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Gesünder leben?

Bitte stehen bleiben: Wie Kraftorte wirken

Von manchen Orten geht eine besondere Ausstrahlungskraft aus. Was hat es mit den sogenannten Kraftorten auf sich? Und wie wirken sie auf die Gesundheit?

Auf dem Kronberg im Appenzellerland gibt es einen Rundweg, an dem sich sehr gut am eigenen Leib erfahren lässt, was unter einem Kraftort zu verstehen ist. Der Weg führt zuerst durch ein Dickicht, in das nur wenig Licht fällt.

An diesem Ort macht sich kein wohliges Gefühl breit. Ganz anders auf dem zweiten Abschnitt, wo der Weg an einer Kapelle vorbeiführt, sich der Blick in die Weite öffnet und rechterhand die Alpsteinkette mit dem Säntis thront.

Vor allem in Bergregionen zu finden

Laut Andrea Fischbacher, Religionswissenschaftlerin und Leiterin der Forschungsstelle Kraft- und Kulturorte Schweiz, lassen sich Kraftorte überall finden, Berggebiete würden aber tendenziell eine höhere Dichte aufweisen als das Flachland. Typische solche Orte seien bei Wasserfällen, Felswänden, grossen Bäumen, Quellen, alten Kapellen und Bildstöcken, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Kraftorte werden so genannt, weil die betreffenden Stellen über besonders hohe Schwingungen verfügen sollen. Die Forschungsstelle bestimmt die Energielevels mittels Auspendeln und hält die Ergebnisse in Boviseinheiten fest – eine Grenzwissenschaft, da es keine gesicherten wissenschaftlichen Methoden gibt, feinstoffliche Schwingungen zu erfassen. Andrea Fischbacher spricht deshalb auch von «Testen» und nicht von «Messen». (Lesen Sie unten weiter …)

Fünf schöne Kraftorte in der Schweiz

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Bad Ragaz, Taminaschlucht (SG)

In der Taminaschlucht befindet sich die Quelle des bekannten Bad Ragazer Thermalwassers. Die Badkapelle soll im 13. Jahrhundert entdeckt worden sein und wurde bald zur gefragten internationalen Kurstätte. Alleine die wildromantische Lage der Taminaschlucht ist einen Besuch wert – die 750 Meter lange und 70 Meter tiefe Felsspalte lässt einen die enorme Kraft des Wasser spüren.

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Ebenalp, Wildkirchli (AI)

Bei den Wildkirchlihöhlen auf 1500 m ü.M sollen sich gleich mehrere Kraftorte befinden – unvergleichlich ist die mystische und geheimnisvolle Atmosphäre in den Höhlen, die sich besonders bei Regenwetter entfalten soll. Lohnenswert ist auf jeden Fall ein Abstecher zum Berggasthaus Äscher. Eine Hauswand besteht aus dem Fels, an den das Haus mit nur drei Wänden angebaut ist.

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Creux du Van (NE)

An der Grenze zwischen den Kantonen Waadt und Neuenburg beeindruckt die rund 160 Meter steil abfallende Felsformation Creux du Van. Wer Glück hat, kann bei einer Wanderung durch diesen kraftvollen Ort Gämse, Steinböcke und Murmeltiere erblicken. Mitten im Talkessel entspringt die Quelle «Fontaine Froide», deren Wasser das ganze Jahr vier Grad Celsius kalt ist.

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Heiligkreuz (LU)

Heiligkreuz ist ein beliebter Wallfahrtsort im Entlebuch und auch als Kraftort bekannt. Besucherinnen und Besucher können sich zum Beispiel auf den Seelensteg begeben – eine Rundwanderung durch einen märchenhaften Farn- und Heidelbeerwald, der die Hektik des Alltags vergessen macht.

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Verenaschlucht (SO)

Die Verenaschlucht im Norden von Solothurn, am Fusse des Juras, ist mit ihren Kapellen und der Eremitenklause ein beliebtes Ausflugsziel und ein Kulturgut von nationaler Bedeutung. Der Weg verläuft entlang des Verenabachs in die eindrucksvolle Schlucht hinein. In der Verenakapelle sollen besonders hohe Schwingungen gemessen worden sein.

Frühere Kultstätten?

Andrea Fischbachers weiteres Vorgehen ist aber durch und durch kulturgeschichtlich. Konkret setzt sie die Testergebnisse in einen Kontext. Beispielsweise mit der Frage, ob und wie ein Ort mit besonders viel Ausstrahlungskraft einst als Kultstätte diente und wie sich diese im Laufe der Geschichte veränderte.

Hohe Boviswerte gehen oft mit der früheren Nutzung als Kultplatz einher, was Andrea Fischbacher nicht erstaunt: «Unsere Vorfahren hatten eine starke Verbindung zur Natur und zu ihren Schwingungen. Entsprechend errichteten sie ihre Kultplätze dort, wo spezifische Energien strahlen.»

Nicht alle spüren die Kraft

Kraftorte haben aber nicht alleine mit Religion oder mit Glauben zu tun. Wie es der Name schon sagt, können dies Orte sein, an denen man Energie auftanken kann, die zur Entschleunigung einladen oder die inspirieren.

Kraftorte sind darum immer auch eine individuelle Angelegenheit. Religiöse Menschen mögen die positive Energie spüren, wenn sie vor einem Bildstock stehen, wo sich schon unsere Vorfahren versammelten. Andrea Fischbacher zum Beispiel wird von einem Kribbeln erfasst, wenn sie sich im Chor des Zürcher Grossmünsters aufhält, das ebenfalls als Kraftort bekannt ist. Andere lassen sich von einer Aussicht verzaubern.

Kraftorte erkunden

Weiterführende Informationen

Kraftorte in der Schweiz finden sich unter:
www.myswitzerland.com/kraftorte
www.kraftorte.ch

Es ist natürlich kein Zufall, dass sich viele Kraftorte in wunderschönen Naturlandschaften befinden. Auch ohne Wissen um Boviseinheiten laden solche Schauplätze zum Verweilen ein – sei es wegen der Stille, wegen eines atemberaubenden Landschaftsbildes oder wegen der Naturgeräusche.

von Manuela Specker,

publiziert am 09.07.2018


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