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Gesünder leben?

Tanzen – Blutdrucksenker mit Spassfaktor

Die Hüften schwingen senkt den Blutdruck nachhaltig. Vom Hula bis zum Volkstanz ist alles gut fürs Herz.

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Angestammten Hawaiianern geht es häufig genauso. Aber gerade diese Bevölkerungsgruppe neigt besonders zu Bluthochdruck.

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Erst drei Stunden Theorie ...

Wie könnte man seine Landsleute dazu bringen, dass sie etwas dagegen tun?, fragte sich Keawe‘aimoku Kaholokula, Professor für die Gesundheit der Hawaiianischen Urbevölkerung an der Universität in Honolulu – und kam aufs Hula-Tanzen.

Er rekrutierte 263 Hawaiianerinnen und Hawaiianer, deren oberer Blutdruckwert mindestens 140 (mmHg) betrug oder – falls sie Diabetes Typ 2 hatten – mindestens 130. Alle wurden drei Stunden lang instruiert, was man gegen Bluthochdruck tun kann. Dann wurde gelost.

... dann jede Woche Tanz

Je nach Los bekamen die Studienteilnehmerinnen – es waren überwiegend Frauen – drei Monate lang zweimal pro Woche eine Stunde Unterricht im Hula-Tanzen. Danach sollten sie selbst üben und wurden nur noch einmal pro Monat unterrichtet.

Nach sechs Monaten war das Hula-Programm beendet. Zu diesem Zeitpunkt machten immer noch über 80 Prozent der ursprünglichen Hula-Tänzerinnen mit.

Anhaltender Erfolg

Die Teilnehmenden, die das andere Los gezogen hatten, blieben währenddessen sich selbst überlassen. Die Bilanz nach sechs Monaten: Diejenigen, die Hula tanzten, hatten ihren Blutdruck um durchschnittlich 17 Messpunkte gesenkt – und damit auch das Risiko eines Herzinfarkts.

Ausserdem hatten sie ihren Blutdruck mit grösserer Wahrscheinlichkeit unter 130/80 gebracht – und der Erfolg hielt auch nach einem Jahr noch an. Da waren immerhin noch 77 Prozent der Tanzgruppe mit von der Partie.

Mehr Spass und Selbstvertrauen

Sie profitierten aber noch in anderer Hinsicht, wie Kaholokula am Treffen der Amerikanischen Herzvereinigung im September berichtete. Das traditionelle Hula-Tanzen passte zu ihrer Kultur, es machte ihnen Spass, stärkte auch den sozialen Zusammenhalt und das Selbstvertrauen.

Ausserdem könne dieser Hawaiianische Tanz auf die körperlichen Fähigkeiten zugeschnitten werden, so Kaholokula. Und es müsse auch nicht unbedingt Hula sein, ergänzte Eduardo Sanchez von der Amerikanischen Herzvereinigung. «Der Ansatz kann leicht auf andere Gruppen und Tanzstile angewendet werden, wie zum Beispiel Gesellschaftstanz, Linientanz oder Salsa.

Quelle: «American Heart Association»

von Dr. med. Martina Frei,

publiziert am 23.10.2019


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