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Gesünder leben?

Das gute Körperfett stammt von der Mutter

Braune Fettzellen helfen beim Abnehmen. Forscher wollen sie für eine Therapie gegen Übergewicht nützen.

Fett ist am Körper nicht gleich Fett. Das weisse Fettdepot hat einen schlechten Ruf: Es speichert Fette für Notzeiten. Bei einem Zuviel an Kalorien führt es jedoch oft zu Speckpolstern am Bauch, am Gesäss sowie an den Oberschenkeln. Und es wird mit Zivilisationskrankheiten in Verbindung gebracht.

Anders das braune Fett: Es verbrennt Kalorien, indem es Nährstoffe wie Zucker oder Nahrungsfett in Körperwärme verwandelt. Nur 40 bis 50 Gramm braune Fettzellen würden genügen, um etwa 20 Prozent mehr Kalorien zu verbrennen.

Drei positive Wirkungen

Gelänge es, diese Zellen zu aktivieren, könnte dies eine bequeme Art werden, um Gewicht zu verlieren. Kälte beispielsweise kann das braune Körperfett wieder aktivieren.

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In einem gemeinsamen Effort haben 25 Forscher nun die Funktion eines Gens näher untersucht, von dem sie sich viel für eine solche Behandlung des Übergewichts versprechen. Dieses H19 genannte Gen hat mindestens drei gute Wirkungen: Wenn es sehr aktiv ist, fördert es die Bildung von braunem Fett, es schützt vor Übergewicht und macht die Körperzellen empfindlicher für Insulin, was wiederum dem Typ-2-Diabetes entgegenwirkt. 

Schlank dank mütterlichen Genen

Mäuse mit sehr aktivem H19 wurden selbst bei fettreicher Ernährung kaum dicker als normale Mäuse. H19 ist aber noch aus einem anderen Grund interessant: Es gehört zu den etwa ein Prozent Genen, die sowohl die Maus als auch der Mensch ausschliesslich von der Mutter oder dem Vater erbt.

Die mütterlichen Gene führen eher zur Bildung von braunem Fett, fanden die Forscher heraus. «Wir konnten beobachten, dass väterliche Gene eher zu Fettleibigkeit führen, während ihre mütterlichen Gegenspieler dafür sorgen, dass die Nachkommen schlank bleiben», erklärt Jan-Wilhelm Kornfeld vom Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung. Die Gene des Vaters und jene der Mutter würden «eine Art Tauziehen im Erbgut der Nachkommen austragen.»

Quelle: «Nature Communications»

von Dr. med. Martina Frei,

publiziert am 15.01.2019


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