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Gesünder leben?

Das bringt Fasten

Das Fasten kennen viele Leute primär als Brauch mit religiöser und spiritueller Motivation. Doch was bringt die Zeit der Enthaltsamkeit dem Körper?

Woher das Fasten kommt

Praktisch alle grossen Weltreligionen kennen Zeiten der Askese. Gläubige Christen, Juden und Muslime schränken sich während einer bestimmten Phase im Jahr ein. Die Religionen schreiben traditionell nicht nur den Verzicht auf feste Nahrung vor, auch das Aussetzen von Alkohol und Fleisch steht auf dem Plan. Letzteres ist sogar Namensgeber: Der Karneval leitet sich begrifflich vom italienischen «carne vale» ab, was so viel heisst wie «Fleisch, lebe wohl».

Wer fastet, soll sich in Bescheidenheit üben und an Spiritualität gewinnen. Das Ritual hat aber auch einen gesundheitlichen Hintergrund: Übermässiger Fleischverzehr steht im Verdacht, der Gesundheit zu schaden.

Ein Grund dürfte die Überladung des Körpers mit Eisen sein. Ein weiterer könnte mit der Darmflora zusammenhängen: Darmbakterien wandeln gewisse Inhaltsstoffe des Fleischs in Moleküle um, die die Ausdehnung der Gefässe verhindern. Das begünstigt deren Verschluss. Üben Fleischesser mindestens zwei Wochen lang Verzicht, gleicht ihre Darmflora derjenigen von vegan lebenden Menschen.

Eine alkoholfreie Woche wirkt Wunder

Auch bewusster Verzicht auf Alkohol kann sich positiv auswirken. Denn übermässiger Alkoholkonsum führt zu einer Verfettung der Leber.

Wer täglich trinkt, sollte alle zwei bis drei Monate eine alkoholfreie Woche einschalten. Das hilft, das Fett wieder abzubauen.

Auch gut: sich an feste Trinkzeiten halten, etwa nur zwischen 19 und 21 Uhr, zum Abendessen, Alkohol konsumieren. Auch das gibt der Leber Zeit, sich zu erholen. (Lesen Sie unten weiter ...)

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Sie wollen fasten? So geht es

Durch Einschränkung des Zuckerkonsums regeneriert sich die Leber ebenfalls, da Zucker denselben Effekt hat wie Alkohol. Danach reagiert die Leber sensibler auf das Hormon Insulin, was die Blutfett- und -zuckerwerte, aber auch den Blutdruck verbessert.

Vor allem bei Getränken besteht viel Einsparpotenzial: Manche Fruchtsäfte enthalten sogar mehr Zucker als Süssgetränke. Und auch in gewissen Gemüsesäften, Fruchtkonserven, Joghurts, Müeslimischungen oder Grillsaucen versteckt sich Zucker.

Radikales Fasten ist schädlich

Wer aber zu lange komplett auf Kalorien verzichtet, tut sich keinen Gefallen. Der Körper gerät dabei in ein Notlaufprogramm, das überall Kalorien einspart: Er beginnt, wertvolle Muskeln abzubauen. Fasten muss also nicht radikal sein, um Gutes zu bewirken. Im Gegenteil: Gezielter und bewusster Verzicht von Zeit zu Zeit ist sinnvoller.

von Dr. med. David Fäh,

publiziert am 24.08.2018


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