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Gesünder leben?

Können sie mehr als nur gut schmecken?

In den Himbeeren soll ein Gesundheits- und Schönheitscocktail stecken. Enhalten sie gar Säuren, die die Zellen vor Alterung schützen?

Einmal im Jahr machen Himbeeren negative Schlagzeilen. Die Goldenen Himbeeren werden traditionell einen Tag vor dem Oscar in Hollywood vergeben, um die schlechtesten filmischen Leistungen auszuzeichnen. Damit wird der Himbeere – zumindest aus ernährungswissenschaftlicher Sicht – unrecht getan.

Die roten Beeren gehören mit einem Kilopreis zwischen 12 und 25 Franken nicht nur zu den wertvollsten, sondern auch zu den gesündesten Früchten. Die roten Delikatessfrüchtchen enthalten zahlreiche bioaktive Pflanzeninhaltsstoffe wie Flavonoide und Anthocyane, die zu den Polyphenolen gehören.

Krebsvorbeugung?

Auch die in Himbeeren enthaltene Ellagsäure gehört zu den Polyphenolen. Sie wurde in mehreren Studien erforscht. Hauptaugenmerk liegt dabei auf ihrer möglicherweise vorhandenen krebsvorbeugenden Wirkung. Es wird vermutet, dass die Ellagsäure krebserregende Stoffe daran hindern kann, an den Genen anzudocken und diese zu verändern. Wissenschaftler untersuchen, ob sich aufgrund dieser Ergebnisse neue Krebsmedikamente entwickeln lassen. (lesen Sie unten weiter...)

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Anti-Aging-Schutz?

Die Ellagsäure, die auch in Granatäpfeln, Erdbeeren, Brombeeren und Walnüssen vorkommt, soll noch weitere Funktionen haben. Zum Beispiel der Hautalterung vorbeugen. Die koreanischen Wissenschaftler Ji-Young Bae und Young-Hee Kang konnten in Tierversuchen zeigen, dass Ellagsäure die Haut vor negativen Auswirkungen der UV-Strahlen schützen kann. Die damit eingeriebenen haarlosen Mäuse alterten äusserlich im Vergleich zu denjenigen ohne diese Behandlung weit langsamer und bekamen weniger Falten. Doch von der Himbeere auf dem Teller zum Anti-Aging-Schutz in der Tube ist es noch ein weiter Weg.

Schmerzlindernde Wirkung?

Auch die in Himbeersaft enthaltene Salicylsäure soll leicht fiebersenkend und schmerzlindernd wirken – Acetylsalicylsäure ist der Wirkstoff im Aspirin. Leider vertragen nicht alle Menschen Salicylsäure problemlos. «Wer das Medikament Aspirin nicht verträgt, könnte selten auch mit salicylreichen Früchten Mühe haben und davon sogar Ausschläge bekommen», erklärt die Ernährungsberaterin Karin Stalder vom Zentrum für Allergie, Haut und Asthma (aha!) in Bern. Die Reaktionen sind jedoch mengenabhängig. Eine Aspirintablette enthält 500 Milligramm Salicylsäure, 100 Gramm Himbeeren nur gerade 5 Milligramm.


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