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Gesünder leben?

Reduziert glutenarmes Essen Blähungen und Gewicht?

In einem Experiment schnitt glutenarme Kost gut ab. Der Grund dafür sei aber vermutlich gar nicht das Gluten, sagen die Forscher.

Sich glutenarm zu ernähren, ist derzeit populär. Viele Anhänger dieser Ernährung haben den Eindruck, es tue ihrer Verdauung gut.

Dänische Forscher wollten das nun genau wissen: Sie verabreichten 60 gesunden Erwachsenen acht Wochen lang eine glutenarme Diät und weitere acht Wochen lang eine glutenreiche. Welche Diätform bei jedem Versuchsteilnehmer zuerst dran war, entschied das Los.

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Schneller satt

Die glutenarme Diät mit etwa zwei Gramm Gluten pro Tag bewirkte, dass die Probanden subjektiv weniger Blähungen hatten. Sie nahmen in dieser Phase durchschnittlich 0,8 Kilo ab – obwohl sie nicht weniger Kalorien assen als bei glutenreicher Kost (18 Gramm Gluten täglich). Auch die Bakterienflora im Darm veränderte sich bei glutenarmer Ernährung.

Zudem stieg die Konzentration des Appetit-mindernden Eiweissstoffs PYY im Blut. Den Hauptgrund für alle diese Effekte sehen die Forscher indes weniger beim Gluten als vielmehr bei den Ballaststoffen. (Lesen Sie unten weiter...)

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Ballaststoffe aus Hafer und Gemüse

Die glutenfreie Diät in diesem Experiment enthielt mengenmässig zwar genauso viele, aber andere Ballaststoffe als die glutenreiche Kost. Der menschliche Darm kann diese Stoffe kaum oder gar nicht verdauen. Das übernehmen Bakterien – die auch Gase bilden.

Um die Wirkungen zu erzielen, genüge es deshalb möglicherweise, einfach mehr Ballaststoffe aus glutenfreien Nahrungsmitteln wie Gemüse, Vollkornreis, Hafer, Quinoa etc. zu essen, vermuten die Forscher.

Wenig Gluten, viel Ballaststoffe

Glutenfreie Produkte seien nicht unbedingt so gesund, wie viele Konsumenten meinten. Denn meist würden sie kaum Nahrungsfasern enthalten, kritisiert einer der dänischen Wissenschaftler. Es bestehe ein offensichtlicher Bedarf an ballaststoffreichen und hochwertigen glutenfreien Lebensmitteln, die frisch oder nur minimal verarbeitet seien.

Quelle: «Nature Communications»

von Dr. med. Martina Frei,

publiziert am 21.06.2019


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