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Gesünder leben?

Wer auf den Hund kommt, lebt gesünder

Bello und Co. haben eine positive Wirkung auf die Gesundheit ihrer Besitzer.

Wie eine neue Forschung aus der schwedischen Universität Uppsala zeigt, leben Hundehalter länger als Menschen ohne Vierbeiner. Laut Psychotherapeutin Karin Hediger (33) muss es nicht unbedingt ein Hund sein: jede Beziehung zu einem Tier hat einen positiven Effekt. Frau Hediger forscht an der Universität Basel zur Mensch-Tier-Beziehung.

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Hundebesitzer leben länger und erkranken seltener an Herz-Kreislauf-Leiden. Wie erklärt sich das?

Hunde reduzieren wahrscheinlich psychosoziale Stressfaktoren, wie etwa Einsamkeit. Soziale Beziehungen wirken vorbeugend auf psychische und physische Erkrankungen. Hunde sind soziale Tiere, die den fehlenden Kontakt zu anderen Menschen bis zu einem gewissen Grad ausgleichen können.

Treten Hundebesitzer dank ihres Vierbeiners leichter in Kontakt mit anderen Menschen?

Mit Hund wird man im öffentlichen Raum mehr angelächelt und mehr angesprochen, das ist durch Studien belegt. Allgemein wird einem mit Hund mehr Vertrauen entgegengebracht. Man wird selber auch kommunikativer, wenn man mit Tieren zusammen ist.

Wie gross ist der positive Einfluss des Hundes auf die Bewegung?

Mit Hund bewegt man sich mehr, das ist belegt. Besonders gross ist der Effekt eines Hundes auf das Bewegungsverhalten in Singlehaushalten. (lesen Sie unten weiter...)

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Zahlen und Fakten
  • An der Universität Uppsala sammelten und analysierten Wissenschaftler während zwölf Jahren Daten von 3,4 Millionen Schweden. Dabei zeigte sich, dass insbesondere Menschen mit wenig sozialen Kontakten von tierischer Gesellschaft profitieren: Die Sterblichkeit von Singles mit Hund war während der Untersuchung um 33 Prozent geringer, und das Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, war 11 Prozent tiefer als bei Alleinstehenden ohne Hund.
  • Bis 1992 waren im chinesischen Peking, Schanghai und Guangzhou Haustiere offiziell verboten. Nach Aufhebung des Verbots zeigte sich die gesundheitsfördernde Wirkung von Tieren: Hundehalter bewegten sich häufiger, schliefen besser, fühlten sich aktiver, hatten weniger Arbeitsausfälle und gingen seltener zum Arzt.
  • Die Gesundheitskosten pro Kopf beliefen sich 2015 in der Schweiz auf knapp 10 000 Franken. Im Vergleich dazu ist ein Hund relativ günstig. 1,3 Milliarden Franken gaben Haustierhalter hierzulande 2015 für ihre tierischen Freunde aus. Pro Haushalt mit Katze oder Hund sind das jährlich 1070 Franken.
  • 522 000 Hunde und rund 1,66 Millionen Katzen lebten im Jahr 2016 in der Schweiz.

Quellen: Verband für Heimtiernahrung, BFS und KOF

Eine neuere These ist: Hunde verändern die Bakterienkultur im Körper ihrer Herrchen.

Menschen, die ein Tier im Haushalt haben, kommen mit anderen und mehr Bakterien in Kontakt als Menschen ohne Haustier. Man geht davon aus, dass Tiere das menschliche Mikrobiom – die Gesamtheit der Mikroorganismen – dadurch positiv beeinflussen. Man weiss, dass Kinder, die in Haushalten mit Tieren aufwachsen, weniger oft unter Asthma leiden als solche, die kein Haustier haben.

Sind Hunde auch Erziehungshelfer?

Es gibt einige wenige Studien, die zeigen, dass sich Haustiere positiv auf das Sozialverhalten von Kindern auswirken. Tiere können wichtige Freunde für Kinder sein und stärken deren Fähigkeiten, sich in andere Lebewesen einzufühlen.

Was empfehlen Sie Menschen, die sich keinen Hund halten können?

Eine Beziehung aufbauen kann man auch zu anderen Tieren. In unseren Therapien setzen wir auch Hühner und Meerschweinchen ein. Zudem muss das Tier nicht unbedingt im selben Haushalt leben. Man kann auch regelmässig mit einem Hund aus der Nachbarschaft spazieren gehen oder sich in einem Tierheim engagieren.

Was haben Sie selber für eine Beziehung zu Hunden?

Ich bin mit Golden Retrievern aufgewachsen. Momentan bin ich zu oft unterwegs, als dass ich mit gutem Gewissen einen Hund halten könnte. Eins darf man nicht vergessen: Wir tragen mit einem Tier immer auch eine Verantwortung – und gerade weil Tiere uns so viel geben, sollten wir ihnen ein artgerechtes Leben ermöglichen.

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von Andrea Freiermuth,

publiziert am 25.07.2018


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