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Gesünder leben?

Stapfen im Schnee

Das Schneeschuhwandern hat sich vom Exotenhobby zum Breitensport entwickelt. Ein Pionier verrät die schönsten Touren.

Meine ersten Schneeschuhe habe ich vor dreissig Jahren in einem Fischer-und-Jäger-Laden in Alaska erstanden. Sie waren anderthalb Meter lang und in den Holzrahmen wie ein kunstvolles Geflecht aus Saiten gespannt, in die Bindung schnürte man sich ein. 

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Schneeschuhpionier in der Schweiz: Heinz Staffelbach.

Das erste Mal damit in der Schweiz unterwegs, war ich damit beschäftigt, den staunenden Mitreisenden meine exotischen Konstrukte zu erklären. Seither hat sich viel verändert: Nicht nur die Schneeschuhe sind praktischer, auch der Sport hat sich zu einem Breitensport entwickelt. Kein Wunder, denn es ist schlicht traumhaft schön, lautlos durch den frischen Winterpulver zu stapfen. (lesen Sie unten weiter...)

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1. Les Rasses–Chasseron–Les Rasses: die mit dem schönen Panorama

Mit den langen Bergrücken und den stillen Wäldern und Weiden eignet sich der Jura bestens für Schneeschuhtouren. Auf dem Chasseron, einem der höchsten Berge im Jura, blickt man an schönen Tagen auf mehr als 300 Kilometer Alpenpanorama. Der Beginn ist im Skigebiet Les Rasses, danach wird die Tour schnell wunderbar ruhig.

Start: Les Rasses, Bushaltestelle village 
Route: via Les Avattes auf den Chasseron (1607 m) und dann via La Bullatonne Dessous und Les Cluds zurück zum Ausgangspunkt 
Kondition: gut bis sehr gut 
Schwierigkeit: leicht 

Kennzahlen: 11,9 km, je 530 m
 Auf- und Abstieg, 4–5 Std. 
Schneeschuhverleih: Talstation in Les Rasses

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2. Riffelberg–Gornergrat–Riffelberg: die mit den Viertausendern

Kaum ein anderer Schneeschuhpfad in der Schweiz bietet eine solch grandiose und alpine Aussicht – mehr als ein Dutzend Viertausender stehen in einem weiten Kreis um den Gornergrat, darunter das Matterhorn. Die Route steigt in einem grossen Bogen über meist nur sanft aufsteigende Hänge auf den 3090 Meter hohen Gornergrat.

Start: Riffelberg 

Route: zuerst südwestlich und dann 
in einer grossen Linkskurve zum Riffelsee, dann in etwas Abstand 
zur Bahnlinie weiter zum Punkt 3037 m und zur Bergstation Gornergrat; zurück 
auf demselben Weg
 
Kondition: gut 

Schwierigkeit: leicht bis mittel 
Kennzahlen: 6,7 km, je 600 m Auf- und Abstieg, ca. 4 Std. 
Schneeschuhverleih: Zermatt

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3. Sparenmoos–Hundsrügg–Sparenmoos: die Verträumte

Das Sparenmoos bei Zweisimmen ist eine ausgedehnte Hochmoorebene. Mit ihren Tälchen, Mulden und Wäldchen ein Paradies für Langläufer und Winterwanderer. Eine abwechslungsreiche Schneeschuhroute führt über die Ebene und 300 Höhenmeter auf den Hundsrügg – ein Bergrücken mit einzigartiger Sicht auf das Berner Alpenpanorama.

Start: Sparenmoos (Busfahrplan auf sparenmoos-aktiv.ch)

Route: via Vorderen Hüsliberg und Schiltenegg auf den Hundsrügg (2047 m); zurück auf demselben Weg (oder auch auf einer direkteren Route) 
Kondition: gut 
Schwierigkeit: mittel
 
Kennzahlen: 8,6 km, je 460 m Auf- und Abstieg, 3,5–4 Std. 
Schneeschuhverleih: Zweisimmen und Sparenmoos

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4. Schächentaler Höhenweg: die mit den Beizli

Nach einem etwa anderthalbstündigen Aufstieg zum Pässchen bei der Hüenderegg ist der Weg danach praktisch nur noch eben. Durch den Pulverschnee zu stapfen, ist wunderbar, unterwegs einzukehren, um sich aufzuwärmen oder die Sonne zu geniessen, ebenso. Möglich ist dies in den Bergbeizli bei der Hüenderegg (nur an Wochenenden) und bei der Alp Selez.

Start: Eggberge Route: von der Bergstation hoch zum Gross-Fläsch-See, dann nach Ruogig und weiter nach Vorderem Weissenboden und Biel (Luftseilbahn ins Tal) 
Kondition: normal bis gut 
Schwierigkeit: leicht
 
Kennzahlen: 7,8 km, 430 m Aufstieg, 250 m Abstieg, ca. 3 Std. 
Schneeschuhverleih: Talstation der Eggberge-Luftseilbahn und Restaurant Seeblick, Eggberge

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5. Alp Sellamatt: die Gemütliche

Die grosse, leicht hügelige Terrasse bei der Alp Sellamatt mit Sicht auf die zackigen Churfirsten ist wie geschaffen für erste Schneeschuherfahrungen. Nach frischem Schneefall ist sie besonders märchenhaft. Die Route setzt sich aus zwei grossen Bögen zusammen, der östliche Teil folgt einem markierten Schneeschuhtrail, der westliche Teil einer Winterwanderroute.

Start: Alp Sellamatt
 Route: via Zinggen und Hinterlücheren nach Schribersboden, in einem grossen Bogen um den Thurtalerstofel via Engi wieder zum Schribersboden und dann zurück zur Alp Sellamatt
 
Kondition: normal
 
Schwierigkeit: einfach 

Kennzahlen: 8 km, je 330 m Auf- und Abstieg, ca. 3 Std. 
Schneeschuhverleih: Alt St. Johann und Berghotel Sellamatt

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6. Guarda–Val Tuoi–Guarda: die Stille

Eine lange Tour in ein stilles Unterengadiner Seitental: Vom Schellenurslidorf Guarda geht es durch das Val Tuoi in die «Chamonna Tuoi» des SAC. Die Hütte liegt zu Füssen des mächtigen Piz Buin. Hier kann man sich aufwärmen oder auch gleich übernachten. Die Tour kann man abkürzen, indem man nur bis zur Alp Suot stapft und dort wieder umkehrt.

Start: Guarda 
Route: von Guarda über die Hänge oder auf einer Strasse nach Clüs und von hier die Naturstrasse entlang bis zur «Chamonna Tuoi»; zurück auf demselben Weg 
Kondition: sehr gut
 
Schwierigkeit: einfach 

Kennzahlen: 14,4 km, je 650 m Auf- und Abstieg, 4,5–5,5 Std. 
Schneeschuhverleih: Zernez, Scuol

Sicher unterwegs

Auch ausgeschilderte Schneeschuhtrails können nach Schneefällen nicht sofort präpariert werden, und im tiefen Schnee kommt man bedeutend langsamer vorwärts als auf harter Unterlage. In steilerem Gelände muss auch stets die Lawinengefahr beachtet werden. Das Lawinenbulletin findet man auf
 slf.ch. Weggebote in Wildruhezonen sind zu respektieren, und man sollte generell wildtierfreundlich unterwegs sein. Tipps dazu und Karten mit Wildruhezonen gibt es unter respektiere-deine-grenzen.ch.

von Heinz Staffelbach,

publiziert am 11.06.2018


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