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Gesünder leben?

Vollkorn wirkt positiv aufs Gewicht

Die unverdaulichen Ballaststoffe im Getreide haben noch weitere, gesundheitsfördernde Effekte – bei Menschen und bei Mäusen.

Mäuse vertragen – ähnlich wie viele Menschen – die Essensgewohnheiten in westlichen Ländern schlecht: Ihre Leber wird davon fett und zeigt Zeichen einer Entzündung, der Zuckerspiegel im Blut steigt auf ungesunde Werte, die Mäuse legen Gewicht zu und auch ihre Darmflora verändert sich negativ.

All diese Veränderungen treten auch bei vielen Menschen auf, wenn sie zu dick werden. Die häufigen Folgen beim Menschen: Leberverfettung, Diabetes, zu hohe Cholesterinwerte und andere Gesundheitsprobleme.

Weniger Gewichtszunahme

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Kleie entsteht beim Mahlen von Getreide und umfasst Rückstände aus Schalen (Samenschale, Fruchtschale) und den Keimlingen.Kleie entsteht beim Mahlen von Getreide und umfasst Rückstände aus Schalen (Samenschale, Fruchtschale) und den Keimlingen.

Kann Roggen- oder Haferkleie diese ungute Entwicklung stoppen oder sogar umkehren? Zumindest «explodiert» das Gewicht dank der Kleie weniger stark (link auf Englisch), zeigt ein aktuelles Experiment mit Nagern.

Die Mäuse bekamen verschiedenes Futter vorgesetzt und durften fressen so viel sie wollten. Das Ergebnis: Mit «westlicher Diät» stieg ihr Gewicht um mehr als das Doppelte.

Futterten sie aber zusätzlich Roggenkleie, nahmen sie – bei gleicher Kalorienmenge – «nur» etwa das 1,5-Fache ihres ursprünglichen Gewichts zu. Immerhin. Mit Haferkleie stieg ihr Gewicht etwas stärker, aber immer noch weniger als ganz ohne Kleie.

Die unverdaulichen Ballaststoffe im Getreide (genau daraus besteht Kleie) hatten aber noch weitere, positive Wirkungen. Haferkleie erhöhte bei den Mäusen die Zahl der Milchsäurebakterien im Darm, Roggenkleie förderte die Ansiedlung von Bifidusbakterien.

(Fortsetzung weiter unten)

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Gut gegen die Fettleber

Beide Bakterienarten gelten als gesundheitsfördernd. Der Grund für ihre Zunahme sind vermutlich Substanzen in den Kleien, die ihnen als Nahrung dienen. In einem früheren Versuch hatte auch Weizenkleie ähnliche positive Wirkungen (Link auf Englisch).

Die genannten Bakterien produzieren im Darm sogenannte «kurzkettige Fettsäuren», die sich wiederum günstig aufs Gewicht auszuwirken schienen. Und schliesslich wirkten die Kleien bei den Mäusen der Leberentzündung entgegen, die durch die Verfettung ausgelöst wurde.

Ähnliche Wirkung beim Menschen

Diese Resultate passen zu Befunden an Menschen. In einer im letzten Jahr veröffentlichten dänischen Studie nahmen die Versuchspersonen, die Nahrungsmittel aus weissem Mehl assen, innerhalb von acht Wochen fast ein Kilo zu (Link auf Englisch). Bei den Versuchspersonen, die sich mit Vollkornprodukten ernährten, sank das Körpergewicht hingegen sogar ganz leicht.

Wer selbst Kleie versuchen möchte, sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Denn Kleie quillt im Darm und kann – in grosser Menge und mit zu wenig Flüssigkeit konsumiert – im schlimmsten Fall zum Darmverschluss führen.

Zusätzliche Quelle: «Annals of The Royal College of Surgeons of England» (Link auf Englisch).

von Dr. med. Martina Frei,

veröffentlicht am 21.08.2020


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