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Gesünder leben?

Bezaubernder Bergsee

Berge und Seen haben auf unsere Autorin Manuela Specker schon immer eine grosse Faszination ausgeübt. Hoch über dem Urner Reusstal ist sie auf ein Juwel gestossen: den Nidersee.

Der Puls rast, das Atmen fällt schwer, der Schweiss fliesst in Strömen (ja, ich war schon fitter.) Zu allem Übel versperren mir störrische Bergziegen den schmalen Weg, so kurz vor dem Ziel, der Leutschachhütte auf 2208 m ü. M. In Gedanken bin ich bereits beim feinen Plättli.

Aber eben: diese Bergziegen. Geduldig fressen sie sich durchs Gebüsch und würdigen mich kaum eines Blickes. Auch ein bestimmt und beinahe vorwurfsvoll ausgesprochenes «Äxgüsi» inklusive sanftem Antippen lassen mich spüren, wo ihre Prioritäten liegen. 

Märchenhafte Farbe

Die Wanderung

Ausgangspunkt der Wanderung zum Nidersee ist der Arnisee (UR). Dieser kann per Seilbahn entweder von Amsteg oder von Intschi aus erreicht werden (www.arnisee.ch). Am besten einem der Wegweiser Richtung Leutschachhütte folgen. Diese ist von Mitte Juni bis Mitte Oktober geöffnet.

Und dann offenbart er sich mir plötzlich – der See. Durch die Bergziegen hindurch erhasche ich einen Blick auf ihn. Seine Farbe verschlägt mir erst einmal die Sprache (wobei ich an diesem Morgen noch mit gar niemandem gesprochen habe) und ruft zwei Assoziationen hervor: Liegt hier ein Umweltschaden vor? Oder ein Augenschaden?

Flink kann ich endlich durch die Lücke springen, die mir die Bergziegen gnädig gewähren, und laufe direkt auf den See zu. Das Plättli kann warten.

Nidersee heisst dieses türkisfarbene Gewässer, das – eingebettet in eine wunderbare Berglandschaft – Wanderer in seinen Bann zieht. Die Farbe stammt von Mineralien, die vom Gletscherwasser ausgewaschen werden. Dank des unterirdischen Zuflusses bleibt das Wasser frei von Partikeln aller Art. 

Alles echt

Bekannte, denen ich jeweils stolz die Fotos präsentiere, sind überzeugt, dass ich mit dem Bildbearbeitungsprogramm nachgeholfen habe, um eine Art flüssiges Aquamarin zu simulieren. Hab ich nicht.

Wers nicht glaubt, sollte sich am besten selber vom Zauber dieses Bergsees überzeugen – inklusive Fussbad.  Danach sind nur noch knapp 150 Höhenmeter zu überwinden, um sich in der Leutschachhütte verköstigen zu lassen. Oder einfach, um den Bergsee in seiner ganzen Pracht von oben zu bestaunen. 

von Manuela Specker


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