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Gesünder leben?

Balancierend in die Skisaison

Die St. Moritzer Skilehrer Leo (32) und Tiziano (30) sind immer in Bewegung. Im Sommer in den Bergen oder auf dem Velo, im Winter auf den Skiern. Uns geben sie Tipps, wie man sich am besten auf die Wintersaison vorbereitet. Denn: Eine gute Vorbereitung braucht es auch in Zeiten von Corona.

Balancieren auf dem Band, das zwischen zwei Bäume gespannt ist. Das macht Spass und ist ein gutes Ausgleichstraining. Leo Luminati und Tiziano Zeller wissen, wovon sie reden. Die beiden sind Skilehrer in St. Moritz und bilden als Swiss Snowsports Experten andere Skilehrerinnen und Skilehrer aus. «Auf der Slackline werden Koordination, Gleichgewicht und Körperspannung trainiert», sagt Leo. «Und die sind beim Wintersport wichtig.»

Das TRX-Training – eine perfekte Vorbereitung

Tiziano setzt für die Verbesserung von Koordination, Gleichgewicht und Kraft auf das TRX-Training. Bei diesem Ganzkörpertraining wird mit Seilen und Schlingen und dem eigenen Körpergewicht als Trainingswiderstand gearbeitet. «In den ersten zwei Skitagen der Saison, kann es im Rücken schon etwas ziehen. Da ist das TRX-Training, das ich auch zuhause machen kann, eine perfekte Vorbereitung.» (Lesen Sie unten weiter...)

Den Sport in den Alltag integrieren

Tipps – So bereiten Sie sich vor
  • Integrieren Sie die Bewegung in den Alltag, z. B. mit Treppensteigen oder indem Sie mit dem Velo zur Arbeit fahren
  • Treiben Sie Sport aus Spass und probieren Sie aus, was Sie schon immer gerne tun wollten
  • Kraft und Körperspannung aufbauen können Sie zum Beispiel beim TRX-Training im Fitnesscenter, im Gruppenkurs oder zuhause
  • Trainieren Sie Ihr Gleichgewicht – zum Beispiel auf der Slackline. Sie kostet nicht viel und kann auch auf kurze Distanz zwischen zwei Bäumen fixiert werden
  • Rücken, Körperspannung und Gleichgewicht können auch in Kursen wie Pilates oder Yoga gestärkt werden

TRX- und andere Kurse gibt es in der Klubschule Migros und Fitnesszentren, die Slackline und TRX-Geräte für zuhause bei Galaxus.

Natürlich braucht Skifahren auch Kraft. Sie isoliert zu trainieren und sich ausschliesslich auf einzelne Übungen und Muskelgruppen zu konzentrieren, macht jedoch wenig Sinn. Viel besser ist es, den Sport in den Alltag zu integrieren und sich regelmässig zu bewegen. Und zwar das ganze Jahr über. Davon sind die beiden Engadiner überzeugt. «Man sollte immer dranbleiben und sich sportlich betätigen, sobald man kann», so Leo. Denn: Mit den Skiern von heute entwickelt man in den Kurven Kräfte, die man nicht unterschätzen sollte.

Neues ausprobieren: Erlaubt ist, was gefällt

Beim Training ist Abwechslung das A und O, «egal ob beim Amateur- oder Spitzensport», erklärt Tiziano. Wandern, Velofahren, Wakeboarden, Segeln oder etwas Neues ausprobieren – erlaubt ist, was gefällt. «Das machen wir auch hier oben im Tal so. Wenn es an einem Morgen schön ist, gehen wir raus auf den St. Moritzersee zum Stand Up Paddling», sagt Leo. «Und wenn das Wetter schlecht ist, laufe ich die Treppen neben der Muottas Muragl-Standseilbahn hoch und versuche möglichst schnell oben anzukommen», ergänzt Tiziano. Das halte ihn fit und mache Spass.

Im Zentrum: der Spass an der Bewegung

Der Spass an der Bewegung, der steht für sie im Zentrum. Beide machen während des ganzen Jahrs Sport. Leo ist seit vier Jahren Bergführer und an seinen freien Tagen klettert er viel. «Sportklettern oder Mehrseillängenklettern, bei dem man Seillänge um Seillänge eine Wand hochklettert, im Bergell, Rätikon, Berner Oberland, rund um Andermatt oder auf der Lagalp, ich klettere überall da, wo ich gerade bin.» (Lesen Sie unten weiter...)

So bereiten Sie die nächste Saison vor

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Jede Woche eine grosse Tour

Biker auf E-Mountainbike kämpft sich durch Graspfad in Nadelholz-Gelände
Biker auf E-Mountainbike kämpft sich durch Graspfad in Nadelholz-Gelände

Tiziano Zeller ist jede Woche auf dem Rennrad oder dem Mountainbike unterwegs.

