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Gesünder leben?

In die Sonne raufgondeln

Die beste Medizin gegen Nebelkoller: Rauf in die Sonne. Das ist leicht getan, denn die Schweiz ist reich an Bergbahnen, die schnell in die wolkenfreie Höhe führen.

Winterzeit – Nebelzeit. Die Tage verlaufen da nur allzu oft grau in grau und die Stimmung fällt in ein Tief. Je nach Wetterlage bleibt die Nebeldecke tage- oder gar wochenlang liegen. Wer im Mittelland am Fuss der Jurabergkette wohnt, beim Zusammenfluss von Aare, Reuss und Limmat oder an der unteren Thur, wird besonders oft von einer dichten Suppe umgeben.

Nebel: mittelhoch

Die Schweiz ist aber reich an Seilbahnen, die schnell hoch hinaufführen – dort erhält man die beste Medizin gegen die graue Depression: Sonne. Wenn das Hoch direkt über den Alpen liegt oder die Druckverteilung flach ist, befindet sich die Nebelobergrenze auf etwa 800 bis 900 Meter Höhe.

In Biel bietet sich das Funiculaire nach Magglingen an, das vom See in wenigen Minuten auf 873 Meter hochfährt. Reicht die Höhe nicht aus, um die Sonnenbrille zu zücken, ist der Chaumont ein leicht erreichbares Ziel in der Romandie.

Rauf geht’s aus Neuenburg auf 1171 Meter. Für die Nordwestschweiz ist eher Reigoldswil BL der Ort des Sonnenglücks: Von hier gelangt man per Seilbahn auf 922 Meter hinauf in die Jurabergregion Wasserfallen.

Bei Adliswil ZH liegt die Bergstation der Luftseilbahn Felsenegg nur auf 805 Metern – das ist aber hoch genug, wenn südwestliche Winde aufkommen und die Nebelobergrenze auf 500 bis 700 Meter absinkt.

Mit dem Nordwind steigt die Nebelgrenze

Bei Bise sieht es anders auf. Je stärker sie weht, desto höher steigt der Nebel. Bei schwacher Bise liegt die Obergrenze auf etwa 1200 Meter, bei mässiger auf 1500 Meter.

Je nach Windstärke liegt also der Weissenstein mit seinen 1284 Metern hoch genug. Aus der Mittelländer Nebelsuppe ein ideal erreichbarer Ort, um in die Sonne blicken zu können. Die Gondel startet in Oberdorf SO.

Berner Gipfelparadies

Die Berner haben’s gut, im Seeland liegt der Nebel zwar oft dicht, doch gegen die Alpen zu gibt es reichlich Möglichkeiten, schnell in die Höhe zu gelangen. Da ist der Niesen bei Thun, der Harder bei Interlaken, das Niederhorn bei Beatenberg, die Bahn zum Oeschinensee bei Kandersteg, die Stockhornbahn in Erlenbach oder das Rothorn bei Brienz. Die Bergstationen liegen zwischen 1682 und 2362 Metern Höhe. Im westlichen Mittelland ist der Moléson (2002 ) in den Freiburger Voralpen von Gruyère aus per ÖV und Luftseilbahn gut erreichbar.

Ost- und Zentralschweizer Sonnenberge

In der Zentralschweiz bieten sich die Bahnen auf den Pilatus (2000 ), die Rigi (1798 m) oder das Stanserhorn (1850 m) als Sonnenziel über dem Nebelmeer an.

Aus der Ostschweizer Nebelsuppe empfiehlt sich die Fahrt ins Appenzellerland auf den Kronberg hinauf (1657 m) von Jakobsbad/Gonten oder ein Ausflug auf den Säntis (2502 m), von der Schwägalp SG/AA aus oder der Chäserrugg bei Unterwasser SG, der mit 2262 Metern stets ein paar hundert Meter über dem Nebelmeer liegt.

von Claudia Langenegger,

publiziert am 23.04.2018


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