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Gesünder leben?

Exotische Früchte – viel mehr als nur ein Ferienfeeling

Sie haben Sehnsucht nach fernen Ländern und fremden Kulturen? Holen Sie sich den Kurzurlaub auf den Teller. iMpuls verrät Ihnen, weshalb und wie Sie exotische Früchte essen sollten.

Mittlerweile kann man exotische Früchte in fast allen Läden kaufen. Waren früher Banane, Kiwi, Ananas und Mango purer Luxus, finden sich heute immer exotischer klingende und aussehende Früchte in den Regalen. Diese Früchte bringen Farbe und viel Geschmack in die Küche.

Ob zum Frühstück, als Vorspeise, in Salaten, zum Dessert oder als Zwischenmahlzeit: den umfangreichen Verwendungsmöglichkeiten von exotischen Früchten sind keine Grenzen gesetzt. Viele Exoten überzeugen nicht nur mit ihrer Optik, sondern stecken voller Wasser, haben kaum Kalorien und liefern viele Vitamine und Mineralstoffe. (lesen Sie unten weiter...)

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Viele exotische Früchte haben eine lange Reise hinter sich, sie stammen oft aus Übersee und müssen eingeflogen oder eingeschifft werden. Da stellt sich natürlich die Frage, wie sinnvoll ihr Genuss aus ökologischer Sicht ist. Der Vorteil des Flugtransports ist, dass die Früchte fast vollreif geerntet werden können. (lesen Sie unten weiter...)

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Kiwano

Eigentlich komisch, dass die Kiwano (noch) kaum bekannt ist. Mit ihrem leuchtend grünen Fruchtfleisch und ihrer orangen Schale sticht die afrikanische Frucht direkt ins Auge. Verwandt ist sie mit Melone und Gurke und trägt daher auch den Zweitnamen «Horngurke» oder «Hornmelone». Sie liefert viel Wasser, aber kaum Kalorien. Aufgrund des hohen Wasseranteils, enthält sie aber auch nur wenig Vitamine und Mineralstoffe. Gegessen wird sie wie eine Kiwi: längs aufschneiden und auslöffeln. Ihr Geschmack ist feinsäuerlich und erfrischend.

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Karambole

Die Sternfrucht ziert so manches Dessert als Dekoration. Sie besteht zu über 90 Prozent aus Wasser und hat einen relativ hohen Anteil an Vitamin C und A. Der Oxalsäuregehalt ist ebenfalls sehr hoch, Personen die ein Nierensteinleiden haben, sollten die Frucht deshalb nur in kleinen Mengen geniessen. Sie können die Sternfrucht komplett mit der Schale essen. Ihr Geschmack erinnert etwas an die Stachelbeere.

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Kaktusfeige

Wer schon im Mittelmeerraum in den Ferien war, hat bestimmt die Früchte am Scheibenkaktus entdeckt und damit vielleicht auch schon genussvolle wie auch schmerzhafte Erfahrungen gemacht. Denn unter der stacheligen Haut befindet sich das äusserst saftige und süsse Fruchtfleisch. Die Kaktusfeigen liefern schnelle Energie in Form von Fruchtzucker und Glukose, daneben enthalten sie viel Vitamin C, Kalium, Kalzium und Magnesium. Die intensiv orangegelbe Farbe erhalten sie vom Farbstoff Betalain, der antioxidativ wirkt.

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Jackfrucht

Jetzt kommt ein Koloss: Die Jackfrucht wird bis zu einem Meter gross und zwischen vier und 50 Kilogramm schwer. Manche nennen die Frucht auch «Gemüsefleisch». Sie hat unreif eine ähnliche Konsistenz wie Pouletbrüstchen und wird gerne als Fleischersatz genommen. In Indien werden von den enthaltenen Kernen Mehl für Chapati und Papadums hergestellt. Die reife Frucht erinnert vom Geschmack her an eine Mischung aus Banane und Ananas. Auch bei den Nährstoffen nimmt sie eine Sonderstellung ein, sie enthält nämlich viel Stärke und zählt in einigen Ländern zu den Grundnahrungsmitteln.

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Durian

Fragt man Leute aus Malaysia, der Heimat von Durian, nach der Frucht, wird sie wie folgt beschrieben: «Die Durian schmeckt wie Himmel und riecht wie Hölle.» Trotz ihres Geruchs, der der Grund ist, weshalb die Frucht nicht in Taxis mitgeführt werden darf, ist sie die beliebteste Frucht Südostasiens. Sie gilt als Aphrodisiakum, was natürlich wissenschaftlich nicht belegt ist. Wer sich an die «Stinkfrucht» wagt, bekommt neben einem besonderen Geschmackserlebnis auch viele Vitamine und Mineralstoffe. Unter anderem liefert sie besonders viel Vitamin A. Bereits 100 Gramm der Frucht decken fast einen ganzen Monatsbedarf des Vitamins.

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Litschi

In China, der Heimat der süssen Frucht mit der rauen Schale, wird die Litschi «Liebesfrucht» genannt. Die kleine Frucht schmeckt süsssauer und hat es in sich. Sie sind besonders reich an Vitamin C. Eine Handvoll Litschis deckt 50 Prozent des Vitamin-C-Tagesbedarfs. Litschis müssen reif geerntet werden, da sie nicht nachreifen. Im Kühlschrank im Plastikbeutel bleiben sie ein bis zwei Wochen frisch. Haben Sie Litschis schon in pikanter Kombination probiert? Sie schmecken nicht nur als Dessert, sondern auch in Reis- und Fleischgerichten hervorragend.

