Schliessen

Gesünder leben?

Warum macht Schokolade glücklich?

Um Ostern herum ist Schokolade besonders verführerisch. Vor allem dunkle Sorten versprechen Entspannung, Zufriedenheit und Trost.

Der Film «Chocolat» zeigt trefflich, dass sich diesem Genuss keiner entziehen kann. Nicht einmal der sinnesfeindliche Bürgermeister, der keine Patisserie im Ort duldet. Nachts schlägt er das Schaufenster ein, um die Auslagen mit einem Messer zu zerstückeln. Ein Schoko-Splitter landet auf seiner Lippe – wie gut das schmeckt! Am nächsten Morgen liegt der Bürgermeister zwischen den Überresten, schlafend und voll gefuttert.

Hoher Pro-Kopf-Konsum

Schokolade verführt. Wer könnte das besser als die Schweizerinnen und Schweizer wissen. Sie verfallen zwar nicht – wie im Film – dem Genussexzess, aber die konsumierte Menge ist stattlich. Mehr als 91 000 Tonnen waren es 2015. Das entspricht einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch von über 11 Kilogramm.

Die Schweiz steht damit an zweiter Stelle aller Konsumländer, knapp hinter Deutschland, heisst es bei Chocosuisse, dem Verband der Schweizer Schokoladenindustrie. Schokolade hat jetzt vor Ostern wieder Hochsaison. Nach wie vor ist der Anteil der milchhaltigen Sorten mit rund 70 Prozent am grössten. 25 Prozent entfallen auf die im Trend liegenden dunklen Tafeln.

Was Schokolade so begehrt macht, ist Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Allerdings: «Bis heute konnte man die Wirkung auf die körperliche und seelische Gesundheit noch nicht eindeutig klären», schreibt Biologin und Ernährungswissenschaftlerin Andrea Flemmer in ihrem Buch «Mood Food – Glücksnahrung».

Die Wirkungen von Schokolade

Eine Rolle spielen sensorische Reize wie der delikate Geschmack und der zarte Schmelz. Ebenfalls, woran Menschen gewöhnt sind und was sie als wohltuend gespeichert haben. Gestresst, frustriert oder traurig greifen viele von uns zur Schokolade. Weil sie Entspannung, Zufriedenheit und Trost verspricht. Aktiviert wird dabei das Belohnungssystem im Gehirn; der Botenstoff Dopamin beschert uns dann ein gutes Gefühl.

Schokolade mit ihren Bestandteilen Zucker, Fett und Kakao hilft laut Andrea Flemmer darüber hinaus, das «Glückshormon» Serotonin zu bilden. Dieses lässt sich durch die Ernährung beeinflussen. Aber nicht, indem man Lebensmittel wie Bananen isst, in denen Serotonin vorkommt, sondern Lebensmittel, die die Aminosäure Tryptophan enthalten. Und genau dieses Tryptophan findet sich in Schokolade. Dunkle Sorten ohne Milch scheinen für diese stimmungsaufhellende Wirkung besser geeignet zu sein.

Dunkler Genuss

Wach und leistungsfähig

Als mögliche Gute-Laune-Macher werden zwei weitere Inhaltsstoffe in der Kakaobohne genannt: Theobromin und Koffein. Beides regt Herz und Kreislauf an, macht wach und leistungsfähig. Theobromin hebt zusätzlich leicht die Stimmung. Je höher der Kakaoanteil in der Schokolade ist, desto mehr der genannten Substanzen sind vorhanden.

Nicht alles auf einmal

Fazit: Bei Schokolade wirken eine Reihe von Faktoren aufs Gemüt. Doch wer klug ist, verdrückt nicht alles auf einmal. Denn eine ganze Tafel kann es auf gut 500 Kalorien bringen. Lieber bewusst geniessen und zwischendurch ein Stück langsam im Mund zergehen lassen.

von Vera Sohmer,

publiziert am 27.08.2018


Das könnte Sie interessieren: