Rollen, rollen, rollen

Die Faszien rücken mehr und mehr ins Bewusstsein von Sportlern und Therapeuten. Ihre Stimulation soll die Regeneration fördern.

Wer kocht, kennt sie: Faszien. Es ist diese weisse, zähe Schicht, die das rohe Steak umgibt. Oder jene weiss-gelbliche Haut, die Orangen umhüllt und sie in einzelne Schnitze teilt. Auch der menschliche Körper ist von Faszien durchzogen. Die sind hauchdünn oder mehrere Millimeter dick. Faszien umhüllen Muskeln, Knochen, Organe und Nerven. Sie halten zusammen, fixieren und verbinden. Weit geläufiger als der Ausdruck Faszien ist wohl die Bezeichnung Bindegewebe.

Stress und Bewegungsmangel als Ursache

Faszien, was ist das?

Faszien sind das biologische Gewebe, welches unseren Körper und unsere Organe zusammenhält. Sie bestehen aus etwa 70 Billionen Zellen. Die Faszie ist das 3-D-Spinnennetz aus faserigen, klebrigen und nassen Proteinen, die in der richtigen Platzierung alles zusammenhalten.

Faszien haben grossen Einfluss auf unsere Schmerzempfindlichkeit, auf unsere Beweglichkeit und Leistungsfähigkeit, schlussendlich also auf unsere Gesundheit. Sind sie verklebt, verdreht oder verhärtet, kann dies zu Beschwerden führen. Angefangen bei Nacken- und Gelenkschmerzen über Schulter- und Rücken-, bis hin zu Bauchschmerzen.

Durch Überdehnung oder Überbeanspruchung der Muskeln kommt es im Fasziengewebe ebenfalls zu Verletzungen – spürbar als Muskelkater oder, weit schlimmer, Muskelzerrung. Grösster Feind der Faszien sind Stress und Mangel an Bewegung. Ist das Fasziengewebe hochelastisch, geschmeidig und belastbar, kann der Sportler hingegen seine optimale körperliche Leistungsfähigkeit abrufen. Trainierte Faszien garantieren ebenfalls eine wirkungsvolle Verletzungsprophylaxe.

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So trainieren Sie Ihre Faszien

Dance Baby, dance!

Stress, Mangel an Bewegung und Fehlhaltungen begünstigen das Verdrehen und Verkleben der Faszien. Das schränkt letztlich die Bewegungsfähigkeit und die Flexibilität ein. Ein probates Faszientraining, das nichts kostet und garantiert Spass macht, ist der Tanz! Regelmässig tanzen spricht unzählige Muskelgruppen an und hält die Faszien geschmeidig.

Die am weitesten verbreitete Form des Faszientrainings ist heutzutage die Eigenmassage mit der Foam Roll. Hollywoodstars und Spitzensportler schwören auf die kleine Schaumstoffrolle. Kritiker hingegen führen ins Feld, dass einfache Gymnastikübungen genauso effizient sein können. So oder so: Letztendlich sollen mit dem Faszientraining die Regeneration beschleunigt und der Muskelkater verhindert werden.

Die angesagten Massagerollen gibt es in verschiedenen Modellen, Härtegraden und Preiskategorien (von CHF 15 bis CHF 60). Bekannteste Marken sind «Blackroll» und «Trigger Point». Anfänger wählen mit Vorteil eine weiche Ausführung, Fortgeschrittene setzen auf härtere Modelle. Um einen Effekt zu spüren, sollte drei- bis viermal pro Woche gut 15 Minuten trainiert werden. Dabei gleiten Arme, Beine oder Po über die Rolle. Der entstehende Druck führt unter anderem zu einer verstärkten Durchblutung der Muskulatur, wodurch die Regeneration intensiviert werden soll.

Publiziert am 27.02.2017,

von Flavian Cajacob


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