Tiziano ist jeweils auf dem Rennrad oder dem Mountainbike unterwegs. Bis vor zwei Jahren fuhr er im Sommer jede Woche ein Dienstagabendrennen im Engadin, zuerst auf dem Rennrad über die verschiedenen Pässe, danach auf dem Mountainbike über Stock und Stein. Während seines Studiums an der höheren Fachschule für Tourismus musste er die Anzahl Rennen jedoch etwas reduzieren. Inzwischen hat er die Ausbildung zum Tourismus Fachmann abgeschlossen und arbeitet als Eventmanager bei Celerina Tourismus. Das Velorennfahren hat er nie ganz aufgeben, er macht im Sommer nach wie vor jede Woche eine grosse Tour.

Balancieren für das Gleichgewicht

Ein gezieltes Ausdauer- oder Krafttraining auf den Winter hin ist für beide nicht notwendig. «Wenn ich am Abend noch zu einer Hütte hochsteige und am nächsten Tag eine 12-stündige Tour mache, ist meine Grundkondition perfekt», sagt Leo. Kraft und Körperspannung trainiere er beim Sportklettern. Allerdings balanciert er vor Beginn der Wintersaison trotzdem noch gerne auf der Slackline, «für den Ausgleich und für das Gleichgewicht.»

Saisonstart im Oktober

Und wann stehen Leo und Tiziano wieder auf den Skiern? Ihre Saison startet jeweils im Oktober mit dem Swiss Snowsports Forum in Zermatt, an welchem sich Swiss Snowsports Experten und Ausbilder aus der ganzen Schweiz treffen. Danach startet das Training mit den Kindern und Jugendlichen der Trainingsgemeinschaft Oberengadin auf der Diavolezza.

An Weihnachten dann geht die Skisaison richtig los, auch jetzt in Zeiten von Corona. Das Schutzkonzept der Engadiner Bergbahnen ist erarbeitet. Es orientiert sich am Corona-Schutzkonzept für den öffentlichen Verkehr. Den Link zum Schutzkonzept der Seilbahnen Schweiz finden Sie hier.

Leo & Tiziano – Skilehrer aus Leidenschaft

Zwei Männer beim Wandern
Zwei Männer beim Wandern

Leo Luminati (links) und Tiziano Zeller (rechts) halten sich neben der Saison unter anderem mit Wandern fit.

Leo Luminati (32) und Tiziano Zeller (30) sind früher Skirennen gefahren, Leo bis er 18 Jahre alt war, Tiziano bis 19. Zum ersten Mal Skiunterricht erteilt hat Leo in den Weihnachtsferien während der Lehre. «Ich wollte etwas Geld verdienen, und weil mir das Unterrichten gefallen hat und ich die Freude weitergeben wollte, begann ich in der Saison darauf mit der Ausbildung zum eidg. dipl. Skilehrer.»

Freude beinahe verloren

Tiziano fuhr etwas länger Rennen. Dabei wäre ihm die Freude am Skifahren jedoch fast verloren gegangen. «Wir waren oft in Italien, da fährt auch noch ein 23-Jähriger Rennen, der sonst vielleicht als Forstwart arbeitet. In der Schweiz sei das anders gewesen. «Da war ich als 19-Jähriger ein alter Hund.» Deshalb habe er aufgehört.

Neue Möglichkeiten entdeckt

Er ging ins Militär, begann als Hilfsskilehrer zu unterrichten und begann danach die Aspiranten-Ausbildung zum Skilehrer. «Und da kam auch die Freude am Skifahren zurück.» Plötzlich hiess es nicht mehr nur Schuhe zu und los. «All die Möglichkeiten, die man auf den Skiern hat, wie zum Beispiel Rückwärtsfahren oder Kurzschwingen, haben mir gefallen, sogar das Rutschen auf den Skiern.»

Beide sind schneller geworden

«Wir sind beide schneller geworden, seit wir aufgehört haben, Rennen zu fahren», ergänzt Leo. «Vielleicht liegt es daran, dass der Druck weggefallen ist, vielleicht aber auch daran, dass wir die Skier auf eine andere Art kennen gelernt haben. Dieses Wissen und diese Freude am Skifahren geben die beiden Engadiner nun als Swiss Snowsports Experten an andere weiter, Tiziano unter anderem auch als Headcoach der Trainingsgemeinschaft Oberengadin an Kinder und Jugendliche.

Schweizer Meister im Formationsfahren

Die beiden können jedoch auch heute noch – oder erst recht – konzentriert und fokussiert Ski fahren. Als Mitglieder der «Red Devils», dem Demo-Team der Skischule St. Moritz/Celerina, haben sie 2019 die Schweizer Meisterschaften im Formationsfahren in Scuol gewonnen. «Wenn da einer den Kopf nicht bei der Sache hat, kracht es.»

von Susanne Schmid Lopardo,

veröffentlicht am 12.09.2019, überarbeitet am 17.11.2020


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