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Gesünder leben?

Gesund schwitzen in der Sauna

Saunieren stärkt den Kreislauf und das Immunsystem. Sogar Herz- und Blutdruckpatienten oder Asthmatiker profitieren davon, wenn sie die Extreme meiden.

In einer Sauna geht's heiss her. Mit einem Ofen auf rund 500 Grad erhitzte Steine erwärmen die Luft bis auf 100 Grad Celsius und bringen den Körper mächtig zum Schwitzen. Anschliessend kühlt man ihn mit 15 Grad kaltem Wasser ab. Dieser Temperaturwechsel ist es, auf den die Finnen schon seit Jahrhunderten schwören. Der Körper leistet dabei Höchstarbeit, denn Saunieren belastet Herz und Kreislauf in etwa so viel wie Training am Ergometer oder beim Treppensteigen.

Strafft die Haut und entspannt

Zwar sind längst nicht alle positiven Wirkungen, die der Sauna nachgesagt werden, wirklich bewiesen. So soll der angekurbelte Stoffwechsel einen strahlenden Teint bringen, die Haut straffer machen, die Hautalterung verzögern und dafür sorgen, dass die zwei Millionen Schweissdrüsen die Schadstoffe aus dem Körper spülen. Ausserdem soll Saunieren Stress abbauen, weil die Hitze wohltuend die Muskeln entspannt, und die Stimmung wird besser, weil der Körper Glückshormone ausschüttet.

Schützt vor Herzkrankheiten und Erkältung

Doch es gibt auch Studien, die der Sauna einen gesundheitlichen Benefit bestätigen. 2015 zeigten Forscher der Universität Kuopio (Finnland), dass mit der Zahl der Saunabesuche das Risiko sinkt, an Herz- oder Kreislauferkrankungen zu sterben. Die Forscher fragten in den 80ern über 2300 Männer, wie oft sie in die finnische Sauna gingen und zu ihren Erkrankungen sowie dem Lebensstil. Nach 20 Jahren zeigte sich: Mit der Zahl der Saunabesuche sank das Sterberisiko. Wer mindestens vier Mal die Woche für mindestens 11 Minuten in die Sauna ging, konnte sein Risiko am meisten senken. Die Forscher gehen davon aus, dass die Hitze die Arbeitsleistung des Herzens wie bei einem mässigen Ausdauertraining erhöht und es dadurch auf Dauer stärkt.

Zudem gibt es deutliche Hinweise, dass Saunieren durchaus vor Erkältungen schützen könnte. Die heisse Luft erhöht die Körpertemperatur auf bis zu 39 Grad und hat dadurch den gleichen Effekt wie Fieber: der Körper bildet vermehrt Abwehrstoffe gegen Infekte und stärkt so das Immunsystem. Australische Forscher schickten im Jahr 2009 eine Gruppe von Testpersonen ein halbes Jahr lang regelmässig in die Sauna. In diesem halben Jahr litten die Saunagänger nur halb so häufig an Erkältungen wie eine andere Gruppe, die nicht in die Sauna ging.

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Klassische Sauna

Temperatur: 80 bis 100 Grad

Luftfeuchtigkeit: <10 Prozent

Aufgüsse: ja

Die klassische Sauna gehört in Finnland zum Alltag und hat auch hierzulande ihre treuen Liebhaber. Häufig wird sie als separates Blockhaus betrieben, innen ist es komplett mit Holz ausgekleidet. Sie entstand ursprünglich aus der heute nur noch selten anzutreffenden, in die Erde eingelassenen und mit Steinen ausgemauerten Erdsauna. Die hohe Temperatur und geringe Luftfeuchte macht die klassische Sauna nur für Gesunde erträglich, zumal Aufgüsse und Wedeln die Temperatur zeitweilig noch einmal nach oben treiben.

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Dampfbad

Temperatur: 40 bis 50 Grad

Luftfeuchtigkeit: bis 100 Prozent

Aufgüsse: nein (allenfalls Banja)

Auch das Dampfbad geht auf klassische Vorbilder zurück. Am häufigsten – auch hierzulande – angeboten werden das römische Dampfbad (Caldarium), das türkische Dampfbad (Hammam) und das russische Dampfbad (Banja). Charakteristisch sind die Sitzbänke aus Marmorstein, auf denen man nur sitzt und nicht liegt, sowie die moderate Temperatur bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit, die für heftiges Schwitzen sorgt und besonders Menschen mit Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislauf-Problemen guttut

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Bio-Sauna

Temperatur: 50 bis 60 Grad

Luftfeuchtigkeit: etwa 50 Prozent

Aufgüsse: nein

Im Gegensatz zum Dampfbad ist die Bio-Sauna bei Temperatur und Luftfeuchtigkeit noch weniger belastend, man kommt nur langsam ins Schwitzen. Sie wird daher auch häufig als feuchtes Warmluftbad bezeichnet. Dem Dampf werden meist noch ätherische Öle wie von der Zitrone oder Orange beigegeben, die zusätzlich anregen oder entspannen sollen. Menschen mit hohem Blutdruck fühlen sich hier meist wohl.

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Schwitzhütte / Indianersauna

Temperatur: 80 bis 100 Grad

Luftfeuchtigkeit: <10 Prozent

Aufgüsse: ja

Die einfachste und zugleich wegen der Einfachheit der Behausung spontanste und natürlichste Art des Saunierens stammt von den indianischen Ureinwohnern Amerikas und besteht aus einem einfachen Gerüst aus Holzstäben, ähnlich einem Zelt, das mit Decken und Tüchern lichtdicht abgedeckt wird. In eine Mulde in der Zeltmitte werden aufgeheizte Steine gelegt, über die Wasser gegossen wird. Meist wird diese Saunaart im privaten Kreis angeboten.

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Wärmekabine

Temperatur: bis 40 Grad

Luftfeuchtigkeit: gering

Aufgüsse: nein

Die moderne Variante für die eigenen vier Wände ist die Wärmekabine. Wegen des kleinen Raums wird hier aber meist nicht etwa klassisch die Luft erhitzt, sondern die Hitzewirkung gelangt durch Infrarot-Strahlen direkt auf die Haut.

von Andreas Grote,

publiziert am 22.01.2018


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