So schläft der Schlafforscher

Was tun bei Schlafproblemen? Professor Cajochen gibt Tipps für einen gesunden Schlaf und sagt, wann man besser einen Arzt aufsuchen sollte.

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Professor Dr. Christian Cajochen ist Leiter des Zentrums für Chronobiologie der Uni Basel. Er und sein Team konnten mit Probanden im Schlaflabor einen Einfluss des Vollmonds auf den Schlaf nachweisen.

Herr Professor Cajochen was tun Sie, um gut zu schlafen?

Ich achte auf regelmässige Zubettgeh- und Aufstehzeiten, die genügend Schlaf ermöglichen. Zudem muss das Zimmer dunkel, ruhig und nur zum Schlafen eingerichtet sein. Schliesslich versuche ich, möglichst gelassen zu bleiben, wenn es mit dem Schlaf nicht immer klappt.

Sie haben den Vollmond entlarvt, lässt sich dessen Einfluss kontrollieren?

Man kann nur die Fensterläden gut schliessen, falls der Mond ungemütlich ins Schlafzimmer scheint.

Viele Menschen schlafen ab und zu schlecht, wann muss man zum Arzt?

Wenn Schlafprobleme über zwei bis vier Wochen anhalten und zur Qual werden, sodass man sich tagsüber nicht wohl und abgespannt fühlt. Der Hausarzt kann dann erste Abklärungen machen und je nachdem eine Weiterleitung an spezialisierte Mediziner oder Psychologen veranlassen.

Womit beschäftigt sich die Schlafforschung zurzeit?

Es gibt viele Schwerpunkte. Die Schlafforschung ist sehr aktiv und gebietsüberschreitend, von der Physik über die Biologie bis hin zur Psychiatrie. Spannend finde ich zurzeit die Frage, warum Nervenzellen spontane Schlaf-Wach-Zustände zeigen, wenn sie völlig losgelöst vom Gehirn in einer Petrischale schwimmen.

Autorin: Gisela Femppel


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