Schliessen

Gesünder leben?

So motivieren Sie sich

Ziele geben unserem Leben Sinn und machen uns zu dem Menschen, der wir sind. Sie bringen uns in Fahrt, verleihen Orientierung und eröffnen immer wieder Gelegenheiten, etwas zu lernen.

«Ziele sind eine der wichtigsten Quellen für unser Wohlbefinden», sagt Veronika Brandstätter-Morawietz, Inhaberin des Lehrstuhls für Allgemeine Psychologie mit Schwerpunkt Motivation und Emotion an der Universität Zürich.

Die richtigen Ziele wählen

Aber nicht irgendwelche Ziele. Die richtigen Ziele sollten es sein. Denn auf ein falsches Ziel hinzuarbeiten, ist genauso fruchtlos, wie gar kein Ziel zu haben. «Ziele vor Augen zu haben, motiviert. Wer nichts hat, wonach er strebt, ist wunschlos unglücklich», sagt die Motivationspsychologin.

Die Motivation ist dann hoch, wenn wir Ziele verfolgen, die unseren Bedürfnissen entsprechen. Im Mittelpunkt stehen für die Motivationspsychologie dabei die emotionalen Bedürfnisse. So fühlen sich manche Menschen in geselligen Runden wohl, andere geniessen es, eine Herausforderung zu bewältigen. 

Wählt man das falsche Ziel, hat das Folgen. «Wenn sich jemand permanent überwinden muss, führt das auf Dauer zur emotionalen Erschöpfung», so Brandstätter. (lesen Sie unten weiter...)

Mehr zum Thema

Was treibt mich an?

Motivationspsychologen unterscheiden grundsätzlich zwei Formen von Mo­tivation. Wer Freude am eigenen Tun und der eigenen Entwicklung hat, ist intrinsisch motiviert, also von innen heraus angetrieben.

Fünf Tipps für die Motivation

Vorfreude: Schwelgen Sie in positiven Fantasien, bevor Sie sich ein Ziel setzen - wie schön wird es sein, wenn der Wunsch erfüllt ist. Fragen Sie sich, welche Hindernisse auf dem Weg dorthin lau­ern. Erkennen Sie, ob das Ziel für Sie erreichbar ist und Sie sich darauf einlassen wollen.

Vorbereitung: Steht das Ziel, dann überbrücken Sie Motivationslöcher und Blockaden mit konkreten Wenn-dann-Plänen und Abmachungen mit sich selbst: «Wenn ich abends müde bin (Blockade), dann ziehe ich gleich nach der Arbeit die Joggingschuhe an (Abmachung) und renne los.»

Zielsetzung: Setzen Sie sich anspruchsvolle Ziele, das mobilisiert Ihre Kräfte. Unterteilen Sie diese aber in Zwischenziele! Wenn Sie ein Ziel erreicht haben, feiern Sie und seien Sie stolz aufs Geschaffte. Dies treibt Sie fürs nächste Ziel an.

Support: Soziale Unterstützung durch Freunde und Familie können helfen, am Ball zu bleiben. Erzählen Sie Men­schen, die Ihnen nahestehen, von Ihren Zielen.

Verbesserung: Wenn einmal etwas misslingt, dann fragen Sie sich, was Sie in Zukunft besser machen können. Achten Sie dabei nur auf Aspekte, auf die Sie auch Einfluss haben.

Wer sich anstrengt, weil er am Ziel eine Belohnung erhält, wird von aussen, also extrinsisch motiviert. Sportler haben in diesem Fall das Ziel, der Beste in der Gruppe zu sein.

Um ein gestecktes Ziel zu erreichen, setzt Marc Blaser, Experte für Sportpsychologie an der Universität Bern, auf das Smart-Konzept. Es stellt sicher, dass die gesteckten Ziele unter anderem spezifisch und messbar sind.

Etwa: «Ich will zweimal pro Woche abends dreissig Minuten im Wald joggen gehen, um meine Ausdauer zu verbessern.» Weiter sollten die Ziele attraktiv, ambitioniert und relevant sein. «Wir sollten Stolz und Freude verspüren, wenn wir unser Ziel erreicht haben», sagt Marc Blaser.

Stolpersteine erkennen

Ein zu einfaches Ziel gibt keinen Anlass zur Freude, ein zu hoch gestecktes hingegen blockiert. An einem festgesetzten Datum ziehen wir dann Bilanz: Habe ich das Ziel erreicht? Falls ja, warum und wie geht es weiter? Falls nein, weshalb? Was muss ich ändern?

Brandstätter empfiehlt, zuerst einmal in positiven Fantasien zu schwelgen. «Das Schwelgen gibt einen freudvollen Vorgeschmack auf die Zielerreichung. Fragen Sie sich, worauf Sie sich freuen, wenn Sie das Ziel erreicht haben. Stellen Sie sich vor, was Sie erwartet, wenn es so weit ist.»

Ebenso wichtig ist es aber, die Stolpersteine zu erkennen und eine Gegenstrategie in einen verbindlichen Wenn-dann-Vorsatz zu giessen. So schön das Schwelgen ist, alleine führt es noch nicht zum Ziel.

von Silvia Schütz,

publiziert am 07.03.2018

Weiterlesen


Das könnte Sie interessieren: