Internet Explorer wird nicht mehr unterstützt

Für ein optimales Website-Erlebnis bitten wir Sie einen aktuellen Webbrowser zu nutzen.

Diese Schuh-Fails sollten Wanderer vermeiden

Um mit seinen Wanderschuhen blasen- und blessurenfrei über Stock und Stein zu kommen, lohnt es sich, beim Kauf ein bisschen Zeit zu investieren. Experten sagen, weshalb – und zeigen Schritt für Schritt, wie Sie zum perfekten Schuh kommen.

Wandern gehört zu den beliebtesten Sport-Freizeitbeschäftigungen von Herr und Frau Schweizer, mehr als die Hälfte der Bevölkerung macht sich laut der Erhebung «Sport Schweiz 2020» des Bundesamts für Sport (BASPO) regelmässig auf in Richtung Berge, Tendenz steigend. Die Gründe für den Boom liegen auf der Hand: Laut Studien lassen wir beim Wandern in der prächtigen Bergkulisse die Alltagssorgen im Tal zurück, bauen Stress ab und schütten dank körperlicher Betätigung Glückshormone aus. 

Doch um die Tour in den Alpen oder im Jura ohne Einschränkungen geniessen zu können, sind eine adäquate Bekleidung, ein praktischer Rucksack und eine gute Ausrüstung das A und O. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei den Schuhen. «Schusters Rappen» tragen unser Körpergewicht viele Höhenmeter hinauf und hinunter, sorgen dafür, dass wir jederzeit bequem und trittsicher unterwegs sind. «Ein guter Outdoorschuh ist immer auf sein Einsatzgebiet ausgerichtet, bietet Stabilität sowie guten Halt, ist auf die Fussform des Kunden abgestimmt und somit bequem, atmungsaktiv und trotzdem wasserfest, damit die Füsse trocken bleiben», betont Sascha Werner, Outdoor-Experte bei SportXX in Herblingen SH. «Auch eine gute Sohle für optimalen Grip im Gelände ist selbstverständlich.»

Schuh-Basics, die laut Werner längst nicht alle Wanderer beherzigen, weshalb «Müllers Lust» auch zum Frust werden kann. «Falsches Schuhwerk kann vieles auslösen», sagt er. «Man kriegt schwitzige oder nasse Füsse, es kann Blasen und Scheuerstellen geben. Eine schlechte Sohle gibt keinen Halt, man kann umknicken und den Knöchel verstauchen oder ausrutschen, hinfallen und sich im schlimmsten Fall verletzen.» 

Darum sind Turnschuhe auf Wanderungen ein No-Go

Ein geläufiger Fehler sei etwa, dass eine geplante Tour unterschätzt und das Thema Ausrüstung nicht ernst genug genommen werde. «Es ist nicht ratsam, mit Turnschuhen, Jeans und einem Turnbeutel auf eine Wanderung zu gehen, auch wenn diese augenscheinlich ja nicht lange oder schwer ist», gibt der Experte zu bedenken. Denn: Die Verhältnisse in der Natur können rasch ändern, ein nasser und schlammiger Wanderweg kann ungemein viel schwieriger sein als der gleiche Weg, wenn es  trocken ist. «Ein Schneefeld, das es zu überqueren gilt, kann eine einfache Wanderung sehr schnell zu einer grösseren Herausforderung machen.» Turnschuhe oder Strassen-Laufschuhe seien grundsätzlich nicht für den Einsatz im Gelände gemacht, sondern ausschliesslich auf flachen und asphaltierten Strassen einzusetzen. «Diese Schuhe sind nicht stabil und verwindungssteif, das heisst, sie schützen nicht vor tückischem Umknicken. Auch die Sohle bietet im Gelände zu wenig Halt.»

Sein dringlicher Ratschlag: Es lohne sich immer, in die Vorbereitung und in gute Ausrüstung zu investieren. Wer also beim Kauf seiner Wanderschuhe die folgenden Schritte beherzigt, läuft kaum Gefahr, dass ihm der Wanderplausch durch falsche Schuhe vergällt wird. 

Schritt 1: Das Einsatzgebiet festlegen

Je nachdem, auf welches Parkett man sich in Sachen Gelände begibt, wird ein anderer Wanderschuh benötigt – «den» Schuh fürs Gelände gibt es nicht. «Von geteerten Strassen, Kiesstrassen, Feldwegen, Waldwegen, Wiesen, Fels sowie Schnee und Eis kann alles vorkommen», sagt Werner. Zu berücksichtigen sind zudem Höhenlage, Region, Jahreszeit sowie unterschiedliche klimatische Bedingungen und unterschiedliche Temperaturen. «Gute Outdoor-Schuhe kommen mit all diesen Untergründen und Eigenheiten zurecht – sofern sie den technischen Ansprüchen bezüglich Einsatzbereich genügen.» Heisst zum Beispiel: Mit einem Multifunktionsschuh auf den Gletscher gehen sollte man keinesfalls.

Eine Übersicht über die Schuhkategorien und die entsprechenden Einsatzgebiete liefert die folgende Checkliste – es werden sechs Arten von Outdoor-Schuhen unterschieden. In jedem Fall lohnt es sich, sich beim Bestimmen des Einsatzgebiets und dem entsprechenden Schuhmodell von den Experten von SportXX vorgängig beraten zu lassen. Das kann auch per Video geschehen. Für den eigentlichen Schuhkauf inklusive Anprobe und Testen ist der Gang in Ihre Filiale hingegen unumgänglich. Mehr dazu weiter unten!

Schritt 2: Richtigen Schuhtyp wählen

  • Kategorie A: Multifunktionsschuh. Damit ist der Schuh für Lightwalker gemeint, also für leichte Geländeansprüche. Multifunktionsschuhe eignen sich zum Beispiel perfekt für Spaziergänge, Walking und Ausflügen auf guten Wegen im Flachland. Diese Modelle sind flexibler und leichter als andere Outdoor-Schuhe, bieten aufgrund des Tiefschnitts aber keinen Halt um den Knöchel.
  • Kategorie A/B: Wanderschuh. Wanderschuhe sind für leichte Wanderungen im Flachland, Mittelgebirge oder in den Voralpen vorgesehen. Sie geben der Trägerin und dem Träger mehr Halt als Multifunktionsschuhe. Sie verfügen zudem über eine flexiblere Sohle im Vergleich zur nächsthöheren Kategorie.
  • Kategorie B: Wander-/Trekkingschuh. Die Schuhkategorie B, Wander-/Trekkingschuhe, sind die beste Wahl für anspruchsvollere Wanderungen im Mittelgebirge oder in den Voralpen. Sie sind hoch geschnitten und auch beim Wandern auf normalem Gelände bequem –  trotz der mit den Trekkingschuhen vergleichbaren steifen Sohle.
  • Kategorie B/C: Trekkingschuh. Es wird nochmals ein bisschen anspruchsvoller: Trekkingschuhe sind bereits für ambitioniertes Trekking gemacht, also Einsätze im alpinen Bereich und auch schon mit Klettersteigen. Dieses Schuhmodell bietet einen Mix aus Flexibilität und Stabilität und eignet sich dadurch hervorragend für den Einsatz in felsigem Gelände.
  • Kategorie C: Bergschuh. Bergschuhe sind besonders trittsicher für Alpin-Trekking in Fels, Wand, Geröll und Gletscher und sind bedingt steigeisenfest. Da sie einen starren Schaft um den Knöchel und eine steife Aussensohle haben, verleiht dies die so wichtige Stabilität, wie sie bei schweren Trekking-Touren in unwirtlichem Gelände wie z.B. an rauen Berghängen gefordert ist.
  • Kategorie D: Hochgebirgsschuh. Die Kategorie D bezeichnet den ultimativen Hochgebirgsschuh. Dieser ist absolut verlässlich bei extremen Einsätzen im kritischen Gelände. Hochgebirgsschuhe sind speziell dafür konzipiert, felsige Berge und Gletscher zu bezwingen. Sie sind voll steigeisentauglich und bieten auch auf eisigen und rutschigen Oberflächen Halt.

(Lesen Sie unten weiter...)

Ausserdem: Die perfekte Trekking-Ausrüstung

Schritt 3: Synthetisch oder natürlich? Schuhmaterial bestimmen

Wer einen Wanderschuh aussucht, hat die Wahl zwischen Synthetik und Natur. Unter Ersterem sind Materialien wie Nylon, Gore-Tex-Membrane oder Mischvarianten vereint, die natürliche Variante besteht aus Leder. Verbreiteter sind synthetische Schuhe. 

