Die Nacht der Sternschnuppen

Die atemberaubende Felskulisse Creux du Van im Jura gilt als Grand Canyon der Schweiz. Rund 200 Meter in die Tiefe ragende Kalkfelsen bilden einen Halbkreis um eine ursprüngliche Landschaft. In dieser Woche ist der Höhepunkt der Sternschnuppensaison.

Die Wanderung

Anreise: Von Neuenburg aus fährt ein Regionalzug im Val de Travers nach Noiraigue. Es existieren auch Parkplätze am Bahnhof in Noiraigue.

Wanderung: Die Rundwanderung ist gut ausgeschildert. Ab Noiraigue wandern Sie während 50 Minuten zur Alp «Les Oeuillons» (Öffnungszeiten abklären). Nun folgen die konditionell anforderungsreichen 14 Kurven bis «Le Soliat» , dem Restaurant auf der Höhe der atemberaubenden Felsenarena (Dauer: knapp 90 Minuten). Nun umrunden Sie den spektakulären Felskessel und folgen den Wegweisern zur «Ferme Robert» (Restaurant), das Sie in rund 90 Minuten erreichen. Von dort geht’s in 35 Minuten zurück zum Dorf Noiraigue.

Höhendifferenz: 950 Meter

Länge: 14 Kilometer

Zeitbedarf: Reine Gehzeit rund 4 Std. 20 Minuten

Karte: Schweiz Mobil

Nacht der Sternschnuppen: vom 12. auf den 13. August.

Informationen zum Chasseron: www.wanderland.ch

Die Wanderung zur fantastischen Naturarena beginnt auf einer Teerstrasse beim Bahnhof in Noiraigue. Sie weicht am Ortsende einem befahrbaren Kiesweg. Dieser führt ziemlich steil durch den Wald, der die drückende Sonne wohltuend abschirmt. Da es sich um eine Rundwanderung handelt, gilt es, sich bald für eine Richtung zu entscheiden. Wir wählen die Variante über den berühmten Serpentinenweg, der sich im Wanderabschnitt nach dem Bauernhof «Les Oeuillons» befindet. Plaudernd und schwatzend erreichen die Wanderer nach 50 Minuten den Hof, auf dem es Spezialitäten aus der Region und auch Eis zu kaufen gibt, falls er geöffnet hat. Ein Schwein liegt im Schatten eines Trampolins und wackelt mit den Ohren.

14 Kurven zum Spektakel

Vor uns liegt nun der «Sentier des 14 Contours». Der Wanderweg wird nach «Les Oeuillons» schmal und steil. Einerreihe ist angesagt. Grössere und kleinere Felsausläufer ragen in den oft steinigen Weg und erfordern Konzentration. Das Plaudern wird leiser, das Atmen lauter. 14 Serpentinen gilt es bis aufs Hochplateau zu überwinden. Die Kurven sind aufsteigend nummeriert und wecken verschiedene Assoziationen. Warum nur kommt mir bei Kurve 12 das Auszählen eines k. o. am Boden liegenden Boxers in den Sinn? Man muss kein Athlet sein, um die Steigung zu meistern, aber ein bisschen Kondition schadet sicher nichts. (lesen Sie unten weiter...)

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Creux du Van

Die Rundung ist vier Kilometer lang, der Talkessel hat eine Breite von mehr als 1000 Metern. 

Unglaubliche Felsenarena

Oben angelangt, verschlägt es einem beim Blick auf den Creux du Van erst mal den ohnehin schon flachen Atem. Er ist schlicht ein grossartiges Geschenk der Natur. Inmitten des Jurawaldes zwischen Neuenburg und der Waadt kesseln senkrechte Felsen, die rund 200 Meter in die Tiefe ragen, Schotter, Grasflächen und Bäume ein. Die gewaltige Rundung ist vier Kilometer lang, der Talkessel hat eine Breite von mehr als 1000 Metern. Gämsen, Steinböcke, Hasen, Luchse und weitere Wildtiere bewegen sich weit unten meist unsichtbar durch die Landschaft. Der letzte Bär der Region wurde 1757 am Fusse der Wand geschossen. Gletscher und Flüsse haben das Naturspektakel geformt, dessen Grundlage 200 Millionen Jahre alte Kalkablagerungen eines urzeitlichen Meeres sind.

Am 12. August ist die Nacht der Sternschnuppen

Vom Hochplateau des Creux du Van und auch vom Chasseron aus sind im August die Sternschnuppen der Perseiden zu bewundern. Der Höhepunkt des Sternschnuppenfeuerwerks fällt im Jahr 2017 auf die Nacht des 12. Augusts. Bis zu 140 Sternschnuppen pro Stunde sind dann am Himmel sichtbar. Falls das Wetter nicht mitspielt: Die Saison der Sternschnuppen beginnt früher und endet später, einfach in geringerer Intensität. Es lohnt sich, an diesem Datum eine Decke, Picknick und die Lust auf eine Freinacht mitzubringen.

Flammkuchen zum Abschluss

Zurück zur Wanderung rund um den Creux du Van: Nachdem wir das Hochplateau umrundet haben, führt der Weg relativ steil wieder hinunter zur «Ferme Robert». Im sympathischen Restaurant lohnt sich ein Verpflegungsstopp – Flammkuchen sind eine Spezialität –, bevor wir auf einer Kiesstrasse im Wald in 30 Minuten den Bahnhof erreichen.

Publiziert am 10.08.2017,

von Silvia Schütz


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