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Gesünder leben?

Das ABC des Saunierens

Für Neulinge sind die Sitten gewiefter Saunabesucher oft sonderbar. Wir klären auf: Schlagen sich die Nackten gegenseitig mit Birkenzweigen, hat das nichts mit Sadomaso zu tun.

Warum eigentlich sind wir in der Sauna normalerweise nackt? Sind gemischte oder getrennte Saunen beliebter? Und warum wedeln gewisse Saunierer nach dem Aufguss wie wild mit dem Tuch? Für blutige Anfänger ist der erste Saunagang ein Ausflug in eine neue Welt, in die sie – hierzulande – nackt geworfen werden. In der Schweiz, Deutschland, Österreich und den Benelux-Staaten ist es üblich, die Sauna ohne Badekleid nackt zu betreten. In südlichen und katholisch geprägten Ländern hingegen verursacht eine textile Bekleidung keinen Aufruhr, sondern ist  sogar erwünscht. Neulingen, die sich nackt unwohl fühlen, ist als Einstieg eine getrennte Sauna zu empfehlen. Das praktizieren übrigens auch die Finnen so, die als Erfinder der Sauna gelten. Wer sich auch in der getrennten Sauna unwohl fühlt, sollte sich mit zwei Handtüchern ausrüsten. Auf das eine setzen, sich mit dem anderen bedecken.

Damit Sie Ihre Sauna-Premiere mit Bravour meistern, haben wir  10 Tipps & Fakten zusammengestellt. (lesen Sie unten weiter...)

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  1. Duschen: Vor dem Saunen abduschen und die Haut gut abtrocknen.
  2. Saunatuch: Ein grosses Saunatuch zum Draufsetzen mitnehmen. Es fängt den Schweiss auf, so dass die Sitzbank nicht mit der schwitzigen Haut in Kontakt kommt.
  3. Fussbad: Beginnen Sie jeden Saunagang mit einem warmen Fussbad, das bereitet den Körper auf die hohe Temperatur gut vor.
  4. Nicht überanstrengen: Ein Saunagang dauert meist 8–12 Minuten, nie länger als 15 Minuten. Wird es Ihnen zu heiss, setzen Sie sich auf eine der unteren Stufen, da ist es kühler. Wenn Sie sich hinlegen, setzen Sie sich zwei Minuten vor Ende eines Saunagangs wieder aufrecht hin, um den Kreislauf anzuregen. Nach der Schwitzphase folgt eine ebenso lange Zeitspanne, in der sich der Körper wieder abkühlt und ausruht. Zuerst zwei Minuten ein wenig an der kalten, frischen Luft bewegen und den Kreislauf wieder in Schwung bringen, danach mit einem kalten Wasserstrahl zum Herzen hin abduschen: beginnend am Fuss, über das Bein und schliesslich die Brust. Anschliessend etwa 20 Minuten ausruhen. Danach kann der nächste Sauanagang starten.
  5. Ruhe und entspannen: Während in Finnland und Russland in der Sauna auch lautstark geredet und gelacht wird, erwarten die Saunabesucher in der Schweiz eher Ruhe, um sich zu entspannen.
  6. Aufguss: Ein Aufguss sorgt für einen zusätzlichen Hitzereiz. Meist erfolgt er einige Minuten vor Ende des Saunagangs, wenn sich der Körper an die hohe Temperatur schon gewöhnt hat. Dabei steigt die Luftfeuchtigkeit schlagartig an, das anschliessende Wedeln mit einem frischen, ungebrauchten (!) Handtuch verteilt den heissen Wasserdampf auf die Besucher. Eine Besonderheit der russischen Banja - und teilweise auch in hiesigen Saunen - sind die Birkenzweige. Die auf Russisch «weniki» genannten Bündel tragen noch ihre Blätter und werden im Wasser eingeweicht. Mit diesen Zweigen schlagen sich die Saunabesucher selbst oder gegenseitig, je nach Temperament leicht bis kräftiger. Das für Anfänger sonderbare Gebaren regt wie eine Massage die Blutzirkulation an. Der Birkengeruch sorgt für ein Frischegefühl auf der Haut.
  7. Haare schützen: Metallspangen aus dem Haar, sie heizen sich auf. Am Besten ein Frotteetuch um die Haare wickeln, damit sie nicht durch die Hitze austrocknen.
  8. Nach drei ist Schluss: Nie mehr als drei Mal: auch wenn es die Finnen mehrmals tun, so sollte nach drei Saunagängen à maximal 15 Minuten Schluss sein. Mehr belastet den Organismus zu stark, die Entspannung ist dahin. Gehen Sie dafür lieber öfter in die Sauna.
  9. Trinken: Genug trinken nach dem Saunieren: Während nur eines einzigen Saunagangs von 15 Minuten schwitzt der Körper bis zu einem halben Liter Flüssigkeit aus. Deshalb sollten Sie danach mindestens einen Liter Mineralwasser trinken, gut sind auch Fruchtschorlen oder ungesüsster Tee. Aber: keinen Alkohol – obwohl bei den Finnen eine Kiste Bier vor der Waldsauna keine Seltenheit ist.
  10. No go: Nie krank in die Sauna, mit einer akuten Erkältung, Fieber oder einem Infekt ist die Hitze tabu, denn hier schadet sie mehr als sie nutzt und schwächt Herz und Immunsystem zusätzlich.

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von Silvia Schütz,

publiziert am 05.01.2018


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