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Gesünder leben?

Die Natur entdecken – sechs Frühlingswanderungen

Die Natur wartet darauf, neu entdeckt zu werden. Deshalb: Nichts wie rein in die Wanderschuhe und raus an die frische Luft.

Bischofszell – Kradolf: Über die Alte Brücke musst du gehn

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Gross ist die Not der Frau Hohenzorn aus Bischofszell, wie sie in den Fluten der Thur beide Söhne verliert. Sie spendet der Stadt eine Brücke über den Fluss, damit nie mehr eine Mutter solch Leid erfahren muss. Mit 116 Metern ist die um 1487 eröffnete Alte Brücke die längste mittelalterliche Natursteinbrücke der Schweiz. Ein Besuch lohnt sich nicht nur wegen ihrer krummen Form, sondern auch für die kurzweilige Wanderung nach Kradolf – in Begleitung des Wassers und mit dem Duft frischen Bärlauchs in der Nase.

Start: Bischofszell Stadt
Route: Alti Brugg – Halden – Waldhof – Kradolf
Länge: 7 km; 100 Hm Auf- und 150 Hm Abstieg
Schwierigkeit: einfach
Dauer: 2 Stunden
Besonderheit: Säckli mitnehmen und am Ufer der Thur Bärlauch sammeln.

Kreuzlingen – Uttwil: Am See mit dem geheimnisvollen Schatz

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Das Wasser tiefblau, die Buchen im hellgrünen Blätterkleid, die Wiesen leuchtend gelb und die Obstbäume verziert mit rosafarbenen und weissen Blüten – eine Frühlingswanderung am Bodensee, mal dicht am Ufer, mal durch malerische Dörfer, ist ein Fest für die Sinne. Und der See birgt einen versunkenen Schatz. Vor Bottighofen liegt in 40 Metern Tiefe der Raddampfer Jura, kollidiert 1864 in voller Fahrt und dichtem Nebel. Das denkmalgeschützte Wrack ist heute ein beliebtes Tauchziel.

Start: Kreuzlingen Hafen
Route: Seeburgpark – Bottighofen – Münsterlingen – Güttingen – Uttwil
Länge: 16 km; 80 Hm Auf- und Abstieg
Schwierigkeit: einfach
Dauer: 4 Stunden
Besonderheit: Im Seemuseum Kreuzlingen steht die Schiffsglocke der Jura.

(Fortsetzung des Artikels weiter unten …)

Amriswil – Altnau: Blueschtwandern mit dem Mittelspecht

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Der Mittelspecht hat Ansprüche: Er wohnt auf Eichen, die mindestens 100-jährig sind. In ihrer grob strukturierten Borke findet der seltene Vogel reichlich Nahrung. Der Güttinger Wald am Bodensee hat ihm einiges zu bieten. Prächtige Alteichen sind sein Markenzeichen. Eine Besonderheit ist die Eiche mit vier Stämmen. Bäumig sind aber auch Anfang und Ende der Wanderung – blühende Obstbäume so weit das Auge reicht. Schliesslich stammt jeder zweite Schweizer Apfel aus dem Thurgau.

Start: Amriswil
Route:  Hefenhofen – Sommeri – Güttinger Wald – Altnau, Kirche
Länge: 9 km; 100 Hm Auf- und Abstieg
Dauer: 2,5 Stunden
Schwierigkeit: einfach
Besonderheit: Bräteln mit Seesicht – an der Feuerstelle Waldheim kurz vor Altnau.

Noiraigue – Creux du Van: Nervenkitzel über der Naturarena

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Die Logenplätze in diesem Amphitheater sind ausgesprochen luftig: Bis zu 200 Meter hohe, nahezu senkrechte Felswände formen den Creux du Van, wer sich wie die Steinböcke an den Rand der Felsarena wagt, erlebt einen umwerfenden Blick über den Neuenburger Jura bis ins Mittelland. Erklommen wird die Aussichtskanzel auf einem steilen Weg mit vierzehn Haarnadelkurven. Ob einen dabei der Luchs beobachtet? Im ältesten Naturschutzgebiet der Schweiz fühlt er sich wohl.

Start: Noiraigue
Route: Le Cernil – Les Oeillons – Creux du Van – Ferme Robert – Noiraigue
Länge: 12 km; 750 Hm Auf- und Abstieg
Dauer: 4,5 h
Schwierigkeit: anspruchsvoll
Besonderheit: In der Ferme du Soliat übernachten und über dem Creux du Van den Sonnenaufgang bewundern.

