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Gesünder leben?

Was bringt das Zwischendurch-Fasten?

In der Serie «auf dem Prüfstand» nimmt unser Ernährungsexperte David Fäh verschiedene Abnehmemethoden unter die Lupe. Heute: die «Jeden-zweiten-Tag-Diät».

Anstatt auf jeden Diätzug aufzuspringen, sollten Abnehmwillige vor allem eines tun: vernünftig bleiben und nachhaltig ansetzen. Das ist zunächst der wichtigste Rat. Bevor wir das Zwischendurch-Fasten genauer anschauen, gilt es festzuhalten: Regelmässig essen und trinken sind überlebenswichtig. Wer zu viel oder das Falsche zu sich nimmt, kann aber vorzeitig altern, dick oder krank werden.

Hilft das Fasten alle zwei Tage?

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David Fäh

Ernährungsexperte und Dozent an der Berner Fachhochschule.

Hier setzt eine neue Diätform an: das sogenannte intermittierende Fasten, also ein zwischenzeitliches Fasten. Grundlage dieser neuen Diät sind Experimente, die zeigen, dass Tiere, die begrenzt Nahrung bekommen, gesünder und länger leben als solche, die so viel fressen können, wie sie wollen. Das funktioniert sogar dann, wenn die Tiere einfach nur jeden zweiten Tag kein Futter bekommen, sonst aber uneingeschränkt fressen dürfen. Diese Art des intermittierenden Fastens brachte der Diät auch die Bezeichnung «Jeden-zweiten-Tag-Diät» ein.

Die kulinarische Auszeit hielt die Rattentaille in Form. So hatten die fastenden Tiere nicht nur bessere Blutwerte, sondern nahmen im Gegensatz zu ihren Friss-so-oft-und-so-viel-du-willst-Kollegen nicht zu. Lässt sich das auf den Menschen übertragen? Vielleicht. Immerhin haben sich Blutwerte wie Zucker, Insulin und Leberwerte sowie vorhandene Krankheitssymptome bei Probanden einer Studie verbessert, die zwischen den Esstagen fasteten. (Lesen Sie unten weiter …)

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Wie funktioniert das Zwischendurchfasten?

Wie funktioniert das? Wie fast alles, was Spass macht, setzt uns auch die Todsünde Völlerei zu. Kalorien lösen ein Feuerwerk an Reaktionen in unserem Körper aus. Fett, Zucker oder Eiweiss zu verwerten, bedeutet Arbeit für den Körper und stresst die Zellen. Energie lässt sich nicht vernichten, nur umwandeln. Essen wir mehr, als wir brauchen, müssen wir den Überschuss speichern. Auch das ist nicht ohne. Als Erstes muss unsere Leber daran glauben. Sie verfettet und versucht verzweifelt, das Fett über das Blut loszuwerden.

Das freut unsere Speckpolster, die sogleich ihre Reserven vergrössern können, und führt uns zu der brennenden Frage: Hilft intermittierendes Fasten, um abzunehmen? Es ist denkbar, doch wissenschaftliche Beweise dafür fehlen weitgehend. Unklar bleibt vor allem, ob das Gewicht nach dem Abnehmen schön da bleibt, wo es ist. Denn was nützt es, zwanzig Kilo zu verlieren, wenn das Jo-Jo gnadenlos zurückspringt? Kritiker dürfen zu Recht am Dauererfolg zweifeln, denn Fasten ist nicht unbedingt familientauglich und sozialverträglich. Diese Diät zwingt uns, noch mehr nach Plan zu leben. Also, Dienstag keine Verabredung, da Fastentag, Donnerstag geht leider auch nicht… Gemeinsam geniessen oder einsam fasten? Entscheiden Sie selbst.


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