Schliessen

Gesünder leben?

Stress? Das müssen Sie wissen!

Stress hat viele Gesichter: Jeder reagiert anders auf hektische Situationen. Stressmanagement-Trainer Dirk Frey erklärt, wie Sie Stress erkennen und was die Alarmzeichen sind.

Was sind die häufigsten Stressauslöser?

So generell lässt sich das nicht sagen. Was wir als Stress empfinden, ist unterschiedlich. Während eine Kollegin auch in der grössten Hektik gelassen bleibt, leidet ein anderer Kollege darunter und kann abends vielleicht nicht einschlafen. Grosser Zeitdruck, der Lärm im Grossraumbüro, das Hetzen von Meeting zu Meeting, ständig quengelnde Kinder – das alles können Stressauslöser sein. Müssen aber nicht.

«Entscheidend ist, wie wir mit Stress umgehen und ob wir Ruhepausen einschalten können. Es ist der Mix am Ende eines ganzen Tages, der zählt», sagt Dirk Frey, Stressmanagement- und Resilienz-Trainer bei Fit im Job von Medbase.

Warum beginnen wir zu schwitzen und bekommen Herzrasen, wenn wir gestresst sind?

Stress ist eine Überlebensreaktion des Körpers. Als die Menschen noch Jäger und Sammler waren, sorgte die Adrenalinausschüttung dafür, dass wir schnell losrennen konnten, um vor einer Gefahr zu flüchten oder die Beute zu jagen. Das geschieht noch heute, zum Beispiel wenn wir uns aufregen. Wir rennen dann zwar nicht mehr los, aber das Herz beginnt heftiger zu schlagen. Von daher das Schwitzen und Herzrasen, wenn wir unter Stress stehen.

Wann ist Stress ungesund?

Sobald wir nicht mehr aus der Anspannung herauskommen und uns nicht mehr erholen können. Bleiben wir beim Beispiel der Jäger und Sammler: Der Normalzustand von Körper und Geist ist von Natur aus eigentlich Ruhe. Grosse Anspannung war früher nur nötig, bevor wir angriffen oder flüchteten, danach folgte automatisch der Ruhezustand. Fallen diese Regenerationsphasen weg, wird Stress ungesund.

(Fortsetzung weiter unten…)

Was Sie gegen Stress unternehmen können

Zum Dossier

Welches sind die Anzeichen für ungesunden Stress?

Wenn wir uns nicht mehr konzentrieren können, viel vergessen oder schnell reizbar sind. Oder wenn wir nicht mehr gut schlafen können, weil wir ständig unter Strom stehen. Etwa 70 bis 80 Prozent der Schlafstörungen sind auf Stress zurückzuführen. Sehr verbreitet ist auch, dass wir uns nach eigentlich genügend Schlaf immer noch müde fühlen. Denn es ist durchaus möglich zu schlafen, ohne ausreichend zu regenerieren. Die Ursache dafür ist oft, dass wir sogar nachts nicht mehr aus der inneren Anspannung herausfinden.

Gibt es noch andere Alarmzeichen?

Kopfschmerzen, Verspannungen im Nacken- und Rückenbereich oder Migräne können körperliche Alarmzeichen sein. Stress kann sich auch in Verdauungsstörungen oder saurem Aufstossen zeigen. Zuvor ist oft ein bereits hoher Grad an Erschöpfung feststellbar. Wenn der Körper reagiert, ist der ungesunde Stresslevel bereits sehr hoch.

Kann Stress auch gut sein?

Schauen wir uns das Beispiel von einer Gazelle an, die von einem Geparden verfolgt wird: Während die Gazelle aus Angst flüchtet, ist der Gepard für seinen Beutezug natürlich hoch motiviert. Folgt auf die grosse Anspannung des Jagens jedoch keine Ruhephase, ist auch der Gepard irgendwann erschöpft. Auf die Menschen übertragen bedeutet das: Auch Leute, die hoch motiviert und engagiert sind, brauchen Pausen.

Blenden sie die Regenerationsphasen vollständig aus, kann es passieren, dass ihnen plötzlich alles zu viel wird und die Gefahr, dass sie ausbrennen, steigt. Hoch motivierte, dynamische und von Erfolg getriebene Menschen sind eher Burnout-gefährdet, weil sie dazu tendieren, selten oder nie auf die Bremse zu treten.

von Susanne Schmid Lopardo,

veröffentlicht am 15.10.2020


Das könnte Sie interessieren:

Verbessern Sie Ihren Schlaf mit unserem digitalen Schlaftraining

Mehr dazu
somnio-sticky.jpg