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Gesünder leben?

Den Frust wegfuttern

Wer traurig ist, sitzt gemäss Klischee mit dem Glacékübel oder der Schokoladentafel auf dem Sofa. Tatsächlich trösten wir damit unser Gehirn – doch das fällt ins Gewicht.

Hin und wieder passiert das jedem: Die Stimmung sackt in den Keller. Instinktiv handeln wir. Der eine geht joggen oder radeln, andere rauchen, viele aber trösten sich mit essen und trinken. Der Drang, die Gemütslage auf diese Weise zu verbessern, ist stark.

Die Verknüpfung von Essen und Emotion haben wir von unseren Urahnen geerbt: Die Nahrung war Lohn für die Suche nach ein paar Beeren oder die Jagd nach Tieren. Heute, in einer Zeit des Nahrungsüberflusses, ergibt dieser Zusammenhang wenig Sinn. 

Geschmack weckt Erinnerungen

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Und im Gegensatz zu früher sind Anstrengung und Stress nicht mehr mit körperlicher Bewegung verbunden: Geschlemmt wird sitzend im Büro oder liegend vor dem Fernseher. Da ist es sinnvoller, nach kalorienarmen Stimmungshebern Ausschau zu halten.

Allerdings: Wer sich vom Apfel den gleichen Effekt erhofft wie von der Lieblingsschoggi, wird meist enttäuscht. Mit der geliebten Schokolade verbinden wir auch Kindheitserinnerungen, die sich im Gehirn eingebrannt haben. Wäre das nicht so, hätte ein Zuckerwürfel die genau gleiche Wirkung. Der Treibstoff Glukose, der im Gehirn ein Gefühl der Zufriedenheit vermittelt, kann es also allein nicht sein – es ist die Mischung aus Süsse und gewohnten Geschmacksnoten, die uns emotionale Linderung verschafft. Das bedeutet: Im Stimmungstief ist nur das Original das Wahre. (Lesen Sie unten weiter...)

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Eine Frage der gesunden Dosis

Entscheidend ist – wie meist beim Essen – das richtige Mass. Wer aufs Gewicht achten sollte, geniesst besser seltener oder weniger, dafür umso intensiver und ohne Gewissensbisse. Die Schoggi langsam im Mund schmelzen zu lassen und sich ganz bewusst auf Aroma und Konsistenz zu konzentrieren, lässt ein neues Geschmackserlebnis entstehen.

Zwar ist der Apfel als Ersatz für die Schokolade meist nutzlos, es gibt aber wirksame Alternativen. So kann neben den kalorienreichen Süssigkeiten auch die Schärfe eines Tees aus frisch geschnittenem Ingwer happy machen. Und das ganz ohne Kalorien.

von Dr. med. David Fäh,

publiziert am 04.09.2018


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