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Gesünder leben?

Warum wir schwimmen sollten

Schwimmen gilt als die technisch anspruchsvollste Ausdauersportart. Dank der minimalen Belastung ist sie auch eine der gesündesten.

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Die Tücken der Technik

Schwimmen erfordert ein hohes Mass an Technik und gilt nicht umsonst als eine der anspruchsvollsten Ausdauersportarten.

Wer sich der Vorteile des Schwimmsports besinnt, wird seine Aktivitäten im Wasser nicht nur auf die warme Jahreszeit beschränken. Schwimmen ist ein gelenkschonender Ausdauersport. «Im Wasser wiegen wir nur etwa ein Zehntel unseres Gewichts, der Auftrieb sorgt für Leichtigkeit. Wir haben – im Gegensatz zum Laufen – fast keine Belastungen», sagt Turn- und Sportlehrerin Sabine Schnurrenberger, die an der Universität Basel doziert. Auch werden Muskelgruppen im ganzen Körper beansprucht. Mit den Armen ziehen wir uns im Wasser nach vorne, während die Beine den Körper stabilisieren. «Schwimmen ist ein relativ ganzheitliches Training, das auch sanft Kraft aufbaut, wenn man die Bewegungen richtig ausführt.»

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Brustschwimmen

Richtig ist es, das Gesicht in der Gleitphase ins Wasser zu senken und dabei auszuatmen, statt den Kopf über Wasser zu halten und dabei den Nacken nach hinten zu überstrecken. Brustschwimmen ist koordinativ anspruchsvoll, denn die Armzüge und Beinschläge laufen leicht versetzt. Die korrekte symmetrische Beinbewegung ist technisch eines der schwierigsten Schwimmelemente überhaupt.

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Kraul

Anspruchsvoll beim Kraul ist die Koordination der Armzüge mit der Atmung: Es wird wechselseitig bei jedem zweiten oder dritten Armzug zur Seite ein- und ins Wasser ausgeatmet. Dazu koordiniert man den Armzug, sodass er den Wasserwiderstand optimal für den Vortrieb nutzt. Die Beinschläge sorgen für Antrieb und stabilisieren die Wasserlage, damit die Hüfte nicht zu stark seitlich hin- und herkippt.

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Rückenkraul

Der Vorteil ist, dass Mund und Nase permanent über Wasser bleiben. Diese Technik stärkt besonders die obere Rückenmuskulatur, denn hier zieht man mehr über die Körperrückseite. Der Beinschlag stabilisiert und gibt Antrieb. Manchen Schwimmern fällt es schwer, Kontrolle abzugeben, weil sie nicht sehen, wohin sie schwimmen.

Brustschwimmen

Richtig ist es, das Gesicht in der Gleitphase ins Wasser zu senken und dabei auszuatmen, statt den Kopf über Wasser zu halten und dabei den Nacken nach hinten zu überstrecken. Brustschwimmen ist koordinativ anspruchsvoll, denn die Armzüge und Beinschläge laufen leicht versetzt. Die korrekte symmetrische Beinbewegung ist technisch eines der schwierigsten Schwimmelemente überhaupt.

Dabei erzeugt die Dichte des Wassers Widerstand. Unsere Bewegungen sind langsamer, aber kraftvoller als im Trockenen. Gestärkt werden in erster Linie Rücken, Schultern und Arme. Bei den Schwimmprofis ist deshalb oft die typisch v-förmige Figur erkennbar.

«Temperatur und Wasserdruck beeinflussen die Aktivität des Herz-Kreislauf- Systems und der Atmung. So ist etwa die Herzfrequenz im Wasser bei einer vergleichbaren Belastung tiefer als an Land. Auch muss die Atemmuskulatur wegen des Drucks stärker arbeiten», erklärt Fabio Capraro, Dozent für Schwimmen an der Uni Basel. Er rät vor einem Sprung ins kühle Nass ab. «Abruptes Eintauchen in kaltes Wasser führt zu einem kurzfristigen Blutdruckanstieg», so der Experte. Der Körper sollte sich langsam angewöhnen. Auch der Ausstieg sollte nicht zu hastig erfolgen, damit der Kreislauf nicht kollabiert, wenn sich die Gefässe wieder erweitern.

Gespür für Wasser entwickeln

Bei längeren Einheiten empfinden wir eine Wassertemperatur von 24 bis 26 Grad als angenehm. Bei 26 Grad liegt der Wärmeaustausch von Körper und Wasser im Gleichgewicht. Ist das Wasser kälter oder wärmer, muss der Körper zusätzliche Energie mobilisieren, um die Temperatur des Körpers zu regulieren. Er verbraucht Kalorien und zapft dabei auch Fettdepots an. «Der Kalorienverbrauch beim Schwimmen liegt theoretisch in etwa zwischen Laufen und Radfahren», so Fabio Capraro: «Ob wir mehr oder weniger Kalorien verbrauchen, hängt nicht so sehr von den verschiedenen Schwimmstilen ab, sondern in erster Linie von der Qualität der Technik und der Intensität der Bewegung.»

Schwimmen gilt als die technisch anspruchsvollste Ausdauersportart. Wer es als figurformendes Training einsetzen und eine Art meditative Entspannung erleben möchte, muss sich mit der Technik vertraut machen. «Dazu sollte man ein Gefühl für das Wasser entwickeln», ergänzt Sportlehrerin Sabine Schnurrenberger: «Es gilt, den Widerstand wahrzunehmen und zu lernen, sich an ihm vorwärtszuziehen. – Wir müssen mit dem Wasser zusammenarbeiten, es ist unser Trainingspartner.»


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