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Gesünder leben?

Mittagsschlaf senkt den Blutdruck

Im Schlaf gesünder werden ist wohl eine der angenehmsten Therapien überhaupt. Griechische Forscher sind ihr auf der Spur und haben herausbekommen, wie gut eine Siesta dem Blutdruck tut.

Ein kurzes Nickerchen am Mittag senkt den Blutdruck ebenso wirksam wie (schwach dosierte) Blutdrucksenker, die Reduktion des Salzkonsums oder Zurückhaltung beim Alkohol. Rund fünf Messpunkte fällt der Blutdruck nach dem Mittagsschlaf durchschnittlich, ergab ein Versuch mit 212 Teilnehmern. Sie waren im Mittel 62 Jahre alt und wurden wegen Bluthochdrucks behandelt.

Die Siesta beeinflusste sowohl ihren oberen als auch den unteren Blutdruck positiv: Bei denen, die mittags durchhielten, betrugen die Messwerte im Mittel 134/79 (Millimeter Quecksilber, mm Hg). Diejenigen, die sich dem Schlaf hingaben, hatten Durchschnittswerte von 128/76.

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Höhere Schlafdosis bringt mehr

Auch eine «Dosis-Wirkungs-Beziehung» fanden die griechischen Forscher: Je länger der Mittagsschlaf, umso tiefer war der Blutdruck – wobei die meisten Studienteilnehmer sich knapp 50 Minuten aufs Ohr legten.

«Wir wollen die Menschen nicht dazu ermuntern, tagsüber stundenlang zu schlafen. Aber angesichts der möglichen Wirkung auf die Gesundheit sollten sie kein schlechtes Gewissen haben, wenn sie ein Nickerchen einlegen», rät Manolis Kallistratos vom «Asklepeion» Spital im griechischen Voula. Er ist einer der Studienautoren. (Lesen Sie unten weiter...)

Einfach und gratis

Bereits eine Blutdrucksenkung um zwei Messpunkte könne das Herzrisiko senken, so der Herzspezialist. Schwach dosierte Blutdrucksenker reduzieren den Blutdruck um durchschnittlich fünf bis sieben Messpunkte.

Ein Manko der Studie ist, dass die Teilnehmer nicht per Los einer Versuchsgruppe – Mittagsschläfer oder Nicht-Mittagsschläfer – zugeteilt wurden. Auch deshalb sind noch weitere Studien nötig. Bestätigt sich der Effekt des Schläfchens zur Mittagszeit, wäre das eine einfache und kostenlose Ergänzung der Blutdrucktherapie.

Quelle: American College of Cardiology’s 68th Annual Scientific Session (pdf)

von Dr. med. Martina Frei,

publiziert am 08.05.2019


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