  • Synthetische Schuhe: Diese haben den Vorteil, dass sie wasserdicht sind, ohne behandelt zu werden (Imprägnieren). Sie sind wie Lederschuhe atmungsaktiv, sorgen für ein gutes Fussklima. Vor allem Wanderer, die öfters bei Feuchtigkeit oder Regen «z Berg» gehen, sind mit der synthetischen Variante gut bedient. Insgesamt – und das sind die Nachteile – haben diese Modelle aber eine etwas kürzere Lebensdauer als Lederschuhe. Wird die Membrane zudem beschädigt, sind die Schuhe schnell undicht.
  • Lederschuhe: Diese Modelle zeichnen sich durch eine hohe Atmungsaktivität aus. Werden sie mit Imprägniermitteln behandelt, sind auch Lederschuhe wasserdicht – allerdings muss man nach dem Besprühen Abstriche bei der Atmungsaktivität machen. Zu den Nachteilen gehört, dass Lederschuhe stark Wasser aufsaugen und dadurch sehr lange brauchen, bis sie nach einer Wanderung im Regen wieder trocken sind. 

Ein Richtig oder Falsch gibt es laut dem Experten aber nicht. «Für welchen Schuh man sich letztendlich entscheidet, liegt bei dem Träger selbst», sagt Sascha Werner. «Es sind viele Komponenten, wie Preis und Komfort, die hier meist den grössten Einfluss haben.» Lassen Sie sich beraten.

Sascha Werner
Ein Schuh, der einfach bequem ist und perfekt passt, macht Spass, sorgt für Sicherheit und hält den Kopf frei für andere Dinge auf einer Wanderung.
Sascha Werner, Outdoor-Experte bei SportXX

Schritt 4: Bei der Anprobe auf einen guten Sitz achten

Die Schwierigkeits-Skala des SAC

Die SAC-Berg- und Alpinwanderskala gibt den Schwierigkeitsgrad einer Strecke an. T1 bis T2 empfehlen sich für leichtere Wanderungen, T3 bedeutet mittelschwer, T4 bis T6 sind den anspruchsvollen Wanderern und Bergsteigern vorbehalten.

  • T1: Wandern 
  • T2: Bergwandern
  • T3: Anspruchsvolles Bergwandern
  • T4: Alpinwandern
  • T5: Anspruchsvolles Alpinwandern
  • T6: Schwieriges Alpinwandern

Sind Einsatzgebiet, Schuhkategorie und Material bestimmt, geht es an den Sitz des Wanderschuhs – ein extrem wichtiger Punkt. Denn wer über Stunden einen Schuh am Fuss hat, im Gelände unterwegs ist mit einem Rucksack, der will sich nicht mit Druckstellen, Schmerzen, offenen Füssen oder Blasen rumschlagen müssen. Experte Werner: «Ein Schuh, der einfach bequem ist und perfekt passt, macht Spass, sorgt für Sicherheit und hält den Kopf frei für andere Dinge auf einer Wanderung.» Deshalb kommt der Anprobe mit professioneller Beratung in Ihrer SportXX-Filiale eine grosse Bedeutung zu. Für diese sollten Sie sich genügend Zeit reservieren. 

Werner rät, verschiedene Schuhe anzuprobieren und über eine längere Zeit probezulaufen, etwa 10 bis 15 Minuten lang – und nach Möglichkeit auf einer Wanderschuh-Teststrecke. Diese simuliert in der Regel diverse Untergründe sowie Steigungen und auch Gefälle. Gerade das Berg-Runterlaufen zu testen, ist in der Anprobe wichtig, damit die Schuhe nicht zu klein gekauft werden und die Zehen beim Bergablaufen an den Schuh stossen. «So merke ich: Hab ich genügend Platz in der Länge und Breite? Der Abstand von der grossen Zehe bis zum vorderen Einlagenrand sollte etwa eine Fingerbreite betragen.» Grundsätzlich gilt: Die Zehen müssen ausreichend Platz haben, der Schuh sollte breit genug und die Ferse gut umschlossen sein. Dies ist deshalb wichtig, weil der Fuss dann nicht ins Rutschen gerät, was zu Blasen führen könnte.

Um herauszufinden, wie sich der Schuh bergauf und bergab anfühlt, bietet sich ein Treppenhaus an. Oder, besser: Die SportXX-Filialen verfügen über einen speziellen Holzlaufsteg, der das Auf und Ab auf Wanderungen simuliert. Wichtig auch: «Wanderschuhe immer mit guten Wandersocken anprobieren, wie sie später auch auf der Wanderung getragen werden», rät Fachmann Werner. Welche das sind, sehen Sie unter Schritt 5. Eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt bei der Schuhanprobe auch die Tageszeit. Idealer als der Vormittag sind Nachmittag und Abend, da die Füsse im Verlauf des Tages anschwellen und grösser bzw. dicker werden. Anprobe-Tipps, unter anderem zur perfekten Schnürung, vermittelt dieses Video.

Ausserdem: Was Wanderer Experten fragen

Laura Stitz, Wanderexpertin bei SportXX Surseepark: Das kann man nicht verallgemeinern. Es gibt Leute, die haben noch ihr 20-jähriges Modell, andere müssen Ihre Wanderschuhe nach drei bis vier Jahren austauschen. Es gilt: Je stabiler, robuster und schwerer, desto langlebiger ist ein Schuh. Hier muss jeder für sich abwägen, ob man einen robusten, aber auch schwereren Wanderschuh will oder lieber ein leichtes Modell, das jedoch weniger beständig ist. Tipp: Trekkingschuhe können zum Teil neu besohlt werden, es muss also nicht der ganze Wanderschuh weggeworfen werden, nur weil die Sohle abgenutzt ist. Hier kann sich eine Neubesohlung durchaus lohnen!

Laura Stitz, Wanderexpertin bei SportXX Surseepark: Im Winter kommen grundsätzlich die gleichen Schuhe wie in den anderen Jahreszeiten zum Einsatz, ideal sind die Modelle ab Kategorie B oder B/C (siehe oben). Im Winter sollte man dazu aber sicher warme und evtl. dickere Socken anziehen und darauf achten, dass kein Schnee in die Schuhe gelangt. Hier leisten Gamaschen gute Dienste. Ausserdem sicherstellen, dass die Schuhe gut imprägniert und entsprechend wasserdicht sind. Dann bleiben die Füsse trocken und warm. Falls Sie eine Tour im Tiefschnee planen, finden Sie hier Tipps zu Schneeschuhlaufen.

Sascha Werner, Wander-Experte bei SportXX Herblingen: Barfussschuhe sind minimalistische Schuhe ohne Dämpfung und Stabilitätselemente. Sie simulieren das Barfusslaufen und schützen den Fuss nur minimal. Barfussschuhe kräftigen die Fussmuskulatur – erfordern aber gleichzeitig auch starke und gesunde Füsse und Gelenke. Es lohnt sich, sehr dosiert damit zu starten und dem Körper Zeit zu geben, sich daran zu gewöhnen. Auch sollten diese Modelle nur in einfachem Gelände eingesetzt werden. Bei richtigem Einsatz werden sich Ihre Füsse aber darüber freuen!

Schritt 5: Die richtigen Socken aussuchen

Für Wanderexperten ist klar: Gute Wandersocken sind das A und O. Werner: «Der beste Wanderschuh kann Probleme verursachen, wenn er mit unpassenden Socken getragen wird.» Unter guten Wandersocken versteht man, dass sie funktionell und bequem sind, über Verstärkungen an den Zehen, auf dem Spann und an der Ferse verfügen (um Reibung und Druck abzufedern), eng am Fuss sitzen, Schutz bieten und die Feuchtigkeit nach aussen transportieren. 

In Sachen Beschaffenheit gilt Ähnliches wie bei den Wanderschuhen. «Ob sie aus synthetischen oder natürlichen Materialien bestehen, ist dabei dem Träger überlassen», so Werner. Klar ist einzig: Baumwolle und Wolle sind wegen ihrer schlechten Eigenschaften tabu. Sie leiten die Feuchtigkeit nicht aus dem Schuh und sorgen für ein unangenehmes Fussklima. Besser: Merinowolle.

