Verdauung aus dem Gleichgewicht

Wer Gluten nicht verträgt, der leidet möglicherweise an Zöliakie. Was ist das genau und wieso macht die Verdauung schlapp?

Die Zöliakie gehört zu den Autoimmunkrankheiten, deren Ursachen nicht genau geklärt sind. Sicher ist, dass die Gene eine Rolle spielen. «Heute geht man davon aus, dass in der Schweiz eine von fünfhundert Personen die Veranlagung dazu hat», sagt der Allergologe und Internist Dr. Michael Fricker vom Inselspital in Bern. Eine Blutuntersuchung kann erste Hinweise auf Zöliakie geben. Dies ist allenfalls durch eine Dünndarmbiopsie abzusichern.

Nur lebenslange Diät hilft

Eine Heilung ist nach wie vor nicht möglich, und es muss eine lebenslange Diät eingehalten werden. Konkret: Weizen, Roggen, Gerste, Dinkel, Grünkern, Emmer, Kamut, Einkorn und alle daraus hergestellten Lebensmittel meiden. Abgesehen von diesen Einschränkungen kann ein nahezu normales Leben geführt werden.

Das passiert im Körper

Die Zöliakie ist eine chronische Erkrankung des Dünndarms. Dieser reagiert überempfindlich auf Gluten, also das Klebereiweiss in Getreidearten wie Weizen, Roggen, Dinkel.

Wenn die erkrankte Person davon isst, verändern sich ihre Dünndarmzotten, sie werden zerstört und abgebaut. Dies führt dazu, dass Nährstoffe nicht mehr aufgenommen werden können.

Deshalb verlieren die betroffenen Menschen an Gewicht oder nehmen als Kinder während des Wachstums nicht mehr richtig zu, leiden unter Nährstoffmangel, klagen über Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung, oft auch Müdigkeit und Verstimmungen.

Die Lebensmittelindustrie hat reagiert

Mittlerweile hat die Lebensmittelindustrie auf die Bedürfnisse der Betroffenen reagiert. Das Sortiment an Lebensmitteln, die ohne Gluten hergestellt werden, wächst beständig. Auch am Geschmackserlebnis wurde gearbeitet. Heute kann man genussvoll in ein frisch gebackenes, glutenfreies Brot beissen.

Publiziert am 01.06.2017,

von Marianne Botta Diener


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