Heute schon genascht?

Naschereien müssen nicht immer süss sein. Unsere Kolumnistin Dominique Bachmann verrät die Tricks.

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Dominique Bachmann

Unsere Kolumnistin ernährt sich seit 2016 weitgehend zuckerfrei und trägt deshalb den Übernamen Miss Sugarfree. Den Ausschlag gaben ein kleiner Schock nach der Lektüre des Buches Goodbye Zucker und eine Portion Verrücktheit. Auf ihrem Blog «Ohne Zucker» und in ihrer Kolumne auf iMpuls berichtet sie regelmässig, wie es sich ohne Zucker leben lässt. 

Der Alltag bei uns im Büro: Meine lieben Arbeitskollegen und -kolleginnen besorgen fast täglich Nachschub für unsere Schokoladenecke. Das innere Zuckermonster möchte schliesslich auch tagsüber gefüttert werden. Mehr aus Spass dringt dann der Spruch zu mir herüber: «Ach, schnapp dir doch auch ein Schoggistängeli. Du musst doch auch einmal eine Ausnahme machen.» 

Ja, diese Ausnahme könnte ich durchaus in Erwägung ziehen, aber möchte ich das auch? Erstens werden aus Ausnahmen Gewohnheiten und zweitens sind mir diese Naschereien viel zu süss. Durch die lange Zuckerabstinenz haben sich meine Geschmacksknospen auf der Zunge verändert. Sie sind sensibler, bringt es wohl auf den Punkt. Was für Schleckmäuler lecker erscheint, muss ich mit einem grossen Schuss Wasser neutralisieren. Deshalb macht es mir überhaupt nichts aus, einfach «Nein Danke!» zu sagen und als kleiner Seitenhieb anzumerken, dass dieses Schoggistängeli mit 5.5 Stück Würfelzucker zu B(a)uche schlägt. Das ist übrigens die empfohlene Tagesdosis, die unser Körper verarbeiten kann.

Ein Leben ohne zu naschen klingt ziemlich langweilig, nicht? Da stimme ich natürlich zu! Für mich gibt es jedoch einen kleinen, aber feinen Unterschied, denn das Naschen setze ich nicht mit Zucker gleich, sondern mit einem süssen Geschmack. Das erfordert eine grosse Portion Experimentierfreudigkeit bei der Zubereitung. Meine «geheimen» Zutaten sind Gewürze, Aromen, Gemüse und Früchte mit einem geringen Fructoseanteil, Milchprodukte und einige wenige Zuckerersatzstoffe, um beispielsweise leckere Schoko-Muffins zu zaubern. Die heimische Backstube kommt natürlich ohne Haushaltszucker aus. Reissirup ist dabei meine erste Wahl, da er sich wie Honig verwenden lässt, weniger süss ist und keine Fructose enthält – die Blutzuckerspitze bleibt also aus. Da greife ich natürlich auch einmal beherzt zu; und da wären wir bei MEINER Ausnahme. 

Mein Tipp zum Schluss: Wer sagt denn überhaupt, dass Naschereien immer süss sein müssen? In meiner persönlichen «Schokoladenecke» neben meinem Arbeitsplatz stapeln sich Cashewnüsse, Mandeln, Kokos Chips und Pinienkerne.

Publiziert am 27.06.2017,

von Dominique Bachmann


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