macht Nordic Walking, wandert, geht im Winter Ski fahren und im Sommer baden. Zu Hause nutzt sie auch mal den Stepper. «Bei mir geht das immer phasenweise, nach Lust und Laune.»

Zeitweise ist auch die Gewichtskontrolle ein Thema. Dann protokolliert sie in der Fitbit App ihre Mahlzeiten und erhält eine Auswertung über Kalorienzufuhr und -verbrauch.

Hauptsächlich trackt Monika Galli aber ihre Bewegung. Ihr Tagesziel: Zehn Stockwerke. Dank GPS und Pulsmesser kann sie sich Strecke, Tempo, Herzfrequenz anschauen. «Es geht mir nicht um eine Steigerung oder ein Training in einem bestimmten Bereich. Es ist einfach interessant zu sehen, was ich an einem Tag gemacht habe.»

Angespornt wird sie auch durch die Fitbit Community. Etwa durch ihre kleine Gruppe von Fitbit-Freunden. Vor allem aber durch die Facebook-«Schrittmeister»-Gruppe. Dabei macht sie auch an Wettbewerben – etwa 5000 Schritte am Tag – mit. Das motiviert sie: «Ja, ich schaue immer wieder mal, auf welchem Rang ich liege.»

Was ihr das Tracken bringt? «Ich bewege mich sicher mehr, im Schnitt etwa 8000 bis 10'000 Schritte täglich. Und ich habe Spass an der Bewegung!»

Monikas Einschätzung des Fitbit Flex 2

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«Der Fitbit Flex 2 ist für Einsteiger geeignet, die einfach ihre Schritte zählen möchten und mehr nicht. Oder für alle, die keine Uhr anziehen möchten. Auch als wasserfestes Zweitgerät fürs Schwimmen kann es eingesetzt werden. Mir fehlt bei diesem Modell die Pulsmessung. Dafür lässt es sich als Armreif oder Anhänger wie ein Schmuckstück tragen.»

Monikas Meinung zur Fitbit Ionic Smartwatch

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«Die Fitbit Ionic eignet sich für Gelegenheitssportler genauso wie für ambitionierte Multisportler. Sie bietet GPS, Herzfrequenzmessung und eine automatische Aktivitätserkennung für verschiedene Sportarten und Workouts. Super ist auch das grosse Touchdisplay – mit GPS zeigt es alle Daten in Echtzeit an.»

«Ich bin ein Outdoor-Mensch»

Vom Leistungs- und Wettkampfsportler zum ambitionierten Sportler. Peter Fierz aus Langnau am Albis ist fünf bis sechs Mal pro Woche aktiv.

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Peter Fierz mit der wuchtiger Garmin Fenix 3 HR-Uhr.

Ultramarathons, Triathlons, Mountainbikerennen – früher hat Peter Fierz sehr viele Wettkämpfe bestritten. Damit hat er nahezu aufgehört. Na ja, ab und zu noch ein Rennen. Dafür ist er fünf bis sechs Mal in der Woche aktiv. Das kann eine Rennvelotour sein mit Kollegen oder ein Berglauf – etwa hinauf auf die Rigi – oder einfach eine Laufrunde mit seiner Frau. Dazu kommen Wandern oder Schwimmen und im Winter Langlaufen. Stets am Handgelenk mit dabei: Seine Garmin Fenix 3 HR-Sportuhr.

«Ich bin ein Outdoor-Mensch», sagt der 61-jährige Informatiker. Auf 15'000 bis 20'000 Schritte kommt er fast täglich. Basiswerte wie Anzahl Schritte oder Stockwerke trackt seine Uhr automatisch mit. Relevanter ist für den Ausdauersportler hingegen die Aufzeichnung von Distanz und Höhe, Geschwindigkeit, Zeit, Puls.

Synchronisiert er die Daten über die Garmin Connect App automatisch mit dem Smartphone und PC, kann er seine tägliche Aktivitätsstatistik verfolgen. Sogar Laufanalyse und Laufprognosen wären möglich. «Diese erweiterten Funktionen sind natürlich faszinierend. Mir geht es in erster Linie um die Herzfrequenzmessung und die Pulszonen.» So hat er während des Laufens seine Leistung im Auge und sieht, in welchem Intensitätsbereich er trainiert. Das ist wichtig, weil er beim Laufen und Biken zwischen unterschiedlichen Einheiten abwechselt: Manchmal lang und langsam, dafür auch wieder kürzer und schneller. «Oft macht man die langsamen Einheiten zu schnell, die schnellen zu langsam.» Deshalb achtet er bewusst darauf, die langen Strecken nicht zu schnell zu gehen. Und etwa auf Bergstrecken den Puls tief zu halten, nicht zu übertreiben. «Früher war ich auf Leistung ausgerichtet. Heute ist meine Motivation, gesund und fit zu bleiben und das Gewicht zu kontrollieren.»

