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Gesünder leben?

Warum sind manche Menschen dünn und andere dick?

Forscher kommen zu einem überraschenden Ergebnis: In den meisten Fällen leisten die Gene, das Einkommen und das Verhalten nur einen kleinen Beitrag dazu.

Eines der grössten Gesundheitsprobleme weltweit ist das Übergewicht. Einer Schätzung zufolge betrifft es etwa zwei Milliarden Menschen.

Wo könnte man den Hebel ansetzen?, fragten sich Gesundheitsforscher. Sind vor allem ungünstige Gene schuld, sind es Faktoren wie ein tiefes Einkommen oder ist es das Verhalten, etwa die Vorliebe für gesüsste Getränke?

Gene und Verhalten berücksichtigt

Um das herauszufinden, befragten und untersuchten sie rund 6500 Erwachsene im Alter von (meist) 27 bis 33 Jahren. Auch detaillierte Genanalysen gehörten zu dieser Studie.

Bei ihren Berechnungen berücksichtigten die Wissenschaftler die Schulbildung der Teilnehmer und ihre Hautfarbe, wie viel sie verdienten, ob sie in der Woche zuvor Sport getrieben oder Fast Food konsumiert hatten, ob sie typische «Dickmacher»-Gene im Erbgut hatten, ob sie in einer Beziehung lebten und anderes mehr.

Die meisten Unterschiede waren unerklärlich

Das unerwartete Resultat: Nur etwa elf Prozent der Unterschiede im Body-Mass-Index von Mensch zu Mensch lassen sich mit den Genen, dem Verhalten und den sozialen oder wirtschaftlichen Faktoren erklären. Durchschnittlich fast 90 Prozent der Schwankungen aber sind damit nicht zu erklären.

In den meisten Fällen waren die Forscher also ratlos, wieso sich das Körpergewicht verschiedener Menschen so stark unterscheidet. Einige Einschränkungen hat ihre Studie jedoch.

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Nur eine Altersgruppe berücksichtigt

Erstens nahmen daran nur jüngere Erwachsene teil. Es wäre also möglich, dass mit zunehmendem Alter manche der Faktoren buchstäblich stärker ins Gewicht fallen.

Zweitens beruhten viele Angaben auf nicht weiter überprüften Selbstauskünften. Drittens ist nicht gesagt, dass jemand, der in der Woche vor der Befragung keinen Sport getrieben oder zum Beispiel Hamburger gegessen hat, dieses Verhalten auch sonst an den Tag legt.

Bis zu 13 Prozent der Unterschiede erklärbar

Als die Forscher die Analysen nach Geschlechtern und Hautfarbe aufschlüsselten, zeigte sich: Bei weissen Frauen spielen die sogenannten «sozioökonomischen Faktoren» eine grössere Rolle als bei Männern.

Dazu zählen beispielsweise das Einkommen und die Bildung. Knapp sechs Prozent der Unterschiede im Body-Mass-Index bei weissen Frauen liessen sich gemäss den Wissenschaftlern damit erklären. Zusammen mit der genetischen Veranlagung und allen anderen Faktoren waren bis zu 13 Prozent der Unterschiede erklärbar – immerhin.

Quelle: «American Journal of Epidemiology» (Link auf Englisch)

von Dr. med. Martina Frei,

veröffentlicht am 28.07.2020


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