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Gesünder leben?

Ab aufs Glatteis!

Manche machen es in Vorfreude auf den Winter, anderen blüht es beim Firmenausflug, bei einigen ist es Hobby aus Leidenschaft: das Schlittschuh laufen. Was macht die Faszination aus? Michela Streich erzählt.

Frau Streich, Sie waren als aktive Eiskunstläuferin Thurgauer Meisterin und bringen heute als Kursleiterin den Kleinsten das Eislaufen bei. Was macht die Faszination aus?

Eislaufen ist für mich einer der tollsten Sportarten, die man betreiben kann, weil sie einen vielfältig fordert und fördert. Neben den Kernkomponenten Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Schnelligkeit gehören ganz viele koordinative Abläufe wie Reaktion, Rhythmisieren, Orientieren sowie das Gleichgewicht dazu.

Was ist die Kunst des Eislaufens?

Körperliche Höchstleistungen mit einer eleganten Ausdrucksform und Haltung zu vollbringen.

Wann haben Sie sich das erste Mal aufs Glatteis begeben?

Das ist schon ein wenig länger her. Ich mag mich gut erinnern, mein Vater nahm uns oft am Sonntagmorgen mit auf die Eisbahn. Mit fünf Jahren stand ich zum ersten Mal auf den Kufen, mit sechs Jahren besuchte ich meinen ersten Eislaufkurs.

Michela Streich

Name: Michela Streich (Ledigname: Steiner)
Erster Eiskontakt: mit fünf Jahren
Jahrgang: 1986
Titel: Thurgauer Meisterin 1999 im Eiskunstlaufen
Sport: unterrichtet in ihrer Freizeit Eiskunstlaufen, ist angehende Personaltrainerin und ausgebildete TRX-und Beckenboden-Instruktorin

Warum das Schlittschuh laufen?

Ich konnte nie still sitzen, ich war und bin ein Bewegungstyp. Wir gingen schwimmen, liefen Schlittschuh und anderes mehr. Mir gefiel die Bewegung auf dem Eis am besten. Deshalb gingen ich und meine Schwester in einen Schlittschuhkurs, um die Basics zu erlernen.

Und Sie blieben dabei.

Meine Kursleiterin merkte schon bald, dass ich mehr Potential habe – und meine Eltern erlaubten mir, Privatlektionen zu nehmen. Durch meinen eisernen Willen, Disziplin und die Unterstützung meiner Eltern erzielte ich in kurzer Zeit grosse Fortschritte. Deshalb standen im Winter tägliches Eistraining, Wettkämpfe sowie Tests auf dem Programm.

Sind Sie dabei auch in den Flow gekommen?

Diesen Effekt hatte ich sehr wahrscheinlich bei jedem Training. Sobald ich ein Element nicht beherrschte oder mit der Ausführung nicht zufrieden war, übte ich solange bis es ging. Komplett fokussiert. (lesen Sie unten weiter...)

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Welches waren Ihre Vorbilder?

Als Eiskunstläuferin war es Denise Biellmann.

Warum?

Ich hatte mal das Vergnügen in Bäretswil mit ihr auf demselben Eis zu trainieren. Sie war ganz alleine auf dem Eisfeld und ich getraute mich beinahe nicht, mit einer so guten Läuferin auf dem Eis zu stehen. Sie bat mich aber dann, unbedingt aufs Eisfeld zu kommen, damit sie nicht ganz alleine sei. Dies fand ich eine tolle Geste von ihr. Nach diesem Zusammentreffen war sie nicht nur aus sportlicher Sicht mein Vorbild, sondern sie hatte mich auch mit ihrer sympathischen Art überzeugt.

Welches ist der schwierigste Sprung, den Sie in Ihrer aktiven Karriere beherrscht haben?

Das war der dreifache Salchow, den ich aber leider nur einmal in einem Sommerlager geschafft habe.

Stimmt es, dass Eislaufen die Sportart ist, die sich gut zum Anbandeln eignet?

Das kann ich aus meiner Sicht nicht sagen. Aber ich könnte mir gut vorstellen, dass ein Flirt auf dem Eisfeld ungezwungener ist als in einer Bar...

Wie oft gehen Sie heute noch aufs Eis?

Lediglich noch ein Mal die Woche als Kursleiterin für Kinder. Ich möchte mein erlerntes Wissen und meine Freude an dieser Sportart gerne weitergeben.

Wo laufen Sie heute am liebsten Schlittschuh?

Ich bevorzuge die Eisbahnen draussen an der frischen Luft sowie gefrorene Seen im Winter, falls möglich. Das ist ein einmaliges Erlebnis umgeben von einer wunderschönen Schweizer Landschaft. Am schönsten sind diese auch während der Weihnachtszeit. Mein Geheimtipp: Lago Bianco auf dem Berninapass.

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von Silvia Schütz,

publiziert am 11.06.2018


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