Meride – Monte San Giorgio: 243 Millionen Jahre Weltkulturerbe unter den Füssen

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Messerscharfe Zähne, riesige Schnauze, 2,80 Meter Länge: Der Ticinosuchus war ein furchterregender Dinosaurier. Gelebt hat er vor 243 Millionen Jahren am Monte San Giorgio, als dessen Gestein sich noch in Afrika befand. Der Berg hat bis heute 20‘000 Fossilien aus dem Mittleren Trias freigegeben, das reicht für den Status UNESCO Weltkulturerbe. Und das Prädikat «fantastisch» erhält die Aussicht vom Gipfel auf den Lago di Lugano und die noch winterlichen Alpen.

Start: Meride
Route: Cassina – Forello – Monte San Giorgio – Alpe di Brusino – Brusino Arsizio
Länge: 7,5 km; 600 Hm Auf- und 900 Hm Abstieg
Dauer: 3,5 Stunden
Schwierigkeit: mittel
Besonderheit: Im Fossilienmuseum Meride die Geschichte der Dinos hautnah erleben.

(Fortsetzung des Artikels weiter unten …)

Gut vorbereitet unterwegs

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San Rocco – Cantine di Gandria: Bergwanderung mit Schiffsanschluss und Seegenuss

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Exotischer kann eine Bergwanderung nicht sein: Der höchste Punkt liegt auf 330 Metern, Start und Ziel sind nur per Schiff erreichbar, bei Starkregen ist der der Weg aus Sicherheitsgründen zu. Lacht hingegen die Sonne, frohlockt das Herz. Zwischen S. Rocco und Cantine di Gandria wandert man stets am tiefblauen Wasser des Lago di Lugano, mal so dicht, dass die Schuhe nass werden, dann wieder auf kühnen Treppen und um Felsvorsprünge von einer Bucht zur nächsten. Hungern muss man dabei nicht – vier Grotti mit Tessiner Spezialitäten sei Dank.

Start: S. Rocco (lago)
Route: Caprino – Cantine di Gandria – Museo doganale svizzero
Länge: 4 km; 200 Hm Auf- und Abstieg
Dauer: 2 Stunden
Schwierigkeit: mittel
Besonderheit: Von Schmuggel bis Schlagbaum – das Zollmuseum zeigt, was an der Grenze läuft.

Vom Wandern im Frühling

Der Frühling ist ideal für Wanderungen im Mittelland, im Jura und in den Voralpen. Ab Ende April sind die Wege bis 1000 Meter oft schneefrei, in den Wäldern und auf den Feldern erwacht die Natur.

Besonders reizvoll ist das helle Grün in den Laubwäldern, wenn die Sonne durch die Bäume scheint und die Farben zum Leuchten bringt. Auf den Wiesen erblicken nebst Margerite, Hahnenfuss und Löwenzahn die ersten Orchideen das Licht, während in der Höhe Krokusse dem weichenden Schnee folgen.

Ein Fest fürs Auge sind Magerwiesen: Wegen des niedrigen Nährstoffgehalts ist die Artenvielfalt gross, in allen Farben strahlen die Blumen dem Frühling entgegen. Jetzt kommen auch Wildkräutersammelnde auf ihre Rechnung. Gundermann, Spitzwegerich, Brennnessel, Giersch, Teufelskralle und Schafgarbe geben Salaten und Dips gesunde Würze.

Apropos Schnee: An schattigen Orten und an Nordhängen bleibt dieser lange liegen. Sind die Schneefelder nicht zu steil oder bei Bachquerungen einsturzgefährdet, kann man seine Tour gut fortsetzen. Bei geschlossener Schneedecke indes kehrt man besser um, auch wegen drohenden Rutschen aus Steilhängen oberhalb des Wegs.

Richtig in die Berge geht es in normalen Zeiten ab Anfang bis Mitte Juni. Dann öffnen auch die meisten Berghütten und Bergbahnen. Aufgrund von Corona können sich die Öffnungs- und Betriebszeiten nach hinten verschieben. Es wird empfohlen, sich im Voraus zu informieren.

von Daniel Fleuti,

veröffentlicht am 27.04.2020


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