Den Hunger gekonnt stillen

Was ist eigentlich besser, um den Hunger zu stillen? Fünf oder sechs Mahlzeiten über den Tag verteilt oder drei Mahlzeiten zu möglichst fixen Zeiten? Ernährungsberaterin Susanne Emmisberger gibt Auskunft.

Unterschiedliche Situationen wie Schichtarbeit, schwere oder leichte körperliche Arbeit, Stillzeit und persönliche Vorlieben können die Anzahl Mahlzeiten bestimmen. «Es gibt keine feste Regel bei gesunden Menschen», sagt die Ernährungsberaterin. Um den kleinen Hunger zu stillen, empfiehlt sie Zwischenmahlzeiten wie beispielsweise eine Frucht, ein Vollkornbrötli, ein Joghurt oder ein paar Nüsse. «Ideale Zwischenmahlzeiten enthalten wenig bis keinen Zucker, sind nahrungsfaserreich und weisen Vitamine und Mineralstoffe auf.» Wer auf die Kalorien achten möchte, dem empfiehlt sie ein grosses Glas Wasser, um das Hungergefühl zu unterdrücken. «Das kalorienfreie Produkt Wasser ist noch immer der ideale Durstlöscher.»

Getuntes Wasser gegen Hunger

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Ob Leitungswasser oder Mineralwasser bleibt Geschmacksache. Mineralwasser enthält zwar Magnesium, Kalzium, Natrium und Eisen. Aber diese gelösten Mineralien können auch über eine gesunde vollwertige, obst- und gemüsereiche Ernährung zu sich genommen werden. Der Tipp der Ernährungsberaterin: «Mit einem Spritzer Zitrone oder Orange können Sie Ihr Wässerchen noch tunen – frisch und gesund zugleich.»

Apropos Wasser: Nicht nur beim Essen, auch beim Durst spielt das Gehirn eine entscheidende Rolle: Das Wort Durst stammt aus dem Althochdeutschen. Die Rede ist von Trockenheit (in der Kehle). Das Gehirn meldet Durst an, wenn der Wasseranteil im Körper um circa 0,5 Prozent gesunken ist. Wir fühlen uns aber nicht nur durstig bei gesunkenem Wasseranteil, sondern auch, wenn sich zu viel Kochsalz im Blut befindet, meistens weil zu viel Salziges gegessen wurde.

Gerade bei älteren Menschen kann dieser Zusammenhang zwischen Durstgefühl und Flüssigkeitsbedarf stark  durcheinandergeraten: Seniorinnen und Senioren haben oft keinen Durst, sollten aber unbedingt (mehr) trinken, um den Körper vor einer Austrocknung (Dehydration) zu bewahren.

Tee macht satt und munter

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Genauso wie Wasser bezeichnet Susanne Emmisberger, welche im Felix- Platter-Spital in Basel als Abteilungsleiterin Ernährungsberatung tätig ist, auch Tee als einen sehr sinnvollen Durstlöscher. Das im Tee enthaltene Teein, welches eine ähnlich anregende Wirkung wie Koffein hat, macht Tee zu einem sanften Muntermacher. Und der hohe Gehalt an Gerbstoffen wirke beruhigend auf Magen und Darmschleimhaut. «Früchtetees enthalten zudem viel Vitamin C, vor allem bei Sorten mit Hagebutte, Hibiskusblüten, Johannis- und Holunderbeeren sowie Sanddorn.» Und last but not least: «Frischer Pfefferminztee macht schnell munter. Die Minze kühlt, weil die körpereigenen Kälterezeptoren ganz ohne Kälte stimuliert werden.» Bei Heisshunger tut man also gut daran, sich die englische Art anzueignen: abwarten und Tee trinken.

Publiziert am 03.07.2017,

von Markus Sutter


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