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Gesünder leben?

Grillieren – ohne unliebsame Folgen

Die Grillsaison läuft auf vollen Touren. Leider lässt gerade am Grill die Hygiene oft zu wünschen übrig. iMpuls nennt die wichtigsten Regeln und gibt Tipps für den sicheren Umgang mit Lebensmitteln.

Jeder kennt ihn. Diesen Typ von Grillmeister, der sich die Finger ableckt, nachdem er das Grillgut auf den heissen Rost gelegt hat. Das ist nicht nur unappetitlich, sondern auch gefährlich, insbesondere dann, wenn er es beim Grillieren von marinierten Chicken Wings macht. So lautet denn auch die erste Regel, wenn es um den sicheren Umgang mit Grilladen geht:

Finger nach dem Berühren von mariniertem Fleisch nicht ablecken

Die übriggebliebene Marinade sollte man auch nicht als kalte Sauce verwenden. Einfach damit das gesagt sei. Ganz grundsätzlich gilt ausserdem:

Immer die Hände waschen, nachdem man mit rohem Fleisch gearbeitet hat

Also nach dem Würzen und Marinieren, aber auch nach dem Platzieren auf dem Grill. Gleiches gilt für Grillgabeln und Grillzangen. Auch diese Werkzeuge sollten zwischendurch abgewaschen oder wenigstens mit einer Papierserviette abgewischt werden. Ausserdem:

Nie den gleichen Teller für rohes und fertig gegrilltes Fleisch verwenden

Auch das ein klassischer Fehler, der gerne von unerfahrenen, hektischen oder bereits alkoholisierten Grillmeistern begangen wird: Fleisch ist fertig! Schnell, sonst verkohlt es! Also rein mit dem Schnitzel in den blutigen Teller, der immer noch auf der Grillablage steht. Dass Fleisch stets ganz durchgebraten sein sollte, versteht sich von selbst. Könnte man meinen. Deshalb:

Die wichtigsten Tipps
  1. Richtig kühlen: Bei Zimmertemperatur können sich Keime in Lebensmitteln vermehren. Fleisch, Geflügel, Fisch und Meeresfrüchte, aber auch bereits gekochte und verderbliche Lebensmittel sollten im Kühlschrank bei unter 5 Grad aufbewahrt werden.
  2. Richtig waschen: Keime verbreiten sich über Hände, Schneidbretter, Küchenutensilien und Küchenlappen.
  3. Richtig erhitzen: Bei schwacher Hitze überleben Keime in Lebensmitteln – besonders in Geflügel und Hackfleisch.
  4. Richtig trennen: Keime in rohen Lebensmitteln können bei der Zubereitung auf andere Lebensmittel übergehen.

Fleisch immer vollständig durchbraten!

Konkret heisst das: Fleisch (sowie Geflügel, Fisch und Meeresfrüchte) vor dem Genuss auf mindestens 70 Grad erhitzen. Hamburger vom eigenen Grill dürfen im Innern nicht mehr rot sein, und auch Würste sollten so lange gegrillt werden, bis sie innen heiss sind. Bei Pouletfleisch gilt: Vollständig durchbraten, bis keine roten Stellen mehr sichtbar sind und sich das Fleisch gut vom Knochen löst.

10'000 Infektionen jährlich

Dass diese Regeln nicht selbstverständlich sind, beweist ein Blick in die Statistik: Jährlich werden in der Schweiz dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) bis zu 10‘000 Fälle von Lebensmittelinfektionen gemeldet. Um die Aufklärung zu verbessern und das Risiko zu verringern, hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) unter dem Motto «Sicher geniessen» eine Kampagne lanciert, die den sicheren Umgang mit Lebensmitteln auf vier einfache Grundregeln reduziert (siehe Box rechts).

von Lukas Hadorn,

publiziert am 09.08.2018


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