Bunt ist gesund

Eine vielfältige und bunte Auswahl an Gemüse und Früchten auf dem Teller: Das ist nicht nur schön anzusehen, sondern schützt gegen freie Radikale.

Zuerst zu den «Bösewichten», den freien Radikalen. Diese hochreaktiven und dadurch aggressiven Teilchen werden mit vorzeitiger Alterung und verschiedenen Krankheiten, etwa Krebs, in Verbindung gebracht. Sie entstehen täglich in unserem Körper, zum Beispiel wenn wir Sonnenlicht, Nikotin oder Stress ausgesetzt sind. Aber unser Körper wird auch dann tagtäglich mit freien Radikalen konfrontiert, wenn wir gesund leben. Sie entstehen als Nebenprodukt im normalen körpereigenen Stoffwechsel, wenn die Zellen Energie gewinnen. Zum Glück werden sie grösstenteils gleich wieder von körpereigenen Enzymen abgefangen. Freie Radikale sind übrigens nicht nur schädlich. Sie helfen bei der Abwehr von Bakterien und Viren. Es kommt auf die Menge an: Ein bisschen ist gut, zu viel ist schädlich.

Abwechslung schützt

Gut versorgt mit natürlichen Antioxidantien

Essen Sie pflanzliche Lebensmittel in möglichst verschiedenen Farben: orange Karotten, gelbe Äpfel, grünen Salat, violetten Rotkohl und weissen Chicorée.

Würzen Sie oft mit Knoblauch, Zwiebeln und frischen Kräutern.

Bevorzugen Sie saisonales, ausgereiftes Gemüse und Obst. Die meisten Schutzstoffe werden am Ende der Reifezeit gebildet.

Wer vegetarisch isst, nimmt pro Tag 3 bis 4 Gramm bioaktive Substanzen auf, mit gemischter Kost sind es nur rund 1,5 Gramm.

Essen Sie die Schale oder äussere Blätter von Gemüse und Früchten mit, sie enthalten meist besonders viele bioaktive Substanzen.

Schutz gegen freie Radikale bieten die Antioxidantien. Sie schaffen es, die Teilchen einzufangen und unschädlich zu machen. Antioxidantien kommen in unzähligen Nahrungsmitteln vor und heissen Betacarotin, Vitamin C und E, Selen und bioaktive Substanzen. Letztere färben die Tomaten rot, machen Chilis scharf, führen beim Zwiebelschneiden zu tränenden Augen und verursachen den typischen Kohlgeruch.

Wissenschaftler sind sich einig: Wenn wir uns abwechslungsreich ernähren, nehmen wir automatisch genügend Antioxidantien zu uns. Dennoch boomt das Geschäft mit antioxidativ wirksamen Pillen und Pülverchen. Ihr Nutzen ist jedoch nicht belegt. Schlimmstenfalls schaden sie sogar. Eine Auswertung verschiedener Studien, die in der Fachzeitschrift «Journal of the American Medical Association» erschienen ist, kam zum Ergebnis: Studienteilnehmer, die zusätzlich Vitamin A und E oder Betacarotin einnahmen, hatten eine höhere Sterblichkeitsrate als solche, die auf Supplemente verzichteten. Wer den körpereigenen Schutzsystemen unter die Arme greifen will, isst also lieber frisches Gemüse und Obst als Pillen.

Publiziert am 03.07.2017,

von Marianne Botta Diener


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