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Gesünder leben?

Ist Rohzucker besser als raffinierter Zucker?

Mehr als 45 Kilo Zucker essen und trinken wir pro Kopf und Jahr – 2,5-mal so viel, wie offizielle Stellen empfehlen. Was Sie über Zucker wissen sollten.

Sind Süssstoffe eine Alternative?

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Nicht wirklich. Klar, künstlich gesüsste Getränke zum Beispiel enthalten tatsächlich keinen Zucker und damit auch keine Kalorien, weshalb sie nicht nur Diabetikern, sondern auch Übergewichtigen als Alternative zu echtem Zucker empfohlen werden. Es gibt aber diverse Studien, die auf komplexere Wechselwirkungen von künstlicher Süsse mit dem Stoffwechsel hinweisen, etwa über die Veränderung der Darmflora. Ein weiteres Problem dieser Stoffe ist, dass das Hirn abhängig bleibt von der regelmässigen Zufuhr von Süssem. Auch das wirkt sich auf den Organismus aus.

Wie erkennt man den Zucker in Lebensmitteln?

Die Nährwertangaben auf der Verpackung geben Aufschluss. Hier wird Zucker unter Kohlenhydraten als prozentualer Anteil angegeben. Dabei lohnt es sich, auch die Inhaltsangaben zu studieren. Das ist aber nicht ganz einfach. Zucker verbirgt sich hinter fast allen Inhaltsstoffen, die auf -in oder -ose enden, sowie hinter diversen unverdächtig klingenden Bezeichnungen. Auch Saccharose, Dextrose, Maltose, Lactose, Raffinose, Glucose, Fructosesirup, Fructose-Glucose-Sirup, Stärkesirup, Maissirup, Malzextrakt, Maltodextrin, Dextrin oder Weizendextrin sind nichts anderes als – Zucker.

Ist Rohzucker besser als raffinierter Zucker?

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Nein, ernährungsphysiologische Vorteile gibt’s keine. Der Unterschied liegt einzig in der längeren Verarbeitung von Kristallzucker. Rohzucker enthält neben Wasser auch noch Melassereste, weshalb er meist gelblich oder bräunlich gefärbt ist.

Welches sind die grössten Zuckerfallen?

Als klassische Zuckerfallen, also Produkte mit einem Zuckergehalt, der höher ist als vermutet, gelten beispielsweise Süssgetränke. So stecken in einer Halbliterflasche mit Cola-Geschmack nicht weniger als dreizehn Würfelzucker. Auch ein Becher Fruchtjoghurt oder ein Glas Orangensaft kann problemlos sechs Würfelzucker enthalten. Auch die meisten Fertig-, Convenience- und Fast-Food-Produkte enthalten unerwartet viel Zucker. Im Vorzeigeprodukt einer bekannten Hamburgerkette etwa stecken zwei Würfelzucker.

Was ist mit Honig und Dicksäften?

Zwischen diesen Zuckerformen und herkömmlichem Haushaltszucker gibt es kaum Unterschiede. Honig enthält ausser Fructose und Glucose zwar auch einige Vitamine, Mineralstoffe und bioaktive Substanzen, allerdings nur in geringen Mengen. Fakt ist: Für den Körper macht es praktisch keinen Unterschied, ob man morgens Kristallzucker, Honig oder Agavendicksaft in die Flocken gibt. Spätestens im Dünndarm sieht alles gleich aus.

Welche Süssstoffe gibt es überhaupt?

Die bekanntesten künstlich hergestellten Süssstoffe sind Cyclamat, Aspartam und Saccharin. Diese Stoffe sind um das 30- respektive 200- und 400-Fache süsser als normaler Kristallzucker. Sie sind kalorienfrei.

Auch Stevia kann man zu den synthetischen Süssstoffen zählen, wird es doch nicht aus der Pflanze selbst, sondern aus isolierten chemischen Verbindungen des Krauts hergestellt.

Daneben gibt es Zuckeraustauschstoffe, die weniger Kalorien aufweisen als Zucker, etwa Sorbit und Xylit, und beispielsweise in Kaugummis zu finden sind.

Publiziert am 03.11.2017,

von Lukas Hadorn


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