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Gesünder leben?

Was tun bei zu niedrigem Blutdruck?

Schwindelgefühle oder Müdigkeit: Ein zu tiefer Blutdruck äussert sich ganz unterschiedlich. Meist ist er ungefährlich. Was man dagegen tun kann.

Wann ist der Blutdruck zu niedrig?

Von niedrigem Blutdruck (Hypotonie) spricht man, wenn der Blutdruckwert unter 105 zu 60 mmHg liegt.

Diese Grenze zwischen normalem und zu niedrigem Blutdruck ist jedoch nicht so genau festgeschrieben wie die Grenze nach oben in Richtung Bluthochdruck.

Ein hoher Blutdruck besteht, wenn Werte von mindestens 140 zu 90 mmHg vorliegen.

Der Blutniederdruck selbst ist keine Krankheit, er stellt meist auch keine Gefahr für die Gesundheit dar. Im Gegenteil: Die Gefässe, das Herz, ja der ganze Kreislauf werden bei zu tiefem Blutdruck sogar geschont.

Erst das Auftreten von Beschwerden wie Schwindelgefühl, Sternchen-Sehen oder Müdigkeit können ihn zu einem subjektiven Problem werden lassen.

Die zwei Formen der Hypotonie

1. Primäre Hypotonie: Das ist die häufigere Form. Es handelt sich dabei um eine dauerhafte Erniedrigung des Blutdrucks, ohne dass sich dafür eine genaue Ursache finden lässt. Am häufigsten findet sie sich bei jungen und eher schlanken Frauen, betroffen sind auch Jugendliche im Wachstumsschub, Schwangere oder hagere ältere Menachen.

2. Sekundäre Hypotonie: Hier ist der niedrige Blutdruck eine Folge anderer Erkrankungen. Dazu gehören:

  • Herzerkrankungen
  • Hormonelle Erkrankungen, zum Beispiel Unterfunktion der Nebennierenrinde, Funktionsstörungen der Hirnanhangsdrüse oder Schilddrüsen-Unterfunktion
  • Akute und chronische Infektionen
  • Neurologische Erkrankungen
  • Starker Flüssigkeits- oder Blutmangel (Anämie)
  • Versacken des Blutvolumens in der unteren Körperhälfte beim Aufstehen
  • Medikamente: blutdrucksenkende oder wassertreibende Mittel, Herzmedikamente, Psychopharmaka, Mittel gegen Schlafstörungen.

So äussert sich ein niedriger Blutdruck

Ein niedriger Blutdruck zeigt sich häufig mit starken Schwindelgefühlen, vor allem am frühen Morgen. Weitere häufige Beschwerden sind rasche Ermüdung und die Neigung zur Ohnmacht. Auch Appetitlosigkeit, Konzentrationsmangel, erhöhte Reizbarkeit, gesteigertes Schlafbedürfnis, Augenflimmern, Ohrensausen, Wetterfühligkeit, ein «hoher» Puls, Atemnot und depressive Verstimmungen können auftreten. 

Schwangere und ältere Menschen sollten bei Blutniederdruck besondere Vorsicht walten lassen, da er zu ernsthaften Komplikationen führen kann.

Bei gesunden, jüngeren Menschen stellt das kein Problem dar, der Kreislauf reagiert schnell genug. (lesen Sie unten weiter...)

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Ursachen herausfinden

Um den Blutniederdruck und seine Ursachen sicher festzustellen, werden zunächst wiederholt Blutdruckmessungen durchgeführt. Eine gute Möglichkeit, die Kreislauffunktion objektiv zu prüfen, bietet der Schellong-Test. In regelmässigen Abständen, meist im Rhythmus von 30 oder 60 Sekunden, werden Pulsfrequenz und Blutdruck gemessen.

Ist der Blutdruck stark erniedrigt oder ist das Symptom plötzlich in letzter Zeit entstanden, forscht der Arzt nach der zugrunde liegenden Ursache.

Das hilft bei Hypotonie

Ein niedriger Blutdruck wird nur dann therapiert, wenn er tatsächlich ein Risiko oder eine wirkliche Belastung für die Betroffenen bedeutet. Dem Arzt stehen dann verschiedene Medikamente zur Behandlung zur Verfügung.

Vor einer solchen Therapie muss eine zugrunde liegende Erkrankung ausgeschlossen und gegebenenfalls behandelt werden. 

In den meisten Fällen genügen einfache Massnahmen, um den Blutdruck in Schwung zu bringen.

Wer unter Beschwerden leidet, wenn er morgens aufsteht, bei dem genügt es meist schon, sich aus der Liegeposition langsam aufzusetzen. Hilfreich sind gleichzeitig kreislaufwirksame Übungen: So können Sie bereits im Liegen oder Sitzen den venösen Rückstrom aktivieren, indem Sie die Füsse strecken und wieder zu sich heranziehen. Das aktiviert die Venenpumpe. Zwischen Liegen und Aufstehen können Sie auch eine zweiminütige Sitzphase einlegen.

Anschliessend hilft ein Wechsel von warmer und kalter Temperatur. Wechselwarme Duschen sind hier eine gute Möglichkeit.

Patienten mit Krampfadern sollten ihre Kompressionsstrümpfe anziehen, um das Versacken des Blutes in den Beinen zu verhindern.

Eine Tasse schwarzer Tee oder Kaffee kann ebenfalls hilfreich sein. Ausserdem ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (2 bis 3 Liter) wichtig, um die Beschwerden zu lindern.

publiziert am 25.07.2018


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