Schliessen

Gesünder leben?

Mehr als eine kulinarische Köstlichkeit

Pilze werden von vielen als kulinarische Köstlichkeit geschätzt. Weniger bekannt ist, dass dieses Mischwesen zwischen Pflanze und Tier auch unserer Gesundheit gut tut – dank vielen Ballast- und Nährstoffen.

Tipps zum Umgang mit Pilzen
  • Pilze lassen sich für wenige Tage im Kühlschrank lagern.
  • Getrocknete Pilze sollten am besten lose in speziellen Vakuumbeuteln aufbewahrt werden. Auf keinen Fall in Tüten oder geschlossene Dosen verpacken, denn Pilze ziehen dauernd Wasser, das so nicht mehr verdunsten kann.
  • Pilze kann man aufwärmen, man sollte aber dafür sorgen, dass das Pilzgericht nachher schnell gekühlt wird.

Pilze sind zauberhafte Geschöpfe. Wie Tiere – und Menschen nehmen sie Sauerstoff zu sich und ernähren sich von organischem Material. Gleichzeitig sind sie sesshaft wie Pflanzen. Wie viele Pilzarten es weltweit gibt, weiss niemand. Die Schätzungen reichen von einigen 100 000 bis zu fünf Millionen. Pilze können zwar das ganze Jahr über auf Wiesen und in Wäldern gesammelt werden, doch der Herbst ist die ideale Jahreszeit dafür. 

Beitrag zur gesunden Ernährung

Besonders hoch im Kurs stehen bei uns Champignons und Steinpilze, aber auch Morcheln und Trüffeln, ebenso Shiitakepilze. Ob roh gegessen, gebraten, geschmort, gekocht oder getrocknet: Speisepilze verfeinern nicht nur die Mahlzeiten, sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag zu einer gesunden Ernährung.

Und zwar in vielerlei Hinsicht: Manche Pilzarten weisen einen relativ hohen Eiweissgehalt auf, der denjenigen von Gemüse oft übertrifft. Einen Spitzenplatz nimmt diesbezüglich der Steinpilz ein. Pilze sind aber auch reich an Ballaststoffen. Wie hoch der Ballastgehalt ist, hängt von der Pilzart ab. In 100 Gramm frischen Champignons sind es rund zwei Gramm, in Steinpilzen rund sechs und in Trüffeln gar 16 Gramm.

Ideales Lebensmittel zum Abnehmen

Pilze wie Champignons sind zudem kalorienarm (22 kcal pro 100 g), weil sie nur wenig Kohlenhydrate und Fett enthalten. Diese Eigenschaften machen Pilze geradezu zu einem idealen Lebensmittel zum Abnehmen, zumal wenn sie in der Küche als Fleischersatz zum Einsatz kommen. Beachtet werden sollte aber, dass Pilze beim Braten viel Fett aufnehmen können. Verwenden Sie also nicht zuviel Fett oder Saucen aus Rahm.Manche Pilze wie etwa der Pfifferling enthalten Eisen und sind deshalb besonders bei Veganern und Vegetariern beliebt. Eisen ist unter anderem wichtig zur Vermeidung von Anämie (Blutarmut). 100 Gramm frische Pfifferlinge enthalten so viel Eisen, um den täglichen Eisenbedarf fast zur Hälfte zu decken. Kombinieren Sie das Pilzgericht am besten mit einem Glas Orangensaft. Das enthaltene Vitamin C sorgt dafür, dass das pflanzliche Eisen für den Körper besser verfügbar ist. Auch Zink, das als wertvoller Dienstleister des Stoffwechsels sowie des Immunsystems gilt, ist in Pilzen zu finden. Der Zinkgehalt von bestimmten Pilzen ist mit demjenigen von einigen Fischsorten vergleichbar. (lesen Sie unten weiter...)

Pilze und die Mikronährstoffe

Pilze enthalten zudem wertvolle Mikronährstoffe. Zum Beispiel B-Vitamine, wie Vitamin B2, Niacin und Pantothensäure. Pilze enthalten auch Vitamin D und ebenso Mineralstoffe wie Kupfer, Eisen, Selen, Phosphor und vor allem Kalium. Einige Pilzsorten zählen zu den kaliumreichsten Lebensmitteln überhaupt. Besonders hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang Champignons, Pfifferlinge und Steinpilze. Die empfohlene Tagesdosis an Kalium kann mit 200 g frischen Pilzen bereits bis zu etwa 30 Prozent gedeckt werden.

In alten Arzneibüchern ist viel von den gesundheitsfördernden Aspekten von Pilzen die Rede. Der Austernseitling beispielsweise soll cholesterinsenkend wirken, der Champignons blutdrucksenkend, und der Riesenbovist gegen chronische Entzündungen der Verdauungsorgane helfen. Viel von dem alten Wissen ist verloren gegangen, nur Weniges wurde aber auch wissenschaftlich wirklich geprüft.

Damit Wildpilze nicht schwer auf dem Magen liegen

Beachtet werden sollte, dass die Haut von Pilzen aus Chitin besteht. Chitin ist unverdaulich. Kein Wunder also, dass eine Pilzmahlzeit schwer im Magen liegen oder Verdauungsstörungen hervorrufen kann. Das trifft vor allem für Schnellesser zu, wenn das Kauen zu kurz kommt. Auf der anderen Seite ist Chitin aber auch ein Ballaststoff, der die Darmtätigkeit anregt.

Deshalb ist es besonders angezeigt, frische Wildpilze nicht roh zu essen, sondern sie stets hoch und lang genug zu erhitzen. Und verzichten Sie darauf, die frischen Pilze in zuviel Butter oder Rahm zu ertränken. Dadurch verlieren sie nicht nur an Eigengeschmack, sondern sie lassen sich auch schlechter verdauen.

von Markus Sutter,

publiziert am 29.08.2018


Das könnte Sie interessieren: