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Deshalb liebe ich mein E-Bike

Den Wind im Haar spüren und sich frei fühlen. Ein Sport- und Freizeitgerät, das zahlreiche Downhill-Fahrten pro Tag ermöglicht. Eine gute Familienvariante zum schweren Stahlvelo. Eine umweltfreundliche Art, unverschwitzt zur Arbeit zu fahren. All das und mehr ist das E-Bike. Neun E-Biker erzählen. 

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Familie Anna Steinmann und David Smith mit der 3-jährigen Olivia, Winterthur

Private Situation: lebt in Partnerschaft. Seit E-Bikes im Haushalt vorhanden sind, fristet das Auto ein einsames Dasein.

Seit sie das stylische Stahlvelo (rund 21 kg) gegen ein E-Bike eingetauscht hat, ist Anna Steinmann begeisterte E-Bikerin. Sie bereut diesen Entscheid keine Sekunde. Vor allem, weil es einfach ist, ihr Kleinkind auf dem Velo mit Anhänger zu transportieren.

Warum fahren Sie E-Bike?

Wir haben ein Auto und hatten beide ein reguläres Velo. Ich hatte vor zwei Jahren ein neues Ibex-Velo gekauft, welches ich selbst zusammengestellt hatte. Ich dachte ein neues Velo wäre eine super Idee, da wir eine einjährige Tochter hatten. Leider hat sich dann relativ rasch herausgestellt, dass das stylische Stahlvelo viel zu schwer (rund 21 kg) ist, um ein Kleinkind auf dem Velo mit Anhänger zu transportieren. Mein Mann ist dann eines Tages mit einem E-Bike nach Hause gekommen, weil es ein guter «Deal» war. Wir haben beide das Rad ausprobiert und waren auf Anhieb total begeistert. Kurz darauf habe ich mein schönes Stahlvelo gegen ein E-Bike eingetauscht. Und ich bereue diesen Entscheid keine Sekunde.

Was bringt das E-Bike an Lebensqualität?

«It’s life-changing.» Wir machen jetzt viel mehr mit dem Velo. Auch mal grössere Einkäufe mit Anhänger und Kind im Kindersitz. Das Auto brauchen wir eigentlich nur noch für sehr weite Strecken oder wenn mein Mann zur Arbeit fährt von Winterthur ins Toggenburg.

Ein Kind plus Gepäck auf dem Stahlvelo zu schleppen, war einfach viel zu anstrengend. Wir (die Eltern) sind zwar beide sehr fit, aber das Velofahren war mehr Last als Nutzen. Jetzt «fliegen» wir durch die Stadt. Es macht richtig Spass und das schnellere Tempo ist einfach herrlich! Alles ist viel leichter und spontaner geworden.

Was an Bewegung?

Wir bewegen uns mit den E-Bikes noch viel mehr, weil wir eher mal schnell auf einen der Hügel in Winterthur radeln. Auch weitere Ausflüge sind jetzt ein Genuss, zum Beispiel zum Baden an die Thur. Mit Badezeug, Grill, Food und Holz im Anhänger. Wir denken nicht zweimal nach über weiter entfernte oder hügelige Ausflüge.

Auch machen mein Mann und ich intern Wettbewerbe wie schnell wir zum Beispiel zum Coop und zurück radeln können mit dem E-Bike. Oder wie viele andere Velofahrer wir überholen können.

Welches ist die Lieblingsroute/-tour?

Wir haben erst vor drei Monaten umgestellt. Somit haben wir noch keine Lieblingsrouten. Aber wir scheuen keine Hügel mehr, nichts ist uns jetzt mehr zu anstrengend

Was hat Sie überrascht am Fahrverhalten des E-Bikes?

Die Mühelosigkeit sich fortzubewegen – auch mit Kind und Gepäck. Die Familien-Logistik ist viel einfacher geworden. Das neue Tempo ist herrlich!

Welche Erfahrungen haben Sie mit der Sicherheit gemacht?

Der Sicherheitsaspekt ist für uns mit dem E-Bike definitiv wieder mehr ins Zentrum gerückt. Wir tragen jetzt konsequent einen Velohelm, was wir vorher (leichtsinnigerweise) nicht immer gemacht haben. Auch sind Rechtsvortritte im Quartier etwas riskanter geworden, weil wir mit einem Tempo von rund 26 km/h auf die Kreuzung zufahren. Mit Kind auf dem Velo muss man wegen des erhöhten Tempos schon besser vorausschauen (wie beim Autofahren auch). Allerdings hat man dann durch das Tempo auch schnellere Ausweich- und Anpassungsmöglichkeiten.

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Heidi Bacchilega, 53, aus Zürich, fährt ein E-MTB Trek Rail.

Private Situation: Wohnhaft in Zürich, arbeitet in Zürich, ältester Sohn ist Velomechaniker und gibt auch privat wertvolle Tipps zu Wartung und dem Handling.

Ihr E-MTB ist für Heidi Bacchilega klar ein Sportgerät und kein Ersatz für ein Auto oder den ÖV. «Es ist auch nicht Radfahren für alte Menschen, es ist ein neues Outdoor-Erlebnis, das heute von Jung und Alt praktiziert wird». Trails sind – auch in den Bergen – ihre Leidenschaft.

Warum fahren Sie E-Bike?

Seit einer Knieoperation vor einigen Jahren bin ich stolze Besitzerin eines E-MTB. Da ich für einige Zeit kein Tennis mehr spielen durfte, empfahl mir mein Physiotherapeut Fahrrad zu fahren. Und da ich schon länger mit dem Gedanken gespielt hatte, mir ein Velo mit «Unterstützung» zu kaufen, war es genau der richtige Zeitpunkt. Ich werde ja auch nicht jünger und die Berge nicht flacher. Zuvor hatte ich ein Stadtvelo und ein klassisches MTB.

Was bringt das E-Bike an Lebensqualität?

Mein E-MTB ist für mich klar ein Sportgerät und kein Ersatz für ein Auto oder den ÖV. Es ist auch nicht Radfahren für alte Menschen, es ist ein neues Outdoor-Erlebnis, das heute von Jung und Alt praktiziert wird. Ich vergleiche es gerne mit Skifahren: Die einen lassen sich hochziehen und fahren runter, die anderen laufen hoch und fahren runter. Es sind verschiedene Sportarten. Meine Freiheit hat sich soweit erweitert, dass ich einfach losfahren kann und mir keine grossen Sorgen machen muss, ob ich es wieder nach Hause schaffe. Natürlich, wenn ich längere Touren plane, dann muss ich schauen, dass mein Akku hält. Aber meine Touren werden dank des Akkus länger und spannender. 

Was an Bewegung?

Früher musste ich mich topfit fühlen, bevor ich auf den Üetliberg fuhr. Heute kann ich einfach am Abend noch eine Tour machen, ohne dass ich danach drei Tage ausgepowert bin.

Welches ist die Lieblingsroute/-tour?

Ich habe schon einige wunderschöne Routen gemacht. Sehr begeistert hat mich die Tour im Engadin vom Piz Nair nach Bever. Ich war hier mit einer gemischten Gruppe (E-Bike und Bike) unterwegs. Wir sind alle mit der Bahn hoch und dann coole Trails gefahren und haben die wunderschöne Gegend ums Val Bever genossen.

Auch in Arosa hat es mir sehr gefallen, vor allem der Hörnlitrail macht mega Spass.

Tipp: Ich habe mir einen Mountainbike-Computer gekauft. Da habe ich die Möglichkeit, einen Rundkurs zu erstellen, bei dem ich einfach die gewünschten Kilometer eingebe und den Startort wähle, dann macht er mir verschiedene Vorschläge. Dadurch lerne ich Touren kennen, die ich nicht selber gefahren wäre.

Was hat Sie überrascht am Fahrverhalten des E-Bikes?

Ich habe mir letztes Jahr ein neues E-MTB, ein Trek Rail, gekauft und bin begeistert, dass ich fast alles machen kann wie mit einem klassischen MTB. Die Akkus sind nun stärker, kleiner und das Fahrrad allgemein wendiger. Einziger Nachteil: Es ist nach wie vor schwer und wenn ich es in den Zug hieven muss, bin ich schon froh, wenn mir jemand hilft.

Welche Erfahrungen haben Sie mit der Sicherheit gemacht?

Ich trage immer einen Helm und Handschuhe. Im Rucksack ist immer mein Vorder- und Rücklicht dabei. Dies ist ganz wichtig, auch wenn man am Morgen losgeht. Man weiss nie, was der Tag noch bringt und Licht ist einfach sehr wichtig. Zusätzlich habe ich einen Tag lang einen Bikelehrer gebucht und mich von ihm coachen lassen. Das würde ich allen empfehlen. Ich war bei den www.bikebuebe.ch, das sind zertifizierte MTB-Guides. Gute Kurse gibt’s auch bei mobilsein-mobilbleiben.ch/kurse

Was ich sonst noch sagen will:

E-MTB ist ein Sport und es gibt seit 2019 auch Weltmeisterschaften.

(Fortsetzung weiter unten…)

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Conny Himmelberger (52) mit Ilias Petkoglou (53), Gossau ZH

Private Situation: verheiratet, wohnhaft in Gossau ZH

Eine der letzten mehrtägigen Touren von Conny Himmelberger und Ilias Petkoglou waren drei Tage Solothurn und Umgebung mit dem E-Bike – «herrlich!» Gerade in Corona-Zeiten lernen sie die Schweiz trotz Knieproblemen mit dem E-Bike ganz neu kennen (Anfahrt Auto). «Ich weiss selten im Voraus, wohin die Fahrt geht. Mein Motto: immer auf zu neuen Zielen und Neues entdecken», so Conny.

Warum fahren Sie E-Bike?

Conny: Es fing damit an, dass wir gesundheitliche Probleme hatten mit den Knien. Die häufigen Spaziergänge und Wanderungen reduzierten sich stets. Am Schluss fielen sie ganz weg. Dann kaufte ich vor zehn Jahren ein E-Bike mit Unterstützung von 25 km/h. Das war zusätzlich praktisch, weil wir an einem Hang wohnen.

Was bringt das E-Bike an Lebensqualität?

Conny: Auf dem Velo haben wir das Gefühl: Freiheit pur mit Wind in den Haaren (obwohl wir natürlich einen Helm tragen). Wir haben einen Veloträger am Auto und erreichen so jeden Ausgangspunkt für eine Tour.  Eine der letzten mehrtägigen Touren waren drei Tage Solothurn und Umgebungmit dem E-Bike – herrlich! Gerade in Corona-Zeiten lernen wir die Schweiz mit dem E-Bike ganz neu kennen (Anfahrt Auto).

Was an Bewegung?

Ilias: Ohne E-Bike würde ich keine Touren unternehmen, deshalb verhilft mir das unterstützte Bike auf jeden Fall zu mehr Bewegung. Ich betätige mich gerne körperlich und hoffe, mit meinen neuen Knien auch wieder laufen und wandern zu können. Das E-Bike mit 25 km/h benutzte ich ursprünglich für den Arbeitsweg. Nachdem wir umgezogen sind, ist es zu weit. Nach der Knie-OP benutzte ich volle Unterstützung, nachher verminderte ich sie zusehends. Jetzt muss ich mich wirklich anstrengen und komme oft ins Schwitzen. Das freut mich, denn ich möchte mich gerne spüren.

Welches ist die Lieblingsroute/-tour?

Conny: Das Schönste ist, wenn ich alleine unterwegs bin rund um Gossau und nicht weiss, ob rechts oder links, sondern ein schönes Weglein sehe und es spontan befahre. Ich weiss selten im Voraus, wohin die Fahrt geht. Ich fahre am liebsten an Gewässern entlang. Mein Motto: immer auf zu neuen Zielen. Touren zeichne ich mit Komoot auf und teile sie mit Kolleginnen, die auch gerne Neues ausprobieren. Auf Komoot erhalte ich inspirierende Vorschläge anderer Leute.

Was hat Sie überrascht am Fahrverhalten des E-Bikes?

Conny: Die Kraft, die unterstützend dazu kommt. Sie birgt aber auch Gefahren, etwa Autos, die deine Schnellikgkeit unterschätzen. Viele realisieren nicht, dass ich auf einem E-Bike unterwegs bin. Sie überholen dann oft zu knapp und unterschätzen mein Tempo. Abseits der Strassen schaue ich voraus, um genug früh schalten zu können. Treffe ich auf Fussgänger oder Reiter mit Pferden, mache ich weit im Voraus auf mich aufmerksam und sage: Ich komme mit dem E-Bike und überhole links. 

Zum Handeln ist das E-Bike easy. Ich hatte recht schnell das Gefühl für Schaltung, Motor und Bremse.

Welche Erfahrungen haben Sie mit der Sicherheit gemacht?

Erhöhte Aufmerksamkeit mit den Autofahrern, ansonsten fühle ich mich sehr sicher. Wir sind ja auch nicht die Stadtfahrer, sondern wir fahren auf einsamen Wegen. Strassenverkehr meiden wir. Helm und Velohosen gehören dazu, Handschuhe aber brauche ich nicht.

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Reto Fehr (41) aus Dürnten ZH

Private Situation: verheiratet, wohnhaft in Dürnten ZH, arbeitet in Zürich. Ältester Sohn seit Sommer im Chindsgi und übt schon fleissig auf seinem eigenen Velo. Über seine «Tour dur d’Schwiiz» hat Reto Fehr ein Buch geschrieben. 

Reto Fehr (41) bereiste 2015 alle Schweizer Gemeinden mit dem normalen Bike und 20 kg Gepäck. Jetzt ist er umgestiegen auf E-Bike und sagt: «Ich wohne 35 Kilometer weg vom Büro. 35 Kilometer würden mir mit meinem normalen Mountainbike zu lange dauern. Mit dem E-Bike schaffe ich einen Weg in knapp einer Stunde und 15 Minuten. Das ist zumutbar.»

Warum fahren Sie E-Bike?

Ich war vor dem E-Bike oft mit dem normalen Velo unterwegs. Mit kleinen Kindern konnten wir dann aber keine Velotouren machen oder Einkäufe erledigen. Dank dem E-Bike ist auch das Ziehen eines Anhängers wieder problemlos möglich. Aktuell kann ich die «Kinder-Ausrede» gut bringen und ein E-Bike rechtfertigen. Gefühlt werde ich das E-Bike aber nicht zurückgeben, sobald die Kinder selbst Velo fahren ;-) Es ist einfach so praktisch.

Was bringt das E-Bike an Lebensqualität?

Ein Velo bedeutet für mich Freiheit. Man ist so schnell irgendwo und muss nie Parkplätze suchen. Zudem gefällt mir das Fahrtempo. Zu Fuss ist man zu langsam unterwegs, um wirklich weit zu kommen, mit dem Auto ist man zu schnell und verpasst zu viel. Mit dem Velo bist du mitten drin. Spürst den Wind, riechst die Umgebung, hörst die Umgebungsgeräusche und merkst, sobald die Strasse leicht ansteigt oder runter führt. Mit dem Velo einmal befahrene Strecken vergisst du meist nicht mehr. 

Zudem geniesse ich meinen Arbeitsweg mit dem Velo viel mehr. Der Sonnenaufgang und die Stimmung am Morgen in der Natur ist nicht mit der im vollen Zug zu vergleichen. Für die Heimfahrt muss ich mich auch an keinen Fahrplan halten und kann je nach Wetter und Laune auch noch eine Schlaufe anhängen. Dann komme ich heim, habe schon Sport gemacht und kann die Familie geniessen.

Was an Bewegung?

Das E-Bike ermöglicht mir auch die 35 Kilometer ins Büro zurückzulegen. Und wenn ich nach einem langen Tag im Büro mal doch nicht mehr so fit bin, unterstützt es mich, innert nützlicher Frist Zuhause anzukommen. Dazu gibt’s im Alltag, zum Beispiel beim Einkaufen oder auf dem Weg in die Badi, mehr Bewegung und wir können trotz kleinen Kindern wieder kleine Velotouren machen.

Welches ist die Lieblingsroute/-tour?

Unsere Familienvelotouren führen oft irgendwo ins Tösstal. Eine E-Bike-Lieblingstour habe ich aber eigentlich nicht. Für Touren nehme ich weiterhin mein Mountainbike oder mein Rennvelo. Das E-Bike ist für mich mehr ein Alltagsgegenstand geworden. Falls auch der Arbeitsweg als Lieblingsroute gilt: Am Morgen dem Greifensee entlang Richtung Zürich radeln – weltklasse.

Was hat Sie überrascht am Fahrverhalten des E-Bikes?

Es gibt nichts Besseres, als die ersten Meter im Turbo-Gang ;-) Überrascht war ich auch, wie schnell man eigentlich die 25 km/h überschreitet und dann doch mit eigener Muskelkraft fahren kann/muss.

Welche Erfahrungen haben Sie mit der Sicherheit gemacht?

Ein Helm gehört immer dazu, egal wie kurz die Strecke ist. Im Strassenverkehr muss man sich bewusst sein, dass die Autofahrer womöglich das Tempo nicht richtig einschätzen können. Sobald der Kinderanhänger dran ist, versuche ich Hauptstrassen ohne Velostreifen zu vermeiden. Das dauert manchmal etwas länger, ist aber entspannter. 

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Niels Rot (37) aus Affoltern am Albis ZH

Private Situation: verheiratet und zwei Kinder (2 und 4 Jahre alt)

Bei der Familie Rot war und ist das E-Bike ein Auto-Ersatz aus Umweltgründen. Doch mit der Zeit hat es sich zu einem praktischen Vehikel für schöne Familienausflüge gemausert.

Warum fahren Sie E-Bike?

Wir hatten nie ein Auto und wollten aus Umweltschutzgründen auch keines. Als wir noch in der Stadt Zürich wohnten, konnten wir alles mit dem Velo erledigen. Vor einem Jahr sind wir nach Affoltern am Albis gezogen und ich musste mir überlegen, wie ich zur Arbeit in Zürich fahren will. Da habe ich mir ein E-Bike angeschafft und seither fahre ich bei jedem Wetter, ausser bei eisigen Strassen, damit in die Stadt. Ich bin etwa 20 Minuten schneller als mit dem ÖV. Ich kaufe mit dem E-Bike ein und unternehme damit Ausflüge mit den Kindern.

Was bringt das E-Bike an Lebensqualität?

Es ist eine Kombination von Freiheitsgefühl und draussen sein. Ich bewege mich, aber ich komme trotzdem nie verschwitzt bei der Arbeit an. Heute morgen habe ich zum Beispiel die Nebelschwaden über den Feldern beobachtet und bereits vor der Arbeit einen schönen Moment erlebt.

Was an Bewegung?

Ich habe mich schon vorher viel bewegt, das hat sich mit dem E-Bike nicht geändert. Wir fahren mit unseren beiden Kindern gerne Velotouren, die nun mit dem E-Bike etwas leichter zu bewältigen sind. Die Kinder sitzen dann je in einem Kindersitz vorne und hinten.

Welches ist die Lieblingsroute/-tour?

Das Säuliamt ist wunderschön für Velotouren. Eine meiner Lieblingstouren führt von Affoltern am Alibis zum Kloster Kappel und weiter zum Türlersee.

Was hat Sie beim E-Bike überrascht?

Die Servicekosten sind höher als ich es erwartet hätte. Da ich mein E-Bike fünf Tage in der Woche benütze, muss ich es sicher zweimal im Jahr zum Service bringen, der jeweils mehrere 100 Franken kostet.

Welche Erfahrungen haben Sie mit der Sicherheit gemacht?

Ich fahre immer mit einem Helm und halte mich an das Tempolimit. In Quartierstrassen fahre ich etwas langsamer als erlaubt und versuche Strassen mit wenig Verkehr und wenigen Ampeln zu nutzen. Strassen, auf denen es keinen Veloweg gibt, nutze ich fast nie.

(Fortsetzung weiter unten…)

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ZUM DOSSIER
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Sandra Nady (34) aus Veyrier (GE)

Private Situation: verheiratet

Warum haben Sie sich für ein Elektrovelo entschieden?

Mein Mann hatte bereits eines und ermutigte mich zu diesem Schritt. Das habe ich im Februar 2021 dann getan. Ich bereue diese Entscheidung überhaupt nicht und fahre jetzt jeden Tag mit meinem E-Bike zur Arbeit. Die Fahrt dauert etwa 15 Minuten, meist auf Radwegen.

Wird dadurch Ihre Lebensqualität verbessert?

Ich komme aus der Region Paris und war früher viel mit dem Auto unterwegs. Ich habe viel Zeit im Stau oder bei der Suche nach einem Parkplatz verschwendet. Mit einem Elektrovelo kann ich zwei Minuten vor einem Termin ankommen und finde immer einen Parkplatz. Und abends, auf der Heimfahrt, kann ich nach einem anstrengenden Tag den Kopf frei bekommen. Beim Velofahren bin ich jedes Mal gut gelaunt. Deshalb habe ich beschlossen, mein Auto zu verkaufen.

Welchen Rat würden Sie jemandem geben, der ein E-Bike kaufen möchte?

Für mich ist es sehr wichtig, in Zubehör zu investieren. Man braucht natürlich einen Helm. Ich habe mich für ein Modell mit integriertem Blinker entschieden, den ich mit dem Lenker bedienen kann, eine praktische Gepäcktasche, die ich schnell auf- und wieder absetzen kann, und vor allem einen Rückspiegel. Das ist alles sehr wichtig.

Wie gut ist das Verhältnis zwischen Velo- und Autofahrern auf der Strasse?

Natürlich gibt es ab und zu Leute, die sich aufregen, aber das ist schon eher selten. Im Grossen und Ganzen sind die Autofahrer zuvorkommend. Das Fahren mit einem Elektrovelo erfordert jedoch Konzentration. In Genf gibt es viele Trams, was manche Strecken anspruchsvoller machen kann.

Sind Sie schon einmal gestürzt?

Ja, zweimal, aber es war meine Schuld. Die beiden Verletzungen waren kein Zufall und haben meine positive Einstellung nicht getrübt. Ich werde weiterhin mit dem Velo unterwegs sein.

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Wolfram Schmidt (44) aus Genf

Private Situation: verheiratet

Was hat Sie dazu bewogen, ein Elektrovelo zu kaufen?

Ich habe es nicht gekauft, sondern vor zwei Jahren von meinem Vater erhalten, der Parkinson hat. Seitdem fahre ich damit zur Arbeit. Bei Regen nehme ich den Bus oder das Auto. Ein E-Bike ist für mich sehr praktisch, weil es auf dem Heimweg bergauf geht. Trotz dieser Tatsache ist die Reisezeit mit dem Velo kürzer als mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Auto.

Wird dadurch Ihre Lebensqualität verbessert?

Ja, eindeutig. Morgens atme ich frische Luft und abends kann ich beim Velofahren eine Pause einlegen oder den Tag Revue passieren lassen. Allgemein sehe ich auf den Velos eher glückliche und in den Autos eher gestresste Menschen, was ich auch auf mich zutrifft, wenn ich am Steuer bin.

Haben Sie das Gefühl, dass Sie mehr Sport treiben?

Ich habe festgestellt, dass ich, wenn ich mit dem Velo von der Arbeit nach Hause fahre, gut gelaunt bin und oft die Energie habe, noch in meinem Quartier joggen zu gehen. Wenn ich jedoch mit dem Bus oder dem Auto unterwegs bin, bleibe ich danach meist auf dem Sofa ...

Was hat Sie beim Elektrovelo am meisten überrascht?

Natürlich lassen sich Steigungen leichter überwinden, aber auch der Radius wird viel grösser. An unseren freien Tagen machen meine Frau und ich Velotouren. Wir gehen zum Beispiel gerne an den öffentlichen Strand in Hermance, etwa 20 km von unserem Haus entfernt. Ach ja, noch etwas: Wir haben das Velo meiner Frau kürzlich bei SportXX Mparc la Praille gekauft. Die Bedienung und der Service waren top, ich kann die Filiale nur weiterempfehlen.

Schützen Sie sich auf besondere Weise?

Nein... Ich komme aus einer kleinen Stadt in Süddeutschland und bin immer mit dem Velo zur Schule gefahren. Ich bin sozusagen mit dem Velo aufgewachsen und fühle mich sicher mit einem Modell, das bis zu 25 km/h schnell ist. Ich habe auch in New York gelebt, wo ich mit dem Velo unterwegs war. Der Verkehr war damals viel dichter als in Genf, obwohl man auch hier vorsichtig sein muss.

Sie sind Finanzdirektor. Man stellt Sie sich eher in einem grossen Auto als auf dem Velo vor...

Das Velo zu nehmen, ist mein kleiner Beitrag zu einer nachhaltigen Mobilität. Und dann bin ich generell für eine flache Hierarchie im Unternehmen. Aus diesem Grund habe ich bei meinem Stellenantritt vor 18 Monaten in meiner Abteilung eingeführt, dass wir uns Du sagen. Mit dem Velo ins Büro zu fahren, zeigt auch, dass ich bescheiden bin und zum Team gehöre. Viele von uns kommen auf diese Weise zur Arbeit.

(Fortsetzung weiter unten…)

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Maja El Sayed (65), Pfungen ZH

Private Situation: wohnhaft in Pfungen ZH. Für die Fahrt zum Hüten ihrer Enkelinnen und Enkel in Zürich und Oberwinterthur benutzt sie bei schönem Wetter das E-Bike.

Anstatt ins Auto zu steigen um einzukaufen, schwingt sich Maja El Sayed (65) aufs Rad und braust «fröhlich los». Da sie pensioniert ist, leidet sie nicht mehr unter Zeitdruck. Fragt sie im Freundeskreis per WhatsApp für eine Ausfahrt an, ist meist jemand am Start.

Warum fahren Sie E-Bike?

Das Fahren mit dem E-Bike ist wesentlich entspannter als das Pedalen mit meinem vorherigen Rad. Obwohl es mehrere Gänge hatte, war ich in kurzer Zeit ausser Atem, da es in meinem Wohnort am Fusse des Irchels immer auf- oder abwärts geht. So kann ich mich über relativ weite Strecken bewegen, ohne total ausgepowert und verschwitzt am Ziel anzukommen.

Was bringt das E-Bike an Lebensqualität?

Meine Lust am Radfahren hat sich um ein Vielfaches gesteigert. Anstatt ins Auto zu steigen um einzukaufen, schwinge ich mich aufs Rad und brause fröhlich los. Seitdem ich allein lebe, brauche ich keine Unmengen an Essen mehr. Das Körbchen auf dem Gepäckträger reicht völlig aus. Ausserdem leide ich unter keinem Zeitdruck mehr, da ich jetzt pensioniert bin. Wenn sich das Wetter günstig präsentiert, starte ich eine WhatsApp-Umfrage, wer Zeit und Lust hat, mit mir auszufahren. Aus meinem Freundeskreis ist meistens jemand am Start. Auch allein bin ich schon losgezogen, aber zu zweit macht es mehr Spass. Ich halte mich definitiv länger draussen auf als vor dem Leben mit dem E-Bike.

Welches ist die Lieblingsroute/-tour?

Spontane Rundfahrten sind möglich, weil ich die Gegend um meinen Wohnort gut kenne. Eine meiner Lieblingsrouten ist folgende: Start in Pfungen, auf dem Veloweg steigt es steil an Richtung Dättlikon. Dort führt ein Höhenweg über Freienstein und Teufen zum Beginn des Anstiegs auf den Irchel. Unterwegs kann man an einem Aussichtspunkt (Foto) einen Blick auf den Rhein hinunterwerfen, der dort durch eine fast unberührte Natur zieht. Nach weiteren Aufwärtskurven und einem sanften Abwärtshang erreicht man Berg am Irchel. Von dort aus über Flach, Volken und Dorf, wo man am Ende Richtung Hünikon abzweigt, erreicht man Aesch und Neftenbach. Bald hat man wieder den Bahnhof Pfungen erreicht und den Kreis rund um den Irchel vervollständigt. Die Landschaft ist sehenswert, allerdings führt der Veloweg vereinzelt über die Landstrasse.

Was hat Sie überrascht am Fahrverhalten des E-Bikes?

Mit dem Fahrverhalten des E-Bikes war ich schnell vertraut, da ich seit meiner Jugend Rad fahre. Ich wuchs in Zürich auf und musste täglich mit dem Velo in einen anderen Stadtkreis in die Oberstufenschule fahren. Das Schalten ist im Prinzip gleich, nur dass ich auf dem jetzigen E-Bike auch mitten in einem Aufstieg umschalten kann und nicht schon vor dem Hügel entscheiden muss, welcher Gang der passende sein könnte. Das erleichtert die ganze Sache.

Welche Erfahrungen haben Sie mit der Sicherheit gemacht?

Da ich auch eine passionierte Autofahrerin bin, kenne ich beide Aspekte als Verkehrsteilnehmende. So bin ich auf alles gefasst, ob ich nun Auto fahre oder mit dem Velo unterwegs bin. Der einzige Knackpunkt, den ich niemals mit dem Velo zurücklegen möchte und auch nur noch in Notfällen mit dem Auto, ist der Abschnitt Limmatplatz-Bahnunterführung Langstrasse. Es gibt beidseitig einen gelben Velostreifen, der aber sehr schmal ist. Darum überholen die schnellen Radler in der Mitte der Strasse zwischen den sich kreuzenden Autos und zwar beidseitig! Plötzlich steht ein Velo quer vor dem Kühler, weil es aus einer Seitenstrasse schnellt oder über den Fussgängerstreifen rast. Ich muss also in alle Richtungen schauen und die Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h erreiche ich selten.

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Jérôme Bord (35), Peseux NE

Private Situation: Vermögensverwalter

Warum haben Sie sich für das E-Bike entschieden?

Die elektrische Unterstützung gleicht die Niveauunterschiede zwischen den Velofahrerinnen und -fahrern aus. Auf diese Weise kann ich mit Freunden fahren, die elektrische Mountainbikes haben, aber auch mit meiner Frau, die ebenfalls ein E-Bike gekauft hat. Das hat dazu geführt, dass ich noch mehr Velo fahre als früher, denn ich fahre auch noch ein mechanisches Mountainbike.

Und Sie kommen nicht in Versuchung, das traditionelle Mountainbike aufzugeben?

Nein, ich bin nicht bereit, mein mechanisches Mountainbike aufzugeben. Ich wechsle gerne von einem zum anderen, auch wenn es nicht ganz dasselbe ist ... Und dann schätze ich es als Sportler, manchmal meine Energiereserven anzapfen zu müssen, und das bietet mir das klassische Fahren. Aber wenn Sie mit einer Gruppe von motivierten E-Bikern unterwegs sind, sind Sie nach der Fahrt ebenfalls ziemlich müde.

Was haben Sie also für einen Gesamteindruck vom E-Bike?

Ich bin sehr zufrieden, denn es ist immer noch Radsport, es ist immer noch Mountainbiking: Man muss sich anstrengen, man muss in die Pedale treten. Das Tolle an der elektrischen Unterstützung ist, dass sie bei schwierigen Passagen hilft, längere Strecken möglich macht und mehr Steigung zulässt. Man muss weniger planen und auf Ausflüge verzichten, die man für zu anstrengend hält.

Gibt es negative Punkte?

Das Gewicht des E-Bikes und die Wartung des Akkus. Wenn Sie sich eine etwas ehrgeizige Route vorgenommen haben, kann es sein, dass Sie am Ende viel im Eco-Modus fahren müssen, um an Ihr Ziel zu kommen. Beim klassischen Mountainbike hingegen müssen Sie sich nur um Ihre Beine Gedanken machen ...

 

von Silvia Schütz,

veröffentlicht am 02.09.2021

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