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Gesünder leben?

Feuer und Flamme für die Kerze

Kerzen vermögen immer wieder eine zauberhafte Stimmung zu erzeugen, was mit einigen besonderen Eigenschaften dieser Lichtquelle zu tun hat.

Licht ist ein Lebenselixier, das alles beeinflusst. Es regelt den Biorhythmus und den Stoffwechsel. Um gesund zu bleiben, benötigt man das richtige Licht zur richtigen Zeit.

In der Vergangenheit hat die Flamme einer Kerze als Lichtquelle eine zentrale Rolle gespielt. Es gab schlichtweg nichts anderes, bis die Erfolgsgeschichte des elektrischen Lichts im Laufe des 19. Jahrhunderts begann. Unsere Augen wissen es zu danken. Das Lesen bei Kerzenlicht zum Beispiel kann sehr anstrengend und ermüdend sein.

Vorsicht im Umgang
  • Lassen Sie eine Kerze nie für längere Zeit unbeaufsichtigt.
  • Kerzen verströmen Gemütlichkeit, beim Umgang ist aber Vorsicht geboten. Die Flamme einer Kerze kann bis zu 1400 Grad erreichen.
  • Seien Sie vorsichtig bei offenen Fenstern. Manchmal genügt ein kleiner Windstoss, damit eine Flamme eine andere Richtung bekommt und umliegende Gegenstände in Brand setzt.
  • Platzieren Sie Kerzen nicht in der Nähe von brennbaren Materialien (z. B. Vorhänge).
  • Lassen Sie nie Kinder und/oder Tiere alleine in einem Zimmer mit einer Kerze.
  • Bei Duftkerzen ist man noch entspannter. Kerzen vor dem Einschlafen deshalb rechtzeitig auslöschen oder eine selbstauslöschende Alternative prüfen.

Beruhigende Wirkung

Mit dem Aufschwung des Kunstlichts verlor das Kerzenlicht zwar an Bedeutung, nicht aber an Reiz. Kerzenlicht hat schon immer eine grosse Faszination auf Menschen ausgeübt, zumal es auch noch wärmt. Die ausgesprochen beruhigende Wirkung des Kerzenlichts ist zum einen auf die leichten und langsamen Bewegungen der Flamme zurückzuführen. Im Gegensatz zu vielen Lampen ist das Kerzenlicht zudem viel weniger grell, was zusätzlich entspannt. Und vielleicht haben auch diejenigen Stimmen recht, welche argumentieren, dass uns Kerzen an frühere Lagerfeuer erinnern. Sie schützten uns vor Raubtieren und Kälte. Dieser positive Eindruck färbe noch heute auf uns ab.

Alte Yoga-Technik

Eine alte Yoga-Technik nützt die Kraft einer Kerze ebenfalls. Wer unter Konzentrationsstörungen leidet, unter Angstgefühlen oder Stress, sollte einmal für wenige Minuten eine Kerzenflamme aus kurzer Distanz fixieren. Der Geist beruhigt sich, Entspannung stellt sich ein.

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Verschiedenste Varianten

Historisch betrachtet war die Erfindung der Kerze ein wichtiger Schritt für die Menschheit, um den Tag effizienter nützen zu können. Während im Mittelalter noch das Bienenwachs der wichtigste Rohstoff für die Kerzen der Reichen war, mussten sich die einfachen Leute mit billig hergestellten Kerzen aus Talg und Fett zufriedengeben, die stark russten und stanken.

Die heutigen Kerzen entstehen meistens aus Stearin (aus pflanzlichem Öl oder tierischem Fett gewonnen) oder aus Paraffin (ein Abfallprodukt bei der Schmierölproduktion) oder einer Mischung daraus. Statt Paraffin beinhalten viele Kerzen auch Palmöl. Bienenwachskerzen sind im Vergleich zu allen anderen zweifellos die umweltfreundlichste Variante, jedoch auch wesentlich teurer. 

Je mehr, desto behaglicher

Ob man mit Kerzen eine gute Stimmung erzeugen kann, hängt allerdings auch von der Menge der Kerzen ab. Eine einzelne Kerze ist dazu kaum in der Lage. Es braucht mehrere kleine «Feuerchen», am besten in einem Raum gut verteilt, um ein Gefühl der Behaglichkeit zu verbreiten. (Wem das zu brenzlig wird, der kann auch auf Teelichter ausweichen.)

Die Stunden für Kerzen sind abends

Das Kerzenlicht weist noch einen weiteren Vorteil auf: Eine Lichtquelle mit einem möglichst natürlichen Rot-Anteil im Spektrum – wozu Kerzenlicht ebenso zählt wie die aus den Verkaufsregalen inzwischen verbannte Glühbirne – ist einer Lichtquelle mit einem starken Blauanteil (Computer, Fernseher) eindeutig vorzuziehen, sagen Experten. Ein hoher Blauanteil bremst die Melatonin-Ausschüttung, welche wir für einen gesunden Schlaf brauchen. Mit anderen Worten: Die Stunde für Kerzen schlägt besonders abends. Dank dem hohen Rot-Anteil kann der Körper ungestört Melatonin ausschütten, während wir noch ein Buch lesen und langsam wegdämmern.

Duftkerzen als Zusatz

Verstärken lässt sich die Schlafwirkung mit geeigneten Duftkerzen. Ein zarter Lavendelduft beruhigt die Nerven. Auch Jasmin und Kamille wirken entspannend. Aber Achtung: Bei einem so wohltuenden Umfeld besteht die reelle Gefahr, bei brennenden Kerzen einzuschlafen. Die Flamme rechtzeitig zu löschen, ist daher wichtig. Eine elektrische Duftlampe, die sich im besten Fall nach einer gewissen Zeit selbst abschaltet, wäre vielleicht eine prüfbare Alternative, vor allem für schnelle Einschläfer.

von Markus Sutter,

publiziert am 07.11.2017


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