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Gesünder leben?

Blutdrucksenkung mit Hilfe von Bakterien?

Zu viel Salz, zu wenig gute Darmbakterien – das könnte Bluthochdruck verursachen. Möglicherweise beugen Probiotika dem Blutdruckanstieg vor.

Einen ungewöhnlichen Weg zur Blutdrucksenkung haben Forscher gefunden. Sie untersuchten, wie sich die Darmflora verändert, wenn zu viel Salz verzehrt wird – ein Problem in allen westlichen Ländern. Rund neun Gramm Salz essen Schweizerinnen und Schweizer pro Tag, weniger als fünf wären empfohlen. Das Salz treibt bei manchen Menschen den Blutdruck in die Höhe.

Einfluss auch aufs Immunsystem

Die Forscher gaben zuerst Mäusen und dann 12 gesunden Versuchspersonen eine sehr salzhaltige Diät. Daraufhin passierte sowohl bei den Nagern als auch bei den Menschen dreierlei: Die Milchsäurebakterien im Darm verschwanden fast gänzlich, denn diese Bakterien mögen es salzarm. Der Blutdruck stieg. Und bestimmte Immunzellen im Blut vermehrten sich. Diese Immunzellen begünstigen nicht nur Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose, sondern auch Entzündungen der Arterien und Bluthochdruck. (lesen Sie unten weiter...)

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Naturvölker haben mehr Laktobazillen

Erhielten die Mäuse aber Milchsäurebakterien, blieben sowohl ihr Blutdruck tief als auch die Zahl dieser Immunzellen. Dies liegt vermutlich daran, dass die Laktobazillen sogenannte Indole produzieren, von denen eines die Bildung der krankheitsfördernden Immunzellen hemmt. Verglichen mit Naturvölkern haben Menschen in westlichen Ländern wenig Milchsäurebakterien im Darm.

Vierzehn Gramm Salz pro Tag

Ob Probiotika mit Milchsäurebakterien gegen Bluthochdruck helfen, müssen nun grössere Studien zeigen. Ein Schwachpunkt der Experimente war die Dosis: Die Versuchspersonen verzehrten «nur» etwa 14 Gramm Salz pro Tag, die Mäuse erhielten jedoch eine Menge, die beim Menschen täglich 170 Gramm Salz entsprechen würde.

Quelle: «Nature»

von Dr. med. Martina Frei,

publiziert am 25.07.2018


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