Dass die Garmin Fenix 3 HR übrigens eine echte Outdoor-Uhr ist, hat Peter Fierz auch schon auf Reisen erlebt: Dank eingebautem Kompass und Navi konnte er einen Standort setzen – und ganz einfach zu seinem Hotel zurückfinden.

Peters Einschätzung der Garmin Fenix 3 HR-Uhr

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«Die GPS-Multisportuhr ist gut geeignet für Leistungssportler und ambitionierte Freizeitsportler. Aber auch für alle, die auf ihre Gesundheit achten und ihre Fitness tracken möchten. Man muss sich am Anfang ein wenig Zeit nehmen, bis man die Uhr mit den verschiedenen Sportarten eingerichtet und mit Details gefüttert hat. Danach geht die Bedienung rasch und einfach. Sehr gut finde ich den erweiterten Funktionsumfang und dass sich die grossen Zahlen auf dem Display gut ablesen lassen. Von der Möglichkeit, in der Nacht den Schlaf aufzuzeichnen, mache ich keinen Gebrauch. Dafür ist die Uhr zu gross und wuchtig.» (Lesen Sie unten weiter...)

Wollen Sie als Läufer Ziele erreichen?

«Tracken macht Spass. Aber ich bin keine Sklavin davon»

Cornelia Rohner aus Niederrohrdorf ist Freizeitsportlerin – und sehr gerne sehr viel zu Fuss unterwegs, wie ihr digitaler Coach am Handgelenk bestätigt.

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Cornelia Rohner mit dem Fitbit Charge 2 Fitnesstracker.

Seit sie frisch frühpensioniert ist, möchte Cornelia Rohner noch mehr Bewegung in ihr Leben bringen. Als ob die durchschnittlich 20'000 Schritte täglich oder 100 km in der Woche während ihrer Zeit als Angestellte in einer Kinderarztpraxis nicht genug gewesen wären. Zu ihrem Leben gehört das Wandern, Walken, Laufen, Springen auf dem Mini-Trampolin und viel Alltagsbewegung – eine Busstation früher aussteigen, mehr zu Fuss gehen etwa. Nun möchte die 60-Jährige mit ihrem Mann zusammen auch wieder längere Velotouren unternehmen. Ihre Motivation: Nicht einrosten, immer beweglich bleiben.

Angefangen hat alles vor einigen Jahren mit einer Diät und dem Ziel von 10'000 Schritten am Tag. Seit zweieinhalb Jahren begleitet sie ihr Fitbit Charge 2 Fitnesstracker Tag und Nacht. «Ich trage ihn lieber am Bein statt am Handgelenk, wenn ich Hosen anhabe.» Das hat mit ästhetischen Gründen zu tun. Obwohl – wenn sie Velo fahre, also die Arme wenig bewege – dann zähle das Gerät ungenau am Handgelenk. Nicht, dass das so wichtig wäre. «Gepickt» ist die Freizeitsportlerin nicht: «Mir macht das Tracken Spass. Aber ich bin keine Sklavin davon.» Cornelia Rohner misst Schrittzahl, Distanz, die Höhenmeter beim Wandern. Sie schätzt zudem die wöchentliche Übersicht über ihr Gewicht sowie die Pulsmessung: «Ich laufe meist im Fettverbrennungsbereich. Manchmal gehe ich aber auch bewusst an meine Leistungshöchstgrenze.» Wenn sie jemanden herausfordern will, dann nur sich selbst. Zwar hat sie sich der Fitbit-Community angeschlossen. Einmal nur hat sie auch an einer Walking-Challenge mitgemacht. Das sei aber eher Stress gewesen: «Ich will nicht jemandem nachrennen. Ich habe meine Geschwindigkeit – das tut mir gut.»

Noch mehr als über die Abzeichen von Fitbit freut sie sich über die 40 Rappen pro 10'000 absolvierte Schritte, welche die Krankenkasse ihr gutschreibt. «Mit dem Betrag gönne ich mir Ende Jahr eine schöne Massage.»

Was Cornelia am Fitbit Charge 2 gefällt

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«Der Fitbit Charge 2 eignet sich für Einsteiger und Gelegenheitssportler, welche Kontinuität in ihren Alltag und ihr bewegtes Leben bringen möchten. Für ambitionierte Sportler reichen Funktionsumfang und Messgenauigkeit weniger. Sehr gut finde ich das einfache Einrichten, die Bedienerfreundlichkeit. Der Fitnesstracker dürfte für meinen Geschmack mehr den Look eines schmucken Armreifs haben. Aber das hat vielleicht mit meinem Alter zu tun.»

von Petra Koci,

publiziert am 05.10.2018


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