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Gesünder leben?

Was ist dran am Bio-Doping namens Nitrat?

Wissenschaftler entdecken immer mehr positive Effekte von Nitrat. Es kommt vor allem im Gemüse vor.

Nitrat im Essen war früher verschrien, weil daraus Substanzen entstehen können, die in Tierversuchen krebserregend sind. Nun aber finden Wissenschaftler immer mehr Positives am Nitrat.

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Wo Nitrat im Körper wirkt

Denn aus Nitrat bildet der Körper Stickstoffmonoxid. Es senkt den Blutdruck, macht die Arterien weniger steif, fördert die Wundheilung, verbessert den Zuckerstoffwechsel und altersbedingte Herzschwäche – allerdings sind das überwiegend Ergebnisse aus Tierversuchen. Eindeutige Beweise für solche Wirkungen beim Menschen stehen noch aus.

Bekannt ist aber, dass Personen, die sich nitratreich ernähren, ein geringeres Risiko für Bluthochdruck und Ablagerungen in den Arterien haben. Die mediterrane Diät etwa, die von Ernährungsfachleuten schon lange empfohlen wird, ist reich an Nitraten. Diese stickstoffhaltigen Substanzen kommen im Boden (und auch im Dünger) vor und werden von Pflanzen aufgenommen. Eine Kost mit viel Gemüse – vor allem Blattsalate, Spinat und Randen – liefert viel Nitrat.

Mundwasser senkt die Aufnahme

Bakterien im Mund helfen, es aufzunehmen. Viele Medikamente wie etwa Antibiotika oder desinfizierende Mundwasser machen ihnen jedoch das Leben schwer und senken so die Nitrataufnahme, die vor allem bei älteren Menschen sowieso schon reduziert ist.

Noch sei es aber zu früh, Nahrungsergänzungsmittel mit Nitrat allgemein zu empfehlen, sagen Forscher. Auch das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung warnte schon vor unkritischer Einnahme. Dessen ungeachtet, werden Nitratspender als «Bio-Doping» in der Sportlerszene seit Jahren propagiert.

So viel darf man einnehmen

Wegen des Risikos der Umwandlung von Nitrat in Nitrit und weiter in krebserregende Substanzen empfiehlt die europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA täglich maximal 222 Milligramm Nitrat für einen 60 Kilo schweren Erwachsenen.

Quelle: «Deutsches Ärzteblatt»

von Dr. med. Martina Frei,

publiziert am 18.07.2018


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