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Gesünder leben?

Tracker-Trends: Die Zukunft geht unter die Haut

Fitnesstracker am Handgelenk sind erst der Anfang. Längst tüfteln Tech-Firmen an der Selbstvermessung von morgen. iMpuls stellt die grössten Trends vor.

Hunderte von Aktivitätstracker sind auf dem Markt erhältlich. Sie sammeln alle möglichen Körperdaten. In Zukunft werden sie nicht mehr nur Daten erheben, sondern diese auch auswerten und uns Gesundheitstipps geben oder gleich selbst aktiv werden. Ursula Meidert, Dozentin an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaft (ZHAW) und Mit-Autorin der Studie zum Thema «Quantified Self – Schnittstelle zwischen Lifestyle und Medizin», hat für iMpuls die Trends zusammengestellt und sie in Tops und Flops eingeteilt.  

Diese Tracker haben eine grosse Zukunft

  1. Implantate. Künftig messen wir unsere Werte wie Blutzucker mit Implantaten, also Mikrochips, die unter die Haut eingesetzt werden.
  2. Messlinsen. Zurzeit sind Linsen in der Entwicklung, die bei Diabetikern die Tränenflüssigkeit messen und feststellen, wann sie reagieren müssen. In Zukunft werden sie auch andere Werte feststellen können.
  3. Sensoren im öffentlichen Raum. Sensoren bestehen bereits im öffentlichen Raum in China. Dort messen sie – eine Folge von SARS – ob Einreisende Fieber haben. In Zukunft dürften sie noch weitere Daten erfassen.
  4. Labor in der Handtasche. Smartphones werden zu einem Labor in der Hand; kleine Zusatzgeräte ermöglichen etwa das Messen von Urinwerten, Blutzucker und weiterer Parameter. Wenn sich das elektronische Patientendossier durchgesetzt haben wird, werden Patienten ihre Werte selber messen und ins Dossier hochladen können.
  5. Tracker setzt OP-Termin fest. Derzeit ist die Forschung daran, Tracker zu entwickeln, die feststellen, wann der richtige Zeitpunkt für eine Hüft-OP ist. Dabei werden verschiedene Komponenten gemessen, wie etwa die Gangart oder wie oft man sich bewegt. Solche Tracker könnten auch für andere OPs entwickelt werden.
  6. Sensorische Kleider. Sie befinden sich im Aufwind. Sie messen beispielsweise anhand der Hautleitfähigkeit, ob ein Sportler dehydriert ist. Für die Kleiderindustrie könnte das ein lukratives künftiges Geschäftsfeld sein.
  7. Reha. Tracker werden auch in der Reha zunehmend eine Rolle spielen: Sie überwachen gewisse Parameter beim Patienten. Weichen sie ab, bestellt der Arzt den Patienten in die Praxis.

Diese Tracker werden ein Flop

  1. Toiletten-Tracker. Eher eine Randerscheinung bleiben dürfte die Toilette mit Analysetool sein, die nach jedem «Geschäft» Urin und Stuhlgang untersucht und entsprechende Gesundheits-Empfehlungen abgibt. Bei Gesunden wird sie sich nicht durchsetzen, denn Hand aufs Herz: Wer will das schon wissen?
  2. Fingeranalyse durch Fruchtmixer. Aus dem Produktebeschrieb: Zwei Daumensensoren am Gerät messen den aktuellen Gesundheits- und Körperzustand des Nutzers und senden diese Werte an eine App auf dem Smartphone und Tablet. Aus den Daten werden dann optimierte Saftrezepte und Gesundheitstipps generiert. Zeigt vor allem, dass die Marketingleute des Anbieters auf Beruhigungstee umsteigen sollten.

von Silvia Schütz,

publiziert am 16.10.2018


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