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Nach über einem Jahr Homeoffice: So schaffen Sie die Rückkehr ins Büro

Endlich! Wir dürfen nach und nach wieder ins Büro. Doch das Homeoffice zu verlassen, bedeutet erneut eine Umstellung. Was die Tücken sind und wie man dagegen ankommt.

Der Mensch hört und bewegt sich nicht nur gerne zu Rhythmen: Wie alle Lebewesen funktioniert er auch nach ihnen. Davon zeugen unter anderem der Wach-Schlaf- und der Biorhythmus, die heute gerne mit Activity-Trackern dokumentiert werden. Auch Gewohnheiten und Abläufe sorgen für Regelmässigkeit. Geschehen unerwartete Dinge, besteht die Gefahr, aus dem Takt zu kommen.

Corona ist eines dieser Dinge. «Die Pandemie hat uns abrupt aus unseren Gewohnheiten herausgerissen und uns aus der Komfortzone herauskatapultiert. Das hat Ängste und Unsicherheit ausgelöst», sagt Patrick Stäuble. Er leitet beim Gesundheitsdienstleister Medbase die Abteilung Corporate Health, welche aus den Bereichen Medbase Fit im job, Checkup Center Zürich und Arbeitsmedizin besteht. In dieser Funktion berät er Privatpersonen und Firmen und weiss, wo der Schuh drückt.

Darauf angesprochen, was nun der Wechsel zurück in den Alltag für die Psyche bedeutet, meint der Experte: «Die Menschen wurden mehr als ein Jahr lang durchgeschüttelt, jetzt sollen sie wieder Dienst nach Vorschrift machen. Sie sehnen sich nach Normalität, aber es wird nicht mehr die gleiche sein wie vorher. Das löst erneut Unsicherheit aus.»

Das Beste, was man in seinen Augen in dieser Situation tun kann, ist: «Keine Energie mit Dingen verschwenden, die wir nicht ändern können, sondern die Situation nehmen, wie sie ist. Und wenn man den Hebel ansetzt, am besten bei sich selbst. Dort kann man am meisten erreichen.»

Wichtig findet es Patrick Stäuble auch, dass man nicht in die Opferrolle fällt. Wie man das konkret schafft? «Wenn Sie in einer Situation sind, die für Sie schlimm ist, projizieren Sie sich in die Zukunft und fragen Sie sich, wie Sie in einem halben Jahr oder einem Jahr darüber denken und wie es sich anfühlt.»

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Eine weitere Empfehlung von Patrick Stäuble ist, sich neben dem Vorwärtsdenken auf Positives zu konzentrieren. Gerade auch, wenn am Abend vor dem Schlafen die Gedanken rattern. «Machen Sie vor dem Zubettgehen eine Liste und schreiben Sie auf, was Ihnen an diesem Tag alles gelungen ist und was für positive Momente Sie erlebt haben.» 

Wer das einen Monat lang täglich wiederholt, wird merken, dass der Fokus auf Negatives schwindet. «Umdenken und anderes Verhalten muss man trainieren. Entspannung übrigens auch», betont Stäuble. Um den Erfolg nicht zu gefährden, sollte man (Corona-)Nachrichten tagsüber oder spätestens am frühen Abend konsumieren – wenn überhaupt.

Im Folgenden finden Sie weitere Tipps, die Ihnen helfen, mental in Aufbruchstimmung zu kommen und einen guten Wiedereinstieg in den neuen (Büro-)Alltag zu finden.

Ziehen Sie Bilanz

Vor Wechseln jeglicher Art lohnt es sich, kurz innezuhalten und sich zu überlegen, wie man sich fühlt und was man jetzt hat, das man nachher nicht missen möchte. Durch das zwangsläufige Homeoffice haben viele beispielsweise entdeckt, dass ein Spaziergang vor der Arbeit ihnen guttut. Oder dass sie es eigentlich mögen, selber zu kochen, mit ihren Eltern zu telefonieren oder einfach mehr Zeit mit den Kindern oder dem Partner oder der Partnerin zu verbringen – selbst wenn diese zwischendurch nerven. 

Setzen Sie sich also hin – als Familie, als Paar oder auch alleine – und notieren Sie die positiven Dinge, die Sie in dieser schwierigen Zeit gelernt haben und die Sie weiterhin beibehalten möchten. Räumen Sie diesen Dingen in Ihrem Kalender angemessen Zeit ein. 

Patrick Stäuble empfiehlt Vorgesetzten, das Gleiche auch mit ihren Teams zu tun. «Die Pandemie hat alte Muster aufgeweicht. Jetzt hat man eine gute Chance, Dinge zu verändern, die nicht optimal sind und positives Neues einzuführen.» Vorzugsweise sollten die Gespräche innerhalb der ersten vier Wochen geschehen. «Sonst ist man bereits wieder im alten Trott und die Chance ist vertan.»

Gehören Sie zu denjenigen, die gerne auch künftig öfter Homeoffice machen würden, ist jetzt also die Gelegenheit, mit dem Chef oder der Chefin darüber zu sprechen.

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Lassen Sie es langsam angehen

Von Wochen in der Isolation ins Grossraumbüro: Das ein ziemlicher Spagat – emotional und auch sozial. «Fahren Sie nicht gleich hart rauf, wie im März 2020 heruntergefahren wurde. Geben Sie sich Zeit, um sich einzugewöhnen», rät Patrick Stäuble. «Auch Chefs sollten ihren Angestellten Zeit lassen. Innerhalb der Teams sollte offen angeschaut werden, was die Bedürfnisse sind.» 

Nehmen Sie zudem Rücksicht im Grossraumbüro. Extrovertierte Menschen kommen mit Lärm und Trubel besser klar als introvertierte, die schneller reizüberflutet sind.

Wer merkt, dass es ihm zu viel wird, sollte öfters kleine Pausen einlegen, am besten alleine an einem ruhigen Ort an der frischen Luft. Ein gemeinsames Mittagessen im Team zum Auftakt ermöglicht es zudem, sich gegenseitig upzudaten und wieder in den Gruppen-Flow zu kommen.

Achten Sie auf Stressanzeichen

«Der Körper ist genial», sagt Patrick Stäuble. «Er sendet schon sehr früh Warnsignale, wenn es zu viel wird.» Kopfschmerzen, Nacken- und Schulterverspannungen, Magen- und Schlafprobleme, Herzrasen, Tinnitus und Gereiztheit gehören zu den Symptomen, die bei Überlastung auftreten. 

Abhilfe schaffen kann man durch Entspannung, also beispielsweise Wellnessen, Massagen, Meditation, Yoga, progressive Muskelentspannung oder Atemübungen. Kann man damit nichts anfangen, gibt es ein anderes Mittel: «Bewegung ist der Burner schlechthin!», sagt Patrick Stäuble. «Gehen Sie mindest einmal pro Tag an die frische Luft und spazieren Sie zügig. Das regt die Ausschüttung des Glückshormons Serotonin an.»

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Motivieren Sie sich selbst

Wenn ein Schritt ansteht, Sie sich damit aber schwertun, gibt es einen Trick: «Kreieren Sie einen Motivator», sagt Patrick Stäuble. Was das bedeutet? «Stellen Sie sich bildlich vor, wo Sie hinkommen möchten und wie Ihr Zustand sein wird, wenn Sie dort sind.» Beherzigen Sie ausserdem das Motto «Weniger ist mehr». «Definieren Sie kleine Schritte. Die meisten scheitern, weil sie zu grosse machen wollen», sagt Stäuble.

Erinnern Sie sich daran, wie es vorher war

Sicherheitsregeln einhalten

Vergessen Sie bei aller Wiedersehensfreude nicht, sich an die Maskenpflicht, die Abstandsregeln und die Hygienemassnahmen zu halten. Waschen und desinfizieren Sie sich weiterhin regelmässig und gründlich die Hände, husten oder niesen Sie in den Ellenbogen und bleiben Sie bei den ersten Anzeichens eines Unwohlseins zu Hause. Beachten Sie auch die spezifischen Vorgaben Ihres Arbeitgebers.

Harzt es irgendwo? Überlegen Sie, wie es vor Corona war und was sich in der Zwischenzeit geändert hat. Eventuell haben sich im Homeoffice Verhaltensweisen eingeschlichen, die nun hinderlich sind. Oder man hat schlicht vergessen, wie man es vorher gemacht hat. So oder so: Schauen Sie jetzt wieder öfter persönlich bei den Kollegen vorbei anstatt bloss auf die elektronische Kommunikation zu setzen. Patrick Stäuble: «Zelebrieren Sie den Smalltalk. Er bleibt im Homeoffice auf der Strecke, weil man sich da meist nur beruflich unterhält. Doch der Menschen braucht den informellen Austausch mit anderen. Das pflegt Beziehungen.»

von Ringier Brand Studio / Cilgia Grass,

veröffentlicht am 08.06.2021


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