Bitte nicht stören!

Sich nur schnell hinlegen, die Augen schliessen und abtauchen in einen erholsamen Kurzschlaf. Das steigert die Motivation, verbessert die Leistungsfähigkeit und erhöht die Konzentration.

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Der Neurologe Dr. Christian Baumann vom Universitätsspital Zürich.

Wenn die Augenlider um die Mittagszeit schwer werden und die Konzentration abnimmt, wäre es Zeit für einen Mittagsschlaf. Für manche Menschen ist das Nickerchen liebe Gewohnheit, für kleine Kinder oftmals Grund zum Protest. Berufstätige Erwachsene können sich in der Regel keinen Mittagsschlaf erlauben. Es sei denn, sie arbeiten in einem fortschrittlich denkenden Betrieb mit eigenem Ruheraum oder einem mit längerer Mittagspause.

Höchstens 30 Minuten

Ungefähr 20 bis 30 Minuten Schlaf - ein sogenannter Powernap - helfen, den restlichen Teil des Arbeitstags oder zumindest die nachfolgenden Stunden mit neuer Energie zu absolvieren. Ein kurzer Mittagsschlaf verbessert erwiesenermassen die Konzentrationsfähigkeit und kann die Leistungsfähigkeit erhöhen. Wobei die Betonung auf «kurz» liegt, denn: «Wenn man länger als 30 Minuten schläft, besteht die Gefahr, in den Tiefschlaf zu fallen, dann ist das Erwachen eher unangenehm und von Schlaftrunkenheit geprägt», erklärt der Neurologe Christian Baumann vom Universitätsspital Zürich, der auch die Wirkung von Schlaf erforscht. Das leuchtet jedem ein, der schon einmal aus dem Tiefschlaf geweckt wurde.

Früher ins Bett gehen

«Aber nicht jeder braucht zwingend einen Mittagsschlaf», so Baumann, «eigentlich ist er nur nötig, wenn man nachts zu wenig schläft oder wenn man unter einer Erkrankung leidet, die zu Tagesschläfrigkeit führt.» Er empfiehlt alternativ eine bessere Schlafhygiene, zum Beispiel «abends lieber etwas früher ins Bett zu gehen». Ein vernünftiger Vorschlag, der aber für viele nicht einfach umsetzbar ist, stellt doch gerade der freie Abend Lebensqualität dar.

Publiziert am 15.05.2017,

von Sabine Müller


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