Merinowolle: Dieses Material hat den Vorteil, dass es im Gegensatz zu anderen Wollarten eine grosse Menge an Feuchtigkeit aufnehmen kann, ohne, dass sich das für den Träger nass anfühlt. Auch halten Socken aus Merinowolle den Fuss bei Kälte schön warm. 

Synthetische Fasern: Diese Trekkingsocken sind sehr leicht, sie trocknen zudem extrem schnell, leiten Feuchtigkeit sehr gut nach aussen. 

Zu beachten in Sachen Länge: Wandersocken sollten über den Schaft des Schuhs reichen, ansonsten rutschen sie in den Schuh – was nicht sehr angenehm ist. Wer kniehohe Trekkingsocken wählt, kann zudem von der sogenannten Kompressionsfunktion profitieren. Diese sorgt dafür, dass das Blut besser zirkuliert und sich die Füsse weniger schnell schwer anfühlen.

Ausserdem: Die schönsten Trekking-Touren

Schritt 6: Den Schuh eintragen

«Ein Schuh, der ein paar Wanderungen auf dem Buckel hat, wird tendenziell eher weicher, anschmiegsamer und dadurch bequemer», sagt Wanderexperte Sascha Werner. Heutige Modelle sind aber bereits so gut und bequem designt, dass diese meist schon von Beginn weg einen hohe Tragekomfort bieten. Trotzdem lohne es sich, vor einem wöchigen Alpentrekking ein neues Paar auf zwei bis drei Wanderungen zu testen und einzutragen, rät der Fachmann. «Bei eintägigen oder kürzeren Wanderungen ist das weniger ein Thema. Hier lohnt es sich aber, wie oben beschrieben, beim Kauf genügend Zeit in die Anprobe zu investieren.»

Schritt 7: Das ist bei der Pflege zu beachten

Wer über eine längere Zeit Freude an seinen Wanderschuhen haben möchte, sollte sie regelmässig kontrollieren und pflegen. Das heisst: Schuhe reinigen (stark verschmutzte Exemplare unter laufendem Wasser mit einer Bürste oder einem Schwamm putzen), neu imprägnieren (spätestens 24 Stunden vor der nächsten Wanderung) und generell Sorge dazu tragen. Damit ist auch gemeint, die Wanderschuhe nach einem verregneten Wandertag fachgerecht zu trocknen. Hier kann man nämlich den Fehler machen, die Schuhe in der Sonne, auf der Heizung, mit einem Haarfön oder gar im Backofen trocknen zu wollen. «Das sollte man keinesfalls tun, denn das Leder wird sonst spröde, und es können sich Verklebungen bei den Nähten lösen», sagt Sascha Werner. Richtig ist, die feuchten oder nassen Schuhe bei Zimmertemperatur trocknen zu lassen. 

Alles, was Sie rund ums Wandern wissen müssen

Die Trekking-Checkliste

Was braucht es alles, um gut für eine Mehrtageswanderung gerüstet zu sein? Unsere Checkliste verrät es Ihnen kompakt. Weiterführende Informationen für Ihre Tour vermittelt dieser Artikel. Ideen für mehrtägige Routen finden Sie in den Büchern «Bergwandern von Hütte zu Hütte», «Alpinwandern von Hütte zu Hütte», auf dem SAC-Tourenportal sowie kompakt in der Grafik oben.

Die körperliche Vorbereitung auf eine Trekkingtour betrifft zunächst die Verbesserung der Grundausdauer. Diese kann nebst einem gezielten Ausdauertraining oder auf  Joggingrunden auch im alltäglichen Leben stattfinden. Hier können längere Spaziergänge oder der zu Fuss zurückgelegte Arbeitsweg integriert werden. Das Auf und Ab einer Wanderung lässt sich mittels Treppensteigen zu Hause oder im Büro üben. Oder man schafft sich einen Stepper oder einen Crosstrainer an. Gute Dienste erweist in Sachen Bewegung im Alltag auch der iMpuls-Coach.

Hat man mehr Zeit, zum Beispiel an freien Tagen oder am Wochenende, sind Wanderungen tatsächlich die beste Vorbereitung aufs Trekking. Je nachdem, was für eine Tour ansteht, können entsprechende Strecken im eher flachen Gelände, im Jura, in den Voralpen oder in den Alpen gewählt werden. Um in Sachen Fitnessstand auf Nummer sicher zu gehen, bietet sich die Leistungsdiagnostik bei Medbase an.

Nebst einer guten Grundkondition gehört auch die Kräftigung der bei langen Wanderungen beanspruchten Muskeln dazu. «Wer trainiert, ist sicherer am Berg, hat weniger Probleme mit dem Gleichgewicht und ist daher sturzresistenter», erklärt Daniele Paar vom Migros Fitnesspark Puls 5 in Zürich. Den Grundstein legt man mit einem Training von Gesäss-, Hüft-, Oberschenkel- und Unterschenkelmuskulatur, denn beim Wandern oder Bergsteigen überwindet man über mehrere Stunden sein eigenes Körpergewicht plus Ausrüstung. Sehr wichtig ist zudem ein kontrolliertes Bergablaufen. Simuliert werden kann dies beim Krafttraining, indem der Fokus auf die negative Bewegung gelegt wird. «Negativtraining bedeutet, dass die exzentrische Arbeitsphase einer Übung betont wird, die Phase, in der sich der Muskel verlängert und das Gewicht in die Ausgangsposition zurückgebracht wird», erklärt Daniele Paar. Zu empfehlen ist für Wanderer aber auch eine Kräftigung der Rumpfmuskulatur für mehr Stabilität sowie ein Training von Schulter- und Rückenmuskeln, um das Tragen des Rucksacks auf der Tour nicht zur Tortur werden zu lassen. Weitere Kräftigungsübungen vermitteln diese Videos.

Nebst Ausdauer und kraft ist auf längeren Wanderung auch eine stets gute Balance hilfreich. Diese kann im Alltag geübt werden (zum Beispiel mit dem Velo vor der Ampel), auf einem Stand-up-Paddle, auf einem Skateboard, auf Inlineskates aber auch im Homegym, hier etwa mit Trainingsgeräten wie Balance-Pads oder -Boards. Deren Einsatz zeigt Migros-iMpuls-Trainerin Fabiana Fenuta hier vor. Wer Gadgets mag, kann auch eine Vibrationsplatte benützen – oder auch nur ein simples Kissen.

Mentale Stärke ist gefragt, wenn man sich unterwegs bisweilen etwas durchbeissen muss – oder nicht alles so läuft, wie man sich das vorgenommen oder geplant hat; wenn das Wetter umschlägt, der Körper «Stopp!» signalisiert oder die Route Überraschungen in Sachen Gelände bereithält. Diese mentale Widerstandskraft nennt man Resilienz – eine Fähigkeit, die erlernt werden kann, beispielsweise bei der Klubschule Migros. Wie resilient Sie bereits sind, können Sie mittels dieses Self-Checks herausfinden.

«Zur guten Vorbereitung auf eine Wanderung im alpinen Gelände gehört zwingend der Aspekt der Sicherheit», sagt Anita Rossel, Trekkingspezialistin bei der Alpinschule Bergfalke. Möglich sind zum Beispiel abrupte Wetterwechsel, Erdrutsche, die den Weg unterbrechen, oder Schneefelder, die die Strecke bedecken. Ob man weiterwandert oder abbricht, hängt auch mit der Ausrüstung zusammen, die man dabei hat – etwa Wanderstöcke. Im Zweifelsfall kann Umkehren die bessere Lösung sein. Dieser Artikel gibt Aufschluss darüber.

Was alles mitgenommen wird, hängt von der Art und von der Länge des Trekkings ab – und natürlich auch davon, ob im eigenen Zelt oder in einer SAC-Hütte oder gar im Hotel übernachtet wird. Auch die klimatischen Bedingungen sowie die Wetteraussichten sind beim Planen und Packen zu berücksichtigen. Die Ausrüstungsgrafik zeigt Ihnen, was nebst Proviant sowie einem kleinen Plastiksack für die Abfälle bei jedem Trekking in den Rucksack gehört.

Bleiben Sie informiert

Möchten Sie informiert bleiben zu diesem und weiteren Bewegungs-Themen? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter.

von Ringier Brand Studio / Thomas Wyss,

veröffentlicht am 30.05.2017, angepasst am 02.09.2021


Das könnte Sie interessieren:

Verschenken Sie Freude mit einem Gesundheitscoaching-Geschenkgutschein

Jetzt verschenken
saluta-49-rsi.jpg