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Gesünder leben?

Trösten uns virtuelle Freundschaften?

Auf Facebook, Twitter und Instagram reichen oft ein paar Icons und Abkürzungen, um die Zuneigung auszudrücken. Ist das noch Freundschaft?

Zeitlos ist das Gefühl, das Freunde aneinander bindet. Und Freundschaft hält uns gesund, wie Forscher längst herausbekommen haben. Doch gilt das auch im virtuellen Raum?

Facebook-Nutzer beispielsweise haben durchschnittlich 350 Freunde – viel mehr, als ein Einzelner überblicken könnte. Kritische Stimmen warnen vor einer digitalen Verflachung menschlicher Beziehungen.

Doch Forschern zufolge bedeuten die sozialen Netzwerke keineswegs das Ende wahrer Bindungen. Im Gegenteil: Sie helfen, diese zu halten. Vor allem in Zeiten wachsender Mobilität.

Facebook als Freundschaftskitt

Psychologe Franz Neyer von der Uni Jena (D) hat mit seinem Team Schüler untersucht, die ein Jahr im Ausland verbracht haben. Als sie zurückkamen, waren die alten Freunde noch da. Auch dank des Internets. «Die Grundlage wahrer Freundschaft wird aber noch immer offline gelegt», sagt Neyer. (lesen Sie unten weiter...)

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Nur wer einem Freund auch öfter in die Augen blickt oder zumindest länger mit ihm spricht, kann wahre Nähe entwickeln und empfinden. So sehr sich das Schreiben und Reden und Ausdrücken freundschaftlicher Gefühle verändert, so zeitlos ist das Gefühl, das Freunde aneinander bindet.

Viel reden oder beredt schweigen?

Wie eine echte Freundschaft aussieht, ist sowieso gar nicht so leicht zu bestimmen. Heute gilt als vorbildlich, wie Frauen Freundschaften pflegen. Sie bereden vieles, ja eigentlich alles.

Männer dagegen kommen ohne viele Worte aus. Man geht lieber gemeinsam angeln oder schaut Fussball.

Über Freundschaft sagt das wenig aus. «Schweigen kann durchaus eine intime Form der Kommunikation sein», erklärt der Soziologe Janosch Schobin aus Kassel (D), eine Koryphäe in Sachen Freundschaftsforschung.

publiziert am 20.10.2017


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