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Mangostan

Die aus Malaysia stammende Frucht gilt als «Königin der Früchte». Die Früchte mit der violetten Schale und dem weissen Fruchtfleisch schmecken angenehm säuerlich und erinnern an eine Mischung aus Trauben, Ananas, Grapefruit und Pfirsich. Die Mangostan ist sehr reich an Antioxidantien, die bekanntesten sind: Xanthone, Stilbene, Tannin, Katechine und Polyphenole. Sie soll sogar die bessere antioxidative Wirkung haben als Vitamin E. Zudem konnte in einigen Studien gezeigt werden, dass insbesondere Xanthone die natürliche Funktion besitzen, das Wachstum gefährlicher Mikroorganismen zu verlangsamen.

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Pitahaya

Die Drachenfrucht, wie die Pitahaya auch genannt wird, wächst an Kakteen und stammt hauptsächlich aus Südamerika. Mit ihrem exotischen Äusseren, der roten Schale und dem weissen Fruchtfleisch peppt sie so manches Dessert optisch auf. Ein Geschmackserlebnis erfährt aber nur, wer die gelbe Variante der Frucht probiert, die nach Ananas und Mango schmeckt. Die rote Variante schmeckt sehr neutral. Dank des hohen Wasseranteils mit über 90 Prozent, fallen Kalorien-, Vitamin- und Mineralstoffgehalt dementsprechend klein aus.

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Tamarillo

Als Baumtomate wird die Frucht, die mit der Tomate und Kartoffel verwandt ist, ebenfalls bezeichnet. Neben der neuseeländischen Sorte, gibt es auch welche aus Portugal, Afrika und Indonesien. Sie alle schmecken herb-süsslich, sind extrem druckempfindlich und müssen dementsprechend vorsichtig behandelt werden. Tamarillos liefern besonders viel Vitamin A und C, zudem enthalten sie die Mineralstoffe Kalium, Magnesium und Eisen. Sie werden ähnlich wie Tomaten verwendet, sie eignen sich für die warme, kalte, süsse und herzhafte Küche.

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Cherimoya

Unter der ledrigen, schuppigen Haut der Cherimoya verbirgt sich ein betörendes Aroma. Es schmeckt süss und sahnig und erinnert an Banane, Vanille und manchmal auch Zimt. Die aus Südamerika stammende Frucht ist sehr nahrhaft mit einem hohen Kohlenhydratanteil, der sich aus Fruchtzucker, Saccharose und Glucose zusammensetzt. Das zeigt sich auch im verhältnismässig hohen Kaloriengehalt. Neben ihrer Eigenschaft als schneller Energielieferant, versorgt sie unseren Körper mit Kalium, Kupfer und Magnesium.

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Papaya

Hier lohnt sich das Zugreifen: Die wasserreiche Frucht hat kaum Kalorien und sie steckt voller Magnesium und Zink, Niacin, Vitamin A und C. Papayas sollten Sie vollreif einkaufen, da sie nicht mehr nachreifen. Wenn die Schale gelb ist und bei Druck leicht nachgibt, ist sie perfekt. Das orange Fruchtfleisch erinnert etwas an Honigmelone. Die schwarzen Körner können auch gegessen werden, sie schmecken leicht pfeffrig.

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Physalis

Die Heimat der Kapstachelbeere, wie die Physalis auch genannt wird, ist Südamerika. Mittlerweile wird sie aber auf der ganzen Welt angebaut. Sie wächst sogar in der Schweiz, doch die meisten Physalis im Regal sind Importware. Reife Physalis erkennen Sie, wenn die Laternchen sich braun-gelb verfärben und von selbst abfallen. Die Frucht enthält sehr viel Beta-Carotin, das im Körper in Vitamin A umgewandelt wird. Daneben liefern die Früchte Vitamin C, B1, B6 und Eisen.

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Kaki

Kakis sind süss, sehr süss. Sie liefern neben Fruchtzucker auch Glucose, die den Körper mit rascher Energie versorgt. Daher sind auch der Kalorien- und Kohlenhydratgehalt etwas höher. Bei den Inhaltsstoffen sticht hauptsächlich der hohe Beta-Carotin-Gehalt hervor, alle anderen Vitamine und Mineralstoffe sind nur in kleinen Mengen enthalten. Wenn Sie möchten, dass die Kaki schnell nachreift, lagern Sie sie neben Äpfeln, da sie auf das Reifegas Ethylen reagiert. Übrigens können Sie Kakis mit der Schale essen.

Aufgrund der schlechten Ökobilanz und der hohen Kosten werden heute die meisten Exoten mit dem Schiff importiert. Da die Reise zwei bis drei Wochen dauert, werden die Früchte früher geerntet und werden später künstlich nachgereift. Gemäss Studien hat dies jedoch keinen Einfluss auf die Qualität und den Nährstoffgehalt.

Wenn exotische Früchte nicht täglich auf unseren Tellern landen, können sie eine sinnvolle Ergänzung des Speiseplans sein. Zudem muss bedacht werden, dass die Ökobilanz von Obst und Gemüse generell besser ausfällt als diejenige vieler anderer Lebensmittel. Viele exotische Früchte haben das ganze Jahr über Saison und verbrauchen daher weniger Energie bei der Lagerung. Beim Obstkauf soll deshalb neben der Regionalität auch die Saisonalität beachtet werden. 

von Claudia Vogt,

publiziert am 01.